Corona-Tagebuch 227

3. Februar 2021

Es fällt mir schwer nach der Lektüre von Querdenker-Beiträgen nicht in einen Abwehrreflex zu verfallen. Der kritische Blick ist ja trotzdem wichtig. Auch wenn mir durchaus manchmal der Kragen platzt, wenn Querdenker ständig wiederholen, „die Stimmung kippt“, immer mehr Menschen würden „den Politikern“ nicht trauen oder den „Systemmedien“. Das behaupten sie seit Beginn der Pandemie, wäre es tatsächlich so, müssten mittlerweile alle (mehr als alle?) auf ihrer Seite sein und das ist ja zum Glück nicht der Fall. Nach wie vor handelt es sich um eine extreme, wenn auch besonders sendungsbewusste, Minderheit. Zahlen, Umfragen, Studien können jene Menschen nicht erschüttern, die sind schließlich alle manipuliert, es sei denn, zufälligerweise passt etwas in ihr Argumentationsschema, dann, ja dann ist das natürlich die berühmte Ausnahme. Wissenschaftlern der zyprischen Universität von Nikosia zufolge spielen saisonale Wetterbedingungen eine unterschätzte Rolle beim Verlauf der Corona-Pandemie. Sie erweiterten ein klassisches Ausbreitungsmodell zum Pandemieverlauf um einen Index, der Luftfeuchtigkeit, -temperatur sowie Windgeschwindigkeit berücksichtigt. Jene Faktoren bestimmen demnach beispielsweise, welche Erregerkonzentration winzige Speicheltröpfchen aufweisen, wie lange sie sich in der Luft halten und wie weit sie sich ausbreiten können. Ihrer Ansicht nach sind Corona-Maßnahmen nur nützlich, „um das Entwicklungstempo der Gesamtzahl neuinfizierter Personen zu verlangsamen“. Forscher Dimitris Drikakis im Fachmagazin ‚Physics of Fluids‘: „Nationale Lockdowns oder groß angelegte Lockdowns sollten nicht auf kurzfristigen Vorhersagemodellen basieren, die die Auswirkungen des jahreszeitlich bedingten Wetters ausschließen.“ Nach Tests auf Antikörper soll in der Ukraine bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit Corona infiziert gewesen sein, teilte die Laborkette ‚Sinewo‘ mit. Das Gleiche gilt nach ähnlichen Untersuchungen für die Bevölkerung der indischen Hauptstadt Delhi. Weiter zurück gehende Infektionszahlen melden unter anderem Deutschland, Russland und die USA. Österreich erlaubt ab Sonntag wieder öffentliche Gottesdienste. Rumänien öffnet ab Montag die meisten Kindergärten und Schulen. In Bremen bekommen alle Menschen ab 16 fünf FFP-2-Masken kostenlos zugeschickt. Damit soll nach Aussage von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhardt (Linke) sichergestellt werden, dass sich jeder unabhängig der finanziellen Möglichkeiten ausreichend schützen kann. In Berlin gilt künftig die Maskenpflicht auch in Autos, ausgenommen sind der Fahrer und, bei Fahrten im privaten PKW, die Mitglieder des eigenen Haushalts. Dänemark will einen digitalen Ausweis mit Corona-Impfdaten entwickeln. Der deutsche Ticketverkäufer CTS Eventim möchte die Teilnahme an künftigen Konzerten und Veranstaltungen an eine Corona-Impfung binden, Chef Klaus-Peter Schulenberg in der ‚Wirtschaftswoche‘: „Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen.“ Im thüringischen Eisenach ist eine Stadtratssitzung unterbrochen und schließlich vertagt worden, weil sich jeweils 4 Stadträte von NPD und AfD weigerten eine Maske aufzusetzen. Böse Kinder! Neuseeland lässt den Impfstoff von Biontech/Pfizer zu, Mexiko den Impfstoff  ‚Sputnik V‘. Begonnen zu impfen haben die palästinensischen Gebiete. China liefert 10 Millionen Impfdosen an Entwicklungsländer. Tansanias Regierung hingegen möchte gar keine Impfstoffe. Das Land sei sicher, sagte Gesundheitsministerin Dorothy Gwajima und empfahl der Bevölkerung das Inhalieren von Wasserdampf um Viren abzutöten. Seit April wurde die Zahl der Infektionen dort nicht mehr aktualisiert. Über 100 Covid-19-Tote melden die Komoren, über 200 Ruanda, über 400 Mocambique, über 800 Malaysia, über 6.000 Japan, über 445.000 die USA. Die Maskenpflicht hat eine Fahrkartenkontrolleurin in Hessen vor einer Bisswunde bewahrt. Wie die Bundespolizei in Frankfurt am Main mitteilte, habe ein unbekannter Mann die 63-jährige am Montagabend bei einer Kontrolle versucht in den Arm zu beißen, dabei jedoch vergessen, dass er eine Maske trug. Er flüchtete nach der Attacke, als der Zug in den Bahnhof Wächtersbach einfuhr.

Tipp für heute: Einen Taschenspiegel mit sich führen.

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