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Liebe Nürnberger Zeitung

24. November 2017

Es mag ja angebracht sein, wenn man jetzt bei dem Erwähnen eines Jahrzehntes nicht mehr automatisch davon ausgeht, dass der Leser schon wissen wird um welches Jahrhundert es sich dabei handelt, doch sollte man eventuell  noch mal kurz Korrektur lesen, sonst kann es passieren, dass jemand wie Sven Regener verdächtigt wird, die simpelsten Rechenaufgaben nicht zu beherrschen. Vorgestern in deinem Blatt (Gedächtnisprotokoll): „Die Kulturszene im Westberlin der 1880’er Jahre war schon sehr wild, lag aber vielleicht auch daran, dass ich damals noch 35 Jahre jünger war.“

Heute: Leipzig/Pleiße, Moritzbastei, 20 Uhr: ‚Schockstarre Zukunft‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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Poesie zum Träumen (116)

22. November 2017

Ton Steine Erben

Uhren kaufen,

Autos kaufen,

Fabriken kaufen,

Menschen kaufen

Menschen laufen,

Motoren laufen,

Verträge laufen,

Rinder schnaufen,

Kinder taufen,

Bier saufen

und wenn Mutti sich nich irrt,

fahrick heut nach Fürth

Heute: Fürth/Franken, Kofferfabrik, 20 Uhr: ‚Schockstarre Zukunft‘ (Ahne liest, singt und trinkt)

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Aufgelesen

19. November 2017

In der Nähe von Finsterwalde, in Plinzdorf, wenn ich das recht in Erinnerung habe, legt jemand seit gewisser Zeit wöchentlich immer wieder ein Pfund frisches Hack (Hackfleisch, für diejenigen, die den Begriff nicht kennen) auf die Gleise. Es sollen sich schon Menschen die Frage gestellt haben: Warum? Ich finde, diese Frage heutzutage nun wirklich überholt.

In Dessau durfte ich erfahren, dass, wenn man beim Amt beschäftigt ist, dass man dort zu seinem 50. Geburtstag immer einen ausgegeben bekommt. Überlege deshalb, mich in den nächsten Wochen beim Amt zu bewerben, muss ja nicht für lange sein. Gibt es da eigentlich auch Jobs, wo man, äh, eine ruhige Kugel schieben kann?

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Jürgen Witte, Falko Hennig, Jakob Hein und mich, sowie den legendärsten Superstargästen dieses und der vergangenen Jahrtausende: Mandana (hat heute Geburtstag!) und Sedlmeir (Rock’n’Roll)

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Aber die Polikliniken…

18. November 2017

Meine Tochter hat mir eine Entspannungsübung gezeigt. Man solle im Sitzen den Kopf nach vorne hängen lassen, ihn dann nach rechts drehen, dann wieder nach vorne, dann nach links drehen, wieder nach vorne, wieder nach rechts und immer so weiter. Als ich ihn mal nach hinten drehte, verbot sie mir dies, weil ihre Sportlehrerin und ihre Yogalehrerin, beide hätten gesagt, es sei gefährlich. Als ich daraufhin erwiderte, wir hätten früher immer den Kopf kreisen lassen und da sei nie was passiert, antwortete sie: „Ja, Papa, bei euch vielleicht, in der DDR.“ ‚In der DDR‘ scheint mittlerweile das zu sein, was früher mal ‚vor dem Krieg‘ hieß.

Heute: Dessau, Schwabehaus, 20 Uhr: ‚Schockstarre Zukunft‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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Worte sind Waffen

15. November 2017

Das Militär hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über den Staat in Simbabwe übernommen. Es handle sich jedoch nicht um einen Militärputsch, betonte laut tagesschau.de Generalmajor Sibusiso Moyo. Ah ja!

Heute: Finsterwalde/Niederlausitz, Gemeindehaus Arche, 19 Uhr: ‚Schockstarre Zukunft‘ (Ahne liest, singt und trinkt)

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Rheinsberger Tagebuch (19)

