Olympia?

11. März 2015

Heinz Buschkowsky hat ja neulich in der Berliner Zeitung behauptet, die eingeborenen Berliner würden folgendermaßen über Olympia denken: „Wenn die Welt eben will, dann soll sie ruhig kommen und bei uns ein bisschen Olympia lernen. Wir werden sie gebührend empfangen und zeigen, wie man das so macht.“ Ich bezweifel ja überhaupt nicht, dass es solche eingeborenen Berliner gibt, die so denken, es gibt schließlich auch Säugetiere, die fliegen können und fleischfressende Pflanzen, aber typisch für einen eingeborenen Berliner sind solche Aussagen meiner Meinung nach absolut nicht, denn der gewöhnliche Berliner begegnet diversen Großereignissen normalerweise mit zumindest verbal zur Schau gestelltem Desinteresse. „Olympia? Jibs dit noch?“ oder „Wenn Olympia kommt, sind doch bloß wieda die S-Bahnen so voll“ oda „Ick jeh Sonntach zun Dart, bei Inge und Güntha, da is dit Bier nich so teua“ dürften eher zu erwartende Statements sein. „Wir werden sie gebührend empfangen und zeigen, wie man das so macht“ klingt für mich vertraut nach DDR-Propaganda-Jargon, die versuchten sich ja auch immer mit angeblicher Berliner Schnauze zu schmücken. Wie dies um das Jahr 1936 herum gewesen ist, weiß ich nicht, Gnade der späten Geburt.

Tipp für heute: Olympische Spiele an Ottendorf-Okrilla vergeben.

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