Betrübt belustigt
14. Januar 2017
Ein wenig enttäuscht bin ich immer, wenn Schneeflocken herab rieseln, die aufgrund zu hoher Temperaturen nicht auf dem Boden liegen bleiben können. Nichts aber wiegt diese Enttäuschung im Vergleich zu jener im Antlitz eines Kindes, welches ich heute auf dem Wege zum Bäcker in der Zionskirchstraße erblickte. Er trug einen Schlitten in seiner Hand, musste ihn tragen, da sich nur in der Luft Schnee befand. Dieser schmolz auf seinem Gesicht und lief ihm die Wangen herunter, also nehme ich mal an. Kurz darauf allerdings fand sich bereits wieder ein Grund zum Schmunzeln. Vor mir in der Schlange beim Bäcker stand eine gutsituiert aussehende Frau, die, als sie an der Reihe war, fragte: „Dieses Brötchen dort, was ist das?“ Die Verkäuferin antwortete: „Das ist ein Zimtsplitterbrötchen.“ Sie darauf: „Ja, das hätte ich gerne. Und dann noch ein Mohnlaugenbrötchen.“ „Das hier?“ „Ist das ein Mohnlaugenbrötchen?“ „Nein, das ist ein Mohnbrötchen.“ „Und das dort?“ „Das ist ein Mohnhörnchen.“ „Ein Laugenhörnchen?“ „Nein, ein Mohnhörnchen.“ „Und dieses?“ „Das hier?“ „Nein, das dort.“ „Das?“ „Ja, das.“ „Das ist ein Mohnzopf.“ „Gut. Dann nehme ich nichts weiter.“
Heute: Berlin, Kookaburra, 20 Uhr: ‚Wir schaffen das schon‘ (Ahne liest, singt und trinkt) mit neuen Texten, alten Schlagern und Gott
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