Rheinsberger Tagebuch (11)

29. August 2017

Wie die Zeit vergeht! Eben noch bin ich mit dem RBB-Fernsehteam nach Rheinsberg gefahren, um meine neue Stadtschreiber-Wohnung im Schloss zu besichtigen, in welcher die amtierende Schreiberin Katrin Schmidt noch wohnte, schon ist die Hälfte meiner Zeit hier auch schon wieder um, jedenfalls wenn man nicht rechnen kann. Oder sagen wir zumindest der Höhepunkt meiner Residenz, den habe ich bereits erlebt. Ja, das Rheinsberger Bahnhofsfest 2017 ist Geschichte. Und es war, das kann man ohne zu übertreiben behaupten, der absolute Knaller! Kulinarisch gab es alles was das Herz begehrte. Bock- und Bratwurst. Und Buletten. Und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. Und Kuchen. Und die besten vietnamesischen Frühlingsrollen von ganz Rheinsberg! Alles wurde von mir probiert und für gut befunden. Okay, es gab auch was zu meckern. Nicht von mir, aber eine adrett gekleidete Dame in der Schlange zur Gulaschkanone bemängelte, dass es keinen Salat gäbe. Salat! In einer Gulaschkanone! Das sorgte für entsprechende Heiterkeit, auch wichtig, bei jedem Fest. Musikalisch verwöhnte uns die Country-Band ‚Country-Buffet‘, aus dem Mutterland des Countrys, Mecklenburg-Vorpommern, mit schwungvollen Country-Melodien. Leider war es fast unmöglich zu tanzen, da die Tanzfläche vor der Band von Schienen durchzogen war. Machte aber gar nichts, wiegte man sich eben auf gegenüberliegenden Bänken im Rhythmus des Western-Liedgutes. Für den Nachwuchs gab es die obligatorische Hüpfburg und ein Wasserbassin, auf dessen Oberfläche man in aufgepusteten Bällen herumkullern konnte. Selbstverständlich waren auch die ‚Freunde der Mitropa‘ vor Ort und eine Minidampfeisenbahn aus Plau. Die größere Dampfeisenbahn kostete mit 14 € für eine Fahrt nach Herzberg und zurück etwas viel für meinen schmalen Stadtschreibergeldbeutel, aber den Schienenbus zum Kernkraftwerk, den leistete ich mir einfach. Leider war das Kernkraftwerk bereits zu, als wir ankamen, angeblich seit 27 Jahren. Hätte man ja mal sagen können. So musste ich mit einer Informationstafel vorlieb nehmen. Vom 9. Mai 1966 bis zum 1. Juni 1990, stand dort geschrieben, wurden im Kernkraftwerk Rheinsberg in 130.000 Betriebsstunden 9.000 Gwh erzeugt. Immerhin!

Tipp für heute: Dem Kernkraftwerk Rheinsberg nacheifern, also mal abschalten.

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4 Kommentare zu “Rheinsberger Tagebuch (11)”

  1. 01

    Na dann!

    Kain Gruß am 29. August 2017 um 23:06
  2. 02

    „Freunde der Mitropa“, klingt wie eine gute Partei.

    Andreas am 30. August 2017 um 19:43
  3. 03

    Ja. Wurde leider nicht zur Wahl zugelassen.

    Ahne am 31. August 2017 um 13:15
  4. 04

    Voreifern trifft es wohl eher.

    Kain Gruß am 31. August 2017 um 21:40

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