Der Egoist

2. April 2026

Habe ein Zwiegespräch mit Gott zum Wal in der Ostsee geschrieben und hoffe nun, dass er mir die Freude macht und noch ein wenig durchhält. Bis Sonntagabend? Furchtbar, oder? Bin ich ein schlechter Mensch, beziehungsweise ein gewöhnlicher Mensch, stelle persönliche Interessen allen voran. Dabei wäre es für den Wal walscheinlich (großer Gott, ist das schlecht) besser, sein Leiden nähme schnell ein Ende. Doch was weiß ich? Vielleicht leiden Wale ja gerne? Wir sehen immer alles nur aus unserem menschlichen Blickwinkel. Ringeltauben zum Beispiel versuchen Frühjahr für Frühjahr von neuem auf unserem Aluminium-Fensterbrett ein Nest zu bauen, platzieren fortwährend Zweiglein dort, die der Neigung geschuldet direkt wieder hinunterrutschen, zurück auf die Erde fallen. Erst zwei Wochen später (circa) geben sie auf und bauen das Nest, wie die Jahre zuvor, im Blumenkasten. Jahr für Jahr auf ’s Neue schlage ich mir mit der flachen Hand vor den Kopf, denke: ‚Wie dumm kann man sein?‘ Und dann höre ich eine Rede des bösen Möhrenmannes, Präsident des noch immer mächtigsten Landes von uns Menschen, und ertappe mich beim Gedanken, die Tiere würden, dächten sie in ähnlichen Kategorien wie wir, wohl dasselbe von uns behaupten, mindestens.

Tipp für heute: Mal ausprobieren, vielleicht bereitet es Freude Zweiglein auf einer abschüssigen Fläche zu platzieren?

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