{"id":3249,"date":"2013-05-07T13:19:44","date_gmt":"2013-05-07T12:19:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ahne-international.de\/?p=3249"},"modified":"2013-05-08T17:33:42","modified_gmt":"2013-05-08T16:33:42","slug":"schwaben-find-ick-jut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ahne-international.de\/?p=3249","title":{"rendered":"Schwaben, find ick jut"},"content":{"rendered":"<p>Hei\u00df her geht es zur Zeit ja mal wieder um die so genannte Schwabenfeindlichkeit der Berliner. Jemand hat in der N\u00e4he der Synagoge in der Rykestra\u00dfe &#8222;Kauft nicht beim Schwab&#8217;n&#8220; an eine Hauswand geschrieben und seit Monaten soll angeblich ein Flugblatt kursieren, wo die Separierung von Schwaben (unter anderem) im Prenzlauer Berg gefordert wird. So weit, so schlimm. Dass diese N\u00e4he zur Agitation der Nazis gegen Juden unbewusst besteht, kann mir niemand erz\u00e4hlen. Die Frage muss gestellt werden, ist das nur die Spitze eines Eisberges? Und da wage ich es zu widersprechen. Schwabenfeindliche Spr\u00fcche an H\u00e4userw\u00e4nden gibt es seit L\u00e4ngerem im Prenzlauer Berg, &#8222;T\u00f6tet Schwaben&#8220;, &#8222;Schwaben raus&#8220;, &#8222;Schwabe verpiss dich&#8220;, sie sind aber fast alle , ablesbar an der Handschrift, von ein und demselben gefertigt worden, das K\u00fcrzel &#8222;TSH&#8220; prangt oft \u00fcber oder unter dem Schriftzug. Ob das nun &#8222;The Schwaben Hasser&#8220; oder &#8222;The Schwaben Hater&#8220; oder doch &#8222;Torsten-Stefan Hummelb\u00e4r&#8220; hei\u00dft, wei\u00df ich nicht, ist mir aber auch Wurscht. Ich denke er ist ein ziemlich verwirrter Schwachkopf, k\u00f6nnte nat\u00fcrlich auch eine Sie sein, aber es f\u00e4llt mir schwer daran zu glauben. Das Flugblatt dagegen, wie auch die Sp\u00e4tzleattacken gegen das Kollwitz-Denkmal und die symbolische Umbennung diverser Stra\u00dfen in G\u00e4ssle etc. scheinen mir eher aus einer anderen Ecke zu kommen, n\u00e4mlich von Leuten, welche die Schwabenfeindlichkeit satirisch auf &#8217;s Korn nehmen wollen. Durchaus lustig, wie im Falle der Nudeln, sarkastisch-b\u00f6se im Falle des Flugblattes. Hintergrund des Bashings von Schwaben war ja mal die Gentrifizierung des Prenzlauer Bergs, die Verdr\u00e4ngung von einkommensschwachen Bev\u00f6lkerungsgruppen durch Mietsteigerung und Zuzug von Besserverdienenden aus Schwaben aber genauso aus K\u00f6ln, Kanada oder Karlshorst gewesen. &#8222;Der Schwabe&#8220; stand dabei nie f\u00fcr die Schwaben sondern f\u00fcr &#8222;Den Reicheren&#8220;. Mittlerweile ist der Prenzlauer Berg vollst\u00e4ndig gentrifiziert. Langweilig, sauber, kinderfreundlich. Menschen, die um die Urbanit\u00e4t Berlins besorgt sind, m\u00fcssten eigentlich fordern, dass &#8222;Schwaben&#8220; nach Prenzlauer Berg ziehen, um andere Stadtteile noch ein Weilchen zu schonen. Eine wirksame Ma\u00dfnahme gegen Gentrifizierung und Fremdenfeindlichkeit w\u00e4re \u00fcbrigens der Bau von Asylbewerber- und Obdachlosenwohnheimen sowie Sozialwohnungen inmitten prosperisierender Stadtteile, jedoch bringt das ja kein Geld, die baut man weiterhin lieber am Stadtrand, dort wo sich die Probleme ohnehin ballen.<\/p>\n<p>Heute: Berlin, Humboldt-Universit\u00e4t, 19 Uhr: <a href=\"http:\/\/www.hu-berlin.de\/ueberblick\/geschichte\/verbranntes-wissen\/veranstaltungen\/lesezeichen-10.-mai-2013-verbranntes-denken\" target=\"_blank\">Veranstaltung zur B\u00fccherverbrennung 1933<\/a> mit u.a. Benno Kolloska, Ivo Lotion und mich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hei\u00df her geht es zur Zeit ja mal wieder um die so genannte Schwabenfeindlichkeit der Berliner. Jemand hat in der N\u00e4he der Synagoge in der Rykestra\u00dfe &#8222;Kauft nicht beim Schwab&#8217;n&#8220; an eine Hauswand geschrieben und seit Monaten soll angeblich ein Flugblatt kursieren, wo die Separierung von Schwaben (unter anderem) im Prenzlauer Berg gefordert wird. 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