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Räusper, räusper, eine Durchsage

11. November 2018

Die Eine oder der Andere werden es schon aus den Weiten des Universums zugeflüstert bekommen haben, die Reformbühne Heim & Welt zieht um. Ja, wir steigen wieder einmal auf, diesmal in den Roten Salon der Volksbühne, wo wir ab dem 06.01. 2019 jeden verdammten Sonntag gastieren. Wie gehabt mit Jux und Dollerei, Pamphleten und Traktaten, Musik und Nonsens und dazu werden wir uns auch noch verstärken. Ab dem 06.01. dürfen wir ein neues Mitglied in unserer Runde begrüßen, den fabelhaften (viele werden ihn schon als Sommersonderdauerstargast kennen) Roman Israel, gebürtiger Oberlausitzer und vagabundierender Weltenbürger, Stammleser bei ‚Sax Royal‘ unserer Dresdner Schwesternlesebühne und ausgezeichneter Schriftsteller mit einem phantastischen Humor. Ausgewählt haben wir ihn aber nicht deswegen, sondern lediglich, weil er so gut aussieht, klar. Könnt ihr euch selbst von überzeugen. Traurig sind wir natürlich auch ein bisschen, weil wir nicht wissen wie es mit der Jägerklause weiter geht, wo wir sehr gerne geblieben wären, aber nun ja, ist alles etwas ungewiss dort. Darum nutzt die Zeit im Jahre 2018 und unterstützt die Jägerklause, so lange es sie noch gibt, denn bis zum 30.12. sind auch wir dort noch zu erleben. Zum Beispiel, hey, hallo: Heute!

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Heiko Werning, Falko Hennig, Jürgen Witte, Gott und mich, sowie den außerordentlich gut gewachsenen Superstargästen Jochen Falck (jonglierender Scherzkeks) und Holger Saarmann (sechssaitiger Chansonnier)

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Naturwissenschaftliche Erkenntnisse interessierter Teenager (1)

10. November 2018

„Ausatmen ist leichter als einatmen.“ (K., 12 Jahre alt)

Heute: Berlin, Z-Bar, 20 Uhr: Lesershow (allerletzte Ausgabe!) mit Frank Sorge, Martin Goldenbaum, Robert Rescue, Thilo Bock und mich als Abschiedsgast

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour‘ (Teil 6)

4. November 2018

So. Das war ’s. Das Rheinland hätten wir vollständig abgearbeitet. Gestern in Magdeburg am Rhein war es mal wieder ein absoluter Hochgenuss. Ein wirklich zauberhaftes Publikum. Und so kritisch. Ein Mann sagte mir hinterher, dass er meine Zwiegespräche und Kurzgeschichten liebe, mit meinen Liedern und Gedichten aber gar nichts anfangen könne. Als ich fragte warum, antwortete er: „Die gefallen mir einfach nicht.“ Ja. Daran muss ich nun also arbeiten. Ich weiß, was ich zu tun habe. Gleich heute im Zug nach Berlin an der Mosel werde ich meinen Kugelschreiber frisch spitzen und ein paar … nein, das verrate ich lieber noch nicht.

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Falko Hennig, Jürgen Witte, Heiko Werning, Gott und mich, sowie den perfekten Superstargästen Robert Rescue (Brauseboys) und Amazing Maze (Amazing!)

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 5)

3. November 2018

Draußen scheint die Sonne, deshalb bleibe ich bis 12 im Hotel. Wenn Kramp-Karrenbauer jetzt Bundeskanzlerin würde, kommt mir in den Sinn, hätten es die Wutbürger deutlich schwerer. „Kramp-Karrenbauer muss weg, Kramp-Karrenbauer muss weg“ ruft sich nicht annähernd so gut wie „Spahn muss weg“ oder „Merz muss weg“. Abkürzen? „Kaka muss weg“? Das geht. Trete abends wieder in Köln, der Stadt meiner größten Erfolge, auf, im Klüngelpütz-Theater, bei der Lesebühne ‚Rock ’n‘ Read‘, mit den Kolleginnen Marina Barth, Katinka Buddenkotte, Dagmar Schönleber, Christian Bartel aus Bonn und Matthias Reutter aus Oberhausen. Eine grandiose Show, obwohl es keinen Whisky zu gewinnen gibt. Beim Abschlusslied „Wir sind Rock ’n‘ Roll“, frei nach Leonard Cohen, kommen mir fast die Tränen. Sitzen danach noch auf dem Teppich im Foyer und saufen uns die Rübe dicht. Viertel vier erst ins Bett. Sollte ich versuchen meine Hämorrhoiden gern zu haben? Erstmal ab nach Magdeburg am Rhein. Die Magdeburger selber nennen ihren Rhein zwar Elbe, aber die sagen ja auch „Burch“ statt Burg. Kann man doch nicht ernst nehmen.

