Rheinsberger Tagebuch (17)

10. Oktober 2017

Die Rheinsberger Keramiktage haben die Stadt voll in ihrem Griff. Überall sieht man Keramik. Auf dem Markt, an den Straßenrändern, in den Schaufenstern, selbst unter die vom Sturm herunter gerissenen Äste haben Witzbolde ein paar Keramikgefäße geschoben. Es gibt Keramik in der traditionellen Variante, blau mit weißen Pünktchen, wie sie seit Jahrmillionen in Rheinsberg bereits hergestellt wird, aber durchaus auch moderneres Gerät. Truthahnkassiber mit Diddlmäusen drauf. Tassen mit lustigen Sprüchen. Da Weihnachten vor der Tür steht, habe ich mich entschlossen, meine Arbeit für ein paar Tage ruhen zu lassen. Ziehe nun mit Stadtschreiberhandwagen durch die Gegend um meinen hartverdienten, dennoch kargen (ich weiß, ich sollte nicht klagen, den Menschen in der dritten Welt geht es noch viel schlechter) Stadtschreiberlohn in Holterdiepoltergeschirr umzumünzen. Der Rubel rollt, dies kann man ruhigen Gewissens behaupten. Menschen aus aller Herren Ländern streifen durch die Gassen. Tschetschenen, Phoenizier, Monegassen streifen durch die Gassen, geben säckeweise Geld aus. Da wird der Stadtkämmerer sich aber freudig die Hände reiben und nächstes Jahr ist dann vielleicht sogar dieses köstliche Spaßbad drin. Ansonsten wirft die Karnvalssaison ihren traurigen Schatten voraus. Auch in Rheinsberg gibt es solch einen Club, den RCC, bereits seit 50 Jahren. Er ist also genau so alt wie ich. Was für ein Jammer.

Tipp für heute: Man kann auch ohne Humor lustig sein.

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2 Kommentare zu “Rheinsberger Tagebuch (17)”

  1. 01

    Aber mehr Spaß macht das nicht!

    Roswitha am 10. Oktober 2017 um 18:44
  2. 02

    Vielleicht, aber Spaß ist ja nun auch nicht gerade ein Vergnügen.

    Ahne am 10. Oktober 2017 um 22:50

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