14. November 2017

Es hat zum ersten Mal gefroren, draußen. Jedenfalls habe ich es zum ersten Mal wahrgenommen. Die Pfützen auf dem Hofe des Marstall-Geländes sind mit einer dünnen Eisschicht überzogen. Ich freue mich darüber, wie ein Kind. Meine Arme verkrampfen und ich zittere am ganzen Körper, eine spastische Behinderung (wie ich sie nenne) mit der ich aber mittlerweile gut leben kann. Wir wollten ja eigentlich mal eine Anthologie herausgeben, mit unseren leichten bis mittleren Behinderungen. Fast jeder an den Berliner Lesebühnen hätte einen Beitrag dazu abliefern können. Von Schwerhörigkeit, über die Folgen einer Kinderlähmung, leichtere Formen von Autismus, Depressionen, Blindheit, Schuppenflechte, Alkoholismus, Hepatitis C, antisozialem Verhalten, ja, sogar Legasthenie, es war fast alles vertreten, was man sich überhaupt vorstellen kann. Ein Zukunftsprojekt? Möchte mich nicht erneut jemand als Stadtschreiber einstellen, damit ich an die Realisierung dieses Projektes mich heranwagen kann? Eisenhüttenstadt? Leverkusen? New York? Letzte Woche hatte ich eine Lesung in der von Rheinsberg nicht weit entfernten Kreisstadt Neuruppin. In der Fontane-Buchhandlung. Da war ich überrascht, positiv überrascht, von den vielen Leuten, die eine sehr gute Stimmung verbreiteten. Und das, obwohl zeitgleich der Martini-Markt stattfand, eine Art Oktoberfest im November, mit viel Glitzer und halsbrecherischen Fahrgeschäften, nicht zu vergessen Freund Alkohol. Danke, Neuruppin! Ich komme gerne wieder. In Rheinsberg haben die Kraniche das Zepter übernommen, zumindest in der Luft. Sie verbreiten einen ungeheuren Lärm. Normalerweise müssten sie um diese Zeit ja bereits in den Süden geflogen sein, Spaniens Eichenwälder leerknabbern, aber dank des nicht stattfindenden Klimawandels bleiben viele jetzt auch über den Winter. Am 18.11. findet die Kneipenmeile in Rheinsberg statt. Leider muss ich dann in Dessau weilen. Was heißt leider? Ich darf im Schwabehaus auftreten und im Bauhaus schlafen. Huch, jetzt verkrampfen sich meine Arme schon wieder.

Tipp für heute: Ruhig ein wenig mit der eigenen Behinderung prahlen.

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Weckruf

12. November 2017

Die so genannten „Wirtschaftsweisen“ fordern eine Änderung der Arbeitszeitgesetze, unter anderem die Abschaffung des 8-Stunden-Tages. Prima, dachte ich mir, 8 Stunden Arbeit am Tag sind ja auch wirklich viel zu viel. Das ist doch überhaupt nicht mehr angepasst an unsere moderne Welt, mit ihren vielen Möglichkeiten, den Maschinen, Robotern, der ganzen Automatisierung, pipapo. Flexibel müsste es zugehen. Sagen wir, Menschen, die 6 Stunden am Tag arbeiten möchten, denen sollte das ermöglicht werden, aber auch drei oder null Stunden sind doch längst keine Utopie mehr, heutzutage. Für wen, wenn nicht für den Menschen soll die Technik denn arbeiten? Doch denkste! Das sehen diese „Wirtschaftsweisen“ ganz anders. Bei ihnen arbeitet die Technik nämlich nicht für den Menschen, sondern Mensch und Technik gemeinsam für die Gewinnmaximierung und der Gewinn, oder anders ausgedrückt der Profit, ist eben jene Heilige Kuh, der sich alles andere unterzuordnen hat. Tschuldigung, liebe Kühe, ihr könnt nichts dafür. Die „Wirtschaftsweisen“ fordern, man müsse auch länger am Tag arbeiten können, eben auch nach Feierabend und vor dem Aufstehen, beim Kacken und während man stirbt. Also, das haben sie nicht wortwörtlich so gesagt, aber gemeint. Und wie ich unseren momentanen rückwärtsgewandten Zeitgeist so einschätze, wird es sicher auch so kommen. Hallo! Menschheit! Du könntest langsam mal wieder aufwachen!

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Heiko Werning, Jürgen Witte, Falko Hennig und mich, sowie den aufgewecktesten Superstargästen dieser Galaxie Masha Potempa (intelligente Pop-Songs) und Gregor Mothes (TITANIC)

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Sinnsprüche aus dem Freudenhaus

11. November 2017

Ein Moment ist die Zeit zwischen Leben und Sterben.

Heute: Berlin, Alte Kantine, 20 Uhr: Kantinenlesen mit Clint Lukas, Manfrad Maurenbrecher, Andreas Scheffler, Jakob Hein und mich

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Neues aus dem Prenzlauer Berg

9. November 2017

Heute, gesehen auf einem Schild in der Fehrbelliner Straße: „Foccacheria bitte Eingang benutzen“. Gut, wenn man mal drauf hingewiesen wird.

Heute: Berlin-Tempelhof, UFA-Fabrik (Variete-Salon), 20 Uhr: ‚Schockstarre Zukunft‘ (Ahne liest, singt und trinkt) im Rahmen der Kabarettwoche ‚Ausgeschlafen‘

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Andern auf die Sprünge helfen

8. November 2017

Schön, wenn man früh aufwacht, den Computer anmacht und erfährt, dass man mittlerweile einen neuen Job hat, von dem man bisher gar nichts wusste, nicht einmal, dass man sich überhaupt für diesen Job beworben hatte. Danke, kulturblogberlin.de. Ich bin scheinbar jetzt Moderator bei Radio Eins. Somit gehören meine Geldsorgen wohl der Vergangenheit an. Aber was heißt schon Geldsorgen, hey, so ist das nun einmal, wenn man sich andauernd viel zu teure Sachen kauft. Der Goldbrokatimantel mit Digitalanzeige hätte ja nun wirklich auch nicht sein müssen, oder? Obwohl, macht schon was her, irgendwie.

Heute: Neuruppin, Fontane-Buchhandlung, 19 Uhr: ‚Schockstarre Zukunft‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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