Heute: Magdeburg, Moritzhof, 20 Uhr: ’50 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 4)

2. November 2018

Duisburg liegt ebenfalls am Rhein, weil es ja Teil meiner großen Rheinland-Tour ist. Im Regionalexpress von Köln setzt sich mir gegenüber ein Mann in Bahn-Uniform und fängt an Geld zu zählen. Viele, viele kleine und große Scheine. Dann steckt er das dicke Portemonnaie in eine Ledertasche und bittet mich mal eben auf die Sachen aufpassen zu können, er müsse auf Toilette. Ist doch ein Trick, oder? Kann der Versuchung aber widerstehen, indem ich meine Hände so stark zu Fäusten balle, dass die Finger sich nicht bewegen lassen. Natürlich regnet es in Duisburg, was den Charme der Stadt regelrecht erblühen lässt. Mein Hotel ‚Zum Löwen‘ liegt nicht weit von der Autobahnauffahrt entfernt. Beim Poetry-Slam ‚WortLautRuhr‘ werde ich diesmal sogar Zweiter in meiner Vorrundengruppe, von Zweien. Der Wettbewerb verfolgt ein seltsames Konzept. Keiner der Vortragenden bekommt von den anderen Texten irgendetwas mit, da man hinten im Backstage-Raum sitzen muss, wo die meisten Tee trinken und stöhnen, wie müde sie sind. Weil wir nicht mal am Ende mehr auf die Bühne müssen, verdrücke ich mich zur Pause. Herzlichen Glückwunsch, der Siegerin oder dem Sieger, unbekannterweise. Im ZDF bei ‚Markus Lanz‘ sitzt der Organisator des ‚WortLautRuhr‘-Slams in der Runde. Sebastian 23. Er sagt, man solle ruhig mal zufrieden mit sich selbst sein. Ein junger, gutaussehender, erfolgreicher Mann. Die Leute klatschen.

Heute: Köln, Klüngelpütz, 20 Uhr: Rock’n’Read – Lesebühne mit Marina Barth, Katinka Buddenkotte, Dagmar Schönleber, Christian Bartel und mich als Gast

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 3)

1. November 2018

Wollte eigentlich heute morgen shoppen gehen, weil mir gestern meine Hose zerrissen ist, aber dann stehe ich vor verschlossenen Türen. In Nordrhein-Westfalen ist Feiertag. „Allahheiligen“, wird mir zugeraunt. Ist das jetzt diese berühmte Islamisierung des Abendlandes, vor der uns Pegida schon immer gewarnt hatte? Nun, muss ich eben in zerfetzter Hose auftreten. Hoffentlich bekommt man dafür nicht die Hand abgehackt. Unterhalten uns zum mittäglichen Frühstück über Risse. Erst über jenen in meiner Hose, dann über den in dieser italienischen Autobahnbrücke, welche eingestürzt ist, schließlich über Risse in Atomkraftwerken. Der Mann von Frau Schönleber kennt sich sehr gut aus. Er weiß, dass Risse in solchen Materialien einfach dazu gehören. Tröstlich. Tagesschau.de meldet, dass Obdachlose immer jünger und weiblicher werden. Das mit dem weiblicher, kann ich ja noch verstehen, im Bier sind ja so viele weibliche Hormone drin, aber jünger? Ist das wirklich wissenschaftlich erwiesen? Dann bin ich mal gespannt, auf die Welle von Wohnungskündigungen. Müssten demnächst ja eigentlich die Mieten sinken.

Heute: Duisburg, Grammatikoff, 20 Uhr: ‚WortLautRuhr‘ – Poetry-Slam mit krassen Leuten u.a. mich (in zerrissener Hose)

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 2)

31. Oktober 2018

Köln erinnert mich stark an Berlin. Es gibt hier ebenfalls Baustellen. Breche meine Besichtigungstour nach 5 Minuten bereits ab. Kennste eine Stadt, kennste alle. Im vietnamesischen Restaurant ‚Bonjour Saigon‘ einen Curry-Topf gegessen, also den Inhalt. Danach versucht zu schlafen, bloß ohne Erfolg. Das setzte sich abends fort, also das mit dem Erfolg. Beim Poetry-Slam ‚Reim in Flammen‘ kam ich in meiner Vorgruppe auf einen beachtenswerten dritten Platz, von drei Teilnehmern. Dieses Kölsch schmeckt übrigens genauso wie jedes andere Bier, oder meine Geschmacksnerven sind komplett hinüber. Weigere mich vom Gewinner-Whisky zu nippen, bin schon ein arrogantes Arschloch. Nachts noch Sarah Bosetti getroffen und mich sehr gut unterhalten. Im Bett fühle ich mich wie Angela Merkel. Ich kann sie so gut verstehen.

