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Corona-Tagebuch 128

22. Juli 2020

In Berlin können jetzt 6 Personen an einem Tisch sitzen und bei Veranstaltungen darf wieder gemeinsam gesungen werden, falls die „im Hygienerahmenkonzept der für Kultur zuständigen Senatsverwaltung festgelegten Hygiene- und Infektionsstandards“ eingehalten werden. Okay. Ich denke, wir verzichten bei der Reformbühne weiter darauf gemeinsam mit unserem Publikum das Abschlusslied zu singen. Bis wir heraus bekommen haben, welche „Hygiene- und Infektionsstandards“ einzuhalten sind, wird sicher noch einiges Wasser die Spree hinunter fließen. Fast ein Viertel (23,48%) der Einwohner Neu-Delhis haben laut einer Test-Studie Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt. Demnach müssten allein in der indischen Hauptstadt bereits 4,5 Millionen Menschen infiziert gewesen sein. Weitere Hoffnung also, dass das Virus nicht mehr ganz so tödlich ist. Nepal lockert nach 120 Tagen seine strengen Corona-Maßnahmen. Einkaufszentren und Geschäfte dürfen ab heute wieder öffnen, Büros ihren Betrieb wieder aufnehmen, Fahrzeuge sind auf Straßