Journalistenbashing is auch nich grade unpopulistisch aba wat willste machen

18. April 2012

Was für ein merkwürdiges Spiel, dass viele Journalisten der sogenannten bürgerlichen Zeitungen da spielen. Eine Partei hochzuschreiben um sie dann wieder zerstören zu können. Oder auch umgekehrt. Nachdem die FDP quasi schon tot war wird sie nun seit einigen Wochen von der Presse wiederbelebt. Man gibt ihr bereitwillig Raum, führt respektable Interviews und vermeidet Attacken, als ob man sich besonnen hätte, dass man die ja doch irgendwie brauchen würde, und sei es nur als Fußabtreter für kommende Schlammschlachten. Dasselbe bloß andersherum mit den Piraten. Keine Ahnung wer es nicht verwunderlich fand, dass so lange die wirklich offensichtlichen Schwächen dieser Partei nicht behandelt worden sind, vielleicht ja weil man mal gucken wollte in welche Höhen man eine solche politische Kraft aus dem Nichts heraus katapultieren könnte? Jetzt plötzlich aber entdecken das alle gemeinsam. Huch, der hat ja gar keine Kleider an, der Kaiser! Guckt doch mal! Seht! Vom Spiegel über Süddeutsche, Berliner Zeitung etc pp. Vermutlich werden wir bald von einer neuen Lust auf die alten Volksparteien lesen können. Nur bei den Linken, da bleibt der Tenor seit Jahren gleich. Da sind die bevorzugten Verben: verharren, bezweifeln, vermeiden, intrigieren, aufgeben, verlieren, überaltern, abwenden, spalten, bekämpfen, verkennen, verlassen, versagen undsoweiter. Interessant für Studenten der ideologischen Kriegsführung.

Tipp für heute: Darauf hoffen, dass diese Journalisten nicht mal wieder eine rechtsradikale Bewegung „ganz interessant“ finden.

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Ein Kommentar zu “Journalistenbashing is auch nich grade unpopulistisch aba wat willste machen”

  1. 01

    Bei aller Parteienaversion verharre ich auch lieber bei meinen zwei bis drei Hauptwidersprüchen — statt irgendwelcher Modethemen. Vielleicht macht proletarische Herkunft insofern doch ein bisschen konservativ?

    generator am 19. April 2012 um 20:36

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