Tipp für heute: Sich wie Angela Merkel fühlen.

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 1)

30. Oktober 2018

Im Zug nach Köln gibt es kein W-Lan. So kann ich einfach nicht arbeiten. Vetreibe mir deshalb die viereinhalbstündige Fahrt mit Wehklagen über meine Hämorrhoiden-Schmerzen. In Köln ist die U-Bahn eine Straßenbahn, welche, zumindest in der Innenstadt, Schritttempo fährt. Erreiche den Auftritts- und Übernachtungsort ‚Die Wohngemeinschaft‘ kurz vor knapp. Zwei mal eine Stunde lesen wir, Laander Karuso, Josephine von Blütenstaub und ich, vor zwei verschiedenen Publikumsen. Bier gibt es in den typischen Reagenzgläsern. Drollig. Anschließend Kichererbsen mit Reis. Verbringe die Nacht damit, das Pupsen zu unterdrücken, weil ich nicht alleine auf dem Zimmer bin und mich für meine innere Verwesung schäme. Am nächsten Morgen regnet es. In Berlin werden angeblich 21 Grad erwartet. In Köln 7. Die Natur ist nicht gerecht, jedenfalls nicht nach menschlichen Maßstäben.

Heute: Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld, 20 Uhr: ‚Reim in Flammen‘ Poetry-Slam mit Josephine von Blütenstaub, Andy Strauß, Laander Karuso und mich u.a.

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Nun mache ich auch noch die Sterne für unsere Dummheit verantwortlich

29. Oktober 2018

Eine Weile lang habe ich ja gedacht, die Menschen lernen nicht aus der Geschichte, wenn sie brutale Nationalisten wieder an die Spitze ihrer Länder wählen, ob nun in Ägypten oder den Philippinen. Mittlerweile bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Vielleicht wollen die Menschen ja auch, dass sich die Geschichte wiederholt. In Brasilien jedenfalls nahm der Faschist Bolsonaro kein Blatt vor den Mund, kritisierte die Militärdiktatur seines Landes lediglich dafür, dass sie zu wenige Menschen erschossen hätte. Trotzdem gewann er die Stichwahl und ganz sicher werden sich die Wirtschaftsbeziehungen der USA und auch der BRD zu dem südamerikanischen Land nun eher intensivieren. Stürzen wir weltweit etwa gerade in ein neues Mittelalter? Ich hoffe nicht, denn dann stünde meine heute beginnende ‚Große Rheinland Tour 2018‘ unter einem wahrlich schlechten Stern.

Heute: Köln, Die Wohngemeinschaft-Theater, 19:30 Uhr: ‚Die Wohngemeinschaft liebt Reim in Flammen‘ mit Josephine von Blütenstaub, Laander Karuso und mich (zwei Shows hintereinander!)

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Geschafft (danke, Herr Juncker!)

28. Oktober 2018

Ich hoffe, ihr habt alle schön reingefeiert, in die letzte Zeitumstellung. Jedenfalls in die vorläufig letzte. Ich habe mir auf jeden Fall den Wecker gestellt, um dann die Uhr wirklich genau Punkt 3 eine Stunde zurück stellen zu können, auf die dann wieder herrschende Mitteleuropäische Zeit, die, laut eines Leserbriefschreibers der Sächsischen Zeitung vorher bereits tausende Jahre geherrscht hat. Ja, ja, da kann man diesem Mann nur zustimmen. Die Mitteleuropäische Zeit wurde ja bereits kurz nach der Bronzezeit eingeführt, wie wir wissen. Oder nach der Steinzeit? Egal. Hauptsache die Tiere können jetzt wieder um dieselbe Uhrzeit aufwachen wie früher. Und vergesst mir nicht die Pflanzen. Für die war das ebenfalls ein ganz schöner Stress.

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr (für Fans der Sommerzeit 21 Uhr): Reformbühne Heim & Welt ‚Großer Zeitumstellungsabend‘ mit Heiko Werning, Jakob Hein, Jürgen Witte, Falko Hennig, Gott und mich, sowie den zeitlosen Superstargästinnen Frank Klötgen (München) und Le-Thanh-ho (Königin der Lieder)

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