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Tourtagebuch Sachsen-Tour 2016 V

24. Mai 2016

Im Regionalexpress nach Potsdam will eine taube Frau (wirklich taub) einen Mann mit Migrationshintergrund und Kleinkind nicht neben sich sitzen haben. Biete ihm den Platz neben mir an. Jeden Tag eine gute Tat. Im KUZE bei schwülem Wetterchen etwa 30 Menschen, die mir zuhören wollen. Danach darf ich 5 Plakate tätowieren und 4 Bücher. Zurückzu zürnt ein Gott, den ich nicht kenne, vom Himmel. Es blitzt und kracht. Und dann schüttet es Bindfäden. In der S-Bahn Richtung Wannsee sitzen 3 Jungbankerpinguine ein Abteil weiter. Sie sind anscheinend ziemlich drauf. Der Eine brüllt: „Ey, die kaufen jetzt Monsanto, weißt du? Und weißt du für wieviel? Für 62 Milliarden, Alta! 62 Milliarden! Und die gehen nicht mal an ihr Stammkapital ran. Die geben einfach neue Aktien aus. Schmeißen richtig viele neue Aktien auf den Markt. Alta, das is so geil! Ha ha, so viel zum Thema AG. Ich brauch Koks. Seit ich Drogen kenne, liebe ich sie.“ Hmm. Vielleicht üben sie auch bloß, für einen Spielfilm. Heute endet übrigens die zweite Etappe meiner Sachsen-Tour mit dem angeschlossenen Funkhaus Berlin. Die dritte und letzte Etappe der Sachsen-Tour startet und endet dann nächste Woche in Thüringen.

Heute: Berlin, Buchhandlung Ocelot, 20 Uhr: Voland & Quist Literatursalon ‚Ab heute fremd‘ (Ahne liest, singt und trinkt)

P.S.: Habe soeben die Mitteilung erhalten, dass ab sofort das Jahrhundertwerk ‚Ab heute fremd‘ auch als E-Book (Elektro-Buch) in den Shops (Läden) erhältlich ist.

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Tourtagebuch Sachsen-Tour 2016 IV

23. Mai 2016

Nach einer kurzen Unterbrechung setze ich heute meine Sachsen-Tour 2016 fort und zwar mit dem angeschlossenen Funkhaus Potsdam. Potsdam liegt zwar gar nicht in Sachsen, aber was soll ’s. Amerika liegt schließlich auch nicht in Asien und trotzdem werden die indigenen Völker dort Indianer genannt. Was habe ich heute getan? Ich war lange im Bett, trank dann einen Kaffee und lernte bei meiner Meisendoktorin, dass ich eine Reparationsstörung habe. Vielleicht nannte sich die Störung auch anders, weiß ich nicht mehr genau. Bin auf jeden Fall stolz. Ich habe eine Störung. Endlich! Hurra!

Heute: Potsdam, KUZE, 20 Uhr: Voland & Quist Literatursalon ‚Ab heute fremd‘ (Ahne liest, singt und trinkt) Eintritt frei!

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Sätze seltsamer Schönheit (105)

22. Mai 2016

„Ich hatte mäßig viel zu leiden aber unfassbar viel Spaß.“ (Doreen, Leipzig)

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jürgen Witte, Heiko Werning, Jakob Hein, Falko Hennig und mich, sowie den unfassbar intelligenten Superstargästen Lea Streisand und Tilman Birr (Wetter ist keine Ausrede für Nichterscheinen)

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Auf hunderttausendfachen Wunsch (62)

20. Mai 2016

Hier die Spielliste meines gestrigen Liedermachermagazines.

