Als ob alle vier Jahre zur Wahl zu gehen eine Revolution wäre

29. Dezember 2015

Ich mag Knallerei zu Silvester nicht, aber okay, das ist meine Sache. Silvester ist für gewöhnlich ja der Tag, an welchem ich mal keinen Alkohol trinke und möglichst früh ins Bett gehe. Wenn andere es anders machen, sollen sie. Lustig aber finde ich das Plädoyer eines Journalisten in der Berliner Zeitung. Er nämlich begründet seine Böllerleidenschaft folgendermaßen: „Ich möchte mir das Recht, ein Mal im Jahr Spaß am anarchischen Ballern zu haben, Lust am Feuer, am Krach und am Dreck, jedenfalls nicht nehmen lassen.“ Nein. Muss er auch nicht: „ein Mal im Jahr“. Was daran allerdings anarchisch sein soll, will mir nicht recht einleuchten. Die allgemeine Silvesterböllerei ist doch ungefähr genauso anarchisch wie einen Nadelbaum schmücken zu Weihnachten, das Zähneputzen nach dem Aufstehen, der tägliche Rundgang im Hof, falls man vom Richter verurteilt worden ist seine Missetaten hinter schwedischen Gardinen abzusitzen. Es ist absolut üblich, Tradition, konservativ. Was jetzt nicht heißen soll, dass alles was konservativ ist auch furchtbar wäre. Konservativ ist es ja ebenso seine Kinder zu behüten, das Essen zu kauen bevor man es schluckt oder ein Buch von vorne nach hinten zu lesen. Wobei ich da Leute kenne…, aber zu denen pflege ich keinerlei Kontakt mehr, alles hat schließlich seine Grenzen.

Tipp für heute: Den Boden auf der Autobahn pflügen, auf dass im Frühling die Saat sprießt.

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