Auf dem Gipfel des Erfolgs

28. Januar 2017

Eingeladen waren wir. Zum Literarischen Colloquium Berlin, am Wannsee. Welch eine Ehre. Wir durften ganz oben auf der Treppe lesen und es gab keine Freigetränke, hey! Aber na ja, Günther Grass hat hier gewohnt, vielleicht und Goethe. Obwohl, Goethe vielleicht nicht, der hat ja in Weimar gewohnt. Es gab Berliner Kindl, für 2,50, die kleine Flasche. Viele Menschen waren mit Taschentelefonen gekommen. Sie tippten Nachrichten für die süße Maus zuhause und dazwischen fotografierten sie. Fotos. Mit irgendwas muss man die Zeit ja totschlagen. Das soll jetzt nicht so klingen, als ob es mir da nicht gefallen hätte, aber, hey, klingt wahrscheinlich so. Man wird nicht jünger. Auf jeden Fall bin ich auch weiterhin bereit jeden Scheiß mitzumachen, Hauptsache es wird bezahlt, ach so, …nee, das sag ich lieber nicht, man muss schließlich auch an seine Zukunft denken.

Tipp für heute: Brav nicken und den Mund halten.

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4 Kommentare zu “Auf dem Gipfel des Erfolgs”

  1. 01

    Vielleicht solltest Du mal einen Text lesen, in dem Menschen nicht zuhören und etwas ganz schief geht?
    Und dabei immer wieder das Publikum fixieren. Sie waren freiwillig da, aber Erwartungen darf man als Vortragender doch haben, oder?
    Oder frage doch mal, ob in den Handies Literaturtexte stehen.

    Roswitha am 29. Januar 2017 um 10:22
  2. 02

    Meine Mutter hat immer gesagt: „Hauptsache satt!“ Kommt mir irgendwie ehrlicher vor als: „Hauptsache es wird bezahlt.“ Muss aber nicht stimmen.

    TaxiBerlin am 29. Januar 2017 um 16:00
  3. 03

    @ TaxiBerlin: Na ja, man kann ja auch satt erfrieren.

    Ahne am 4. Februar 2017 um 14:23
  4. 04

    @ Roswitha: Also jenes Publikum, welches bei uns in der Lage war zuhören zu können, verhielt sich durchaus diszipliniert. Beobachtet habe ich die Handy-Szenen in anderen Räumlichkeiten. Und eigentlich möchte ich solche Texte auch nicht schreiben, denn normalerweise ist jenes Publikum, welches zu meinen Lesungen erscheint, fein gesiebt, handverlesen, nach jahrzehntelanger Auslese von mir persönlich erkoren worden teilnehmen zu dürfen. Da kommt so etwas nicht vor und dann wären solche Texte ja praktisch Säue vor die Perlen, oder wie man das nennt.

    Ahne am 4. Februar 2017 um 14:43

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