  1. Erstes Wiener Heimorgel Orchester feat. Ronnie Urini – Niemand hilft mir
  2. Sven van Thom – Woanders ist auch nicht schön
  3. Dirk von Lowtzow – Fuck you Frontex
  4. Kinderzimmer Productions feat. Radio Symphonie Orchester Wien – Sie kriegen uns nie
  5. Ulrich Zehfuss – Als das Leben noch nicht losgegangen war
  6. Ti-Tho – Elefantenjäger
  7. Le Kanin – Schön in rosa und rot
  8. Sebastian Krämer und die GELEGENTLICH auftretenden Schwierigkeiten feat. Lumos Quartett – Alpo der Waldgeist
  9. Jan von Im Ich feat. Andreas Gläser – Ich höre Nachbarn beim Sex zu
  10. Isolation Berlin – Herz aus Stein
  11. Woody Guthrie – Dust Pneumonia Blues
  12. Kofelgschroa – Wäsche
  13. Bejarano & Microphone Mafia – Tränen rot wie Blut

Tipp für heute: Wechselschlüpfer sind auch nicht verkehrt.

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Tourtagebuch Sachsen-Tour 2016 III

20. Mai 2016

Beim Frühstück im Leipziger Hotel bespritzt mich ein kleines Kind mit ein wenig Babybrei. Süß! Zum Glück habe ich noch eine Ersatzhose mit. 23 Grad. Mittelschwül. Gefahr von Tornados (besteht nicht!). Der Zug nach Dresden hält auch in Neustadt. Juchhu! Esse in einem sudanesischen Imbiss einen sehr leckeren ‚Sudanesischen Teller‘, wobei auf dem Teller natürlich was drauf ist, zum Beispiel eine selbstgemachte Erdnusspaste. Am Abend findet vor dem Thalia-Kino, meinem Auftrittsort, eine Demonstration gegen meinen Auftritt dort Gentrifizierung statt und  für richtige Literatur Solidarität mit Flüchtlingen. Das Thalia ist nicht voll aber trotzdem bin ich mit meinem Auftritt zufrieden. Besaufe mich deshalb mal wieder so, wie eigentlich jeden Abend. In Leipzig war Roman Israel zugegen, in Dresden ist es Max Rademann. Deutschlands Lesebühnen-Schriftsteller auf dem Weg in den Alkoholismus. Nächste Woche findet ab Montag der zweite Teil meiner Sachsen-Tour 2016 statt. Dann werden die sächsischen Metropolen Potsdam und Berlin angelaufen. Ich bin schon ganz aufgeregt.

Tipp für heute: Immer eine Ersatzhose mitnehmen.

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Tourtagebuch Sachsen-Tour 2016 II

19. Mai 2016

Wetter ist gut. Warm und feucht. Subtropisch sächsisch. Im Regionalzug von Chemnitz nach Leipzig feiert eine fröhliche Altdamenrunde den Kauf einer Waschmaschine mit einer Flasche Rotkäppchensekt. Mir wird nichts angeboten. Hätte aber auch abgelehnt, da ich 11 Uhr einen Termin beim Leipziger Studentenradio Mephisto habe. Erzähle über den Sender, dass ich mich immer mehr selbst entfremde. Reklame geht wahrscheinlich anders. Troppsdehmd ist am Abend die Hütte voll und ich verkaufe sogar ein Buch. Hey! Unter den Gästen befindet sich auch mein Cousin, der merkwürdigerweise genau dort Haare im Gesicht trägt, wo bei mir keine sprießen. Übereinandergelegt ergäben wir die perfekte Fellfresse. Nach der Lesung wird mir noch von einem gewissen Hass-Harald berichtet, der immer die ‚Karli‘ genannte Karl-Liebknecht-Straße hoch und runter läuft und Leute beschimpft. Hass-Harald heiße in Wirklichkeit Harald Obst, also bürgerlich. Interessant.

Heute: Dresden, Kino Thalia, 20 Uhr: Voland & Quist Literatursalon ‚Ab heute fremd‘ (Ahne liest, singt und trinkt)

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Tourtagebuch Sachsen-Tour 2016 I

