Gehet hin und staunet

25. Januar 2010

Berlin ist um eine Attraktion reicher. Nein, das neue Riesenriesenrad am Bahnhof Zoo ist noch nicht fertig und auch das Schloss, das, in alter Tradition, jede neue Gesellschaftsordnung beißt ja die Kinder der alten Gesellschaftsordnung tot, an der Stelle des Palastes der Republik errichtet werden soll, existiert bisher lediglich als feuchter Traum aber, vollkommen unbemerkt von der Weltöffentlichkeit, hat die Natur im Zusammenspiel mit, schätze mal Materialermüdung, es geschafft, in der Torstraße 195 eine wunderschöne Skulptur zu errichten. Irgend etwas muss dort kaputtgegangen sein, ich vermute ein Rohr ist undicht oder geborsten, auf jeden Fall läuft dort die Wassersuppe von oben herab und, da es draußen diverse Grädchen unter Null sind, verwandelt diese Suppe, alles worauf sie läuft, in bizarre Gebilde aus Eis. An der Wand zum Beispiel steht ein Fahrrad gelehnt, welches mittlerweile vollkommen in Eis gegossen ist, riesige Stalagmiten oder -titen (hab im Höhlenunterricht geschlafen) hängen von den Balkonen und die von einem Imbiss aufgespannte Regenschutzplane droht unter den Eismassen zu bersten. Es erinnert ein wenig an das Märchen von der Schneekönigin und ihr habt sicher recht, statt dieses Textes hätte ein simples Foto gereicht aber, das seht ihr doch unter Garantie morgen schon oder übermorgen in der BILD, in der B.Z. oder in einer anderen wunderschönen Zeitung.

Tipp für heute: Umständlich einfache Bilder beschreiben.

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Ein Kommentar zu “Gehet hin und staunet”

  1. 01

    [...] den Katastrophenartikel bebilderte. Dummerweise hatte ich gestern oder vorgestern schon in einem Berliner Blog über eben dieses Fahrrad etwas gelesen. Also nix mit Katastrophe, nur Dachschaden… [...]

    Wetteraussichten am 28. Januar 2010 um 09:31

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