18. Mai 2016

In Leipzig auf dem Hauptbahnhof nach Tonträgern gegrabbelt, bei so ’nem großen Elektronik-Markt. Die eine Eisenpimmel-Tribut entdeckt, sie aber nicht gekauft. Chemnitz heißt nicht mehr Karl-Marx-Stadt und scheinbar sind auch dort jetzt Flüchtlinge angekommen, das merkt man an den vielen Polizeikontrollen, die hier akribisch bei jedem Schwarzhaarigen durchgeführt werden. In der Innenstadt eine Luftballonsteigenlassenaktion zu einem Homosexuellen-und-Transgender-Aktionstag. Der Sprecher dort verkündet die AfD fordere Arschficker-Seminare. Ich verstehe das nicht. Trete abends im Atomino auf, meinem Lieblingsklub in Chemnitz. Um 19:40 Uhr bin ich noch mit den beiden sympathischen Menschen von der Buchhandlung alleine, dann aber treffen doch 30 Gäste noch ein und es wird ein angenehmer Abend, obwohl ich viele neue Texte ausprobiere, darunter auch welche, die durchaus verstörend sind. Fiedler-Bier ist lecker. Im Hotel dann Markus Lanz. Ehemaliger Seemann darf berichten, wie wild er es in jeder Hafenstadt mit den Prostituierten getrieben hat, über Kreuz mit den Kollegen, Sprung vom Kronleuchter, die Türen offen, die Mädchen werden angesteckt, sind direkt euphorisch. Das Publikum lacht. Markus Lanz auch.

Heute: Leipzig, Horns Erben, 20 Uhr: Voland & Quist Literatursalon ‚Ab heute fremd‘ (Ahne liest, singt und trinkt)

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Was würde wohl Freud dazu sagen (30) vs. Kleine Kinder sind so süß (lieb gemeint) 21

17. Mai 2016

Geträumt, da steht ein komischer Brunnen, wo drauf steht „Gebt mir Wasser, wenn ihr nicht salzig seid“. Alle Deutschen gaben ihm kein Wasser (füllten ihn nicht auf). Aber alle Ausländischen (die komischerweise auch deutsch sprachen) gaben ihm Wasser. Das Blöde war, er brauchte noch ein Glas zum Trinken. Alle Ausländischen versammelten sich gleichzeitig beim Brunnen und der sagte, dass er noch ein Glas zum Trinken brauchte. Alle rannten nach Hause um ein Glas mitzubringen. Als dann alle Gläser da waren, waren es so viele, dass der Brunnen sich nicht entscheiden konnte. Dann wählte er ein besonders Großes und wollte es in sich tunken, aber da war kein Wasser mehr drin. Es war verdunstet. Die Ausländischen holten wieder Wasser und der Brunnen trank mit seinem Glas und Wasser. J.B. 9 Jahre

Heute: Chemnitz (Karl-Marx-Stadt), Atomino, 20 Uhr: Voland & Quist Literatursalon ‚Ab heute fremd‘ (Ahne liest, singt und trinkt)

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Ist es wirklich schade drum?

15. Mai 2016

Fast untergegangen bei dem gestrigen Sieg irgendeiner Schlagerformation aus irgend einem Land beim Grand Prix de la Chanson Eurovision ist ja, dass sich auch niemand, überhaupt niemand mehr, dafür interessiert, wer eigentlich deutscher Meister im Herrenfußball geworden ist und wann eigentlich der Karneval der Kulturen stattfindet. Wir jedenfalls haben heute gerätselt wo eigentlich die Fußball-EM dieses Jahr, also 2016, stattfindet. Keiner wusste es! Kann es sein, dass das Abendland wirklich untergeht?

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jürgen Witte, Jakob Hein, Ahne und den unbestechlichen Superstargästen Michael-Andre Werner und Günter Stolarz

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Geht doch

14. Mai 2016

Endlich hat sich das Wetter mal meiner Laune angepasst, so halbwegs wenigstens. Kühl und windig. Okay, der Regen fehlt noch, strömender, lang anhaltender Dauerregen, mit ein wenig Schnee vermischt. War ja nicht auszuhalten gewesen, die letzten Tage. Oder Wochen? Diese beknackte Sonne. Diese ätzende Wärme. Diese ganzen lachenden Menschengesichter. Ich weiß, klingt bescheuert. Ein alter, hässlicher, weißer Mann, der dem Weltschmerz fröhnt. Na und? Mir doch egal.

Heute: Berlin, Alte Kantine, 20 Uhr: Kantinenlesen mit Ruth Herzberg, Kirsten Fuchs, Meikel Neid, mich und Dan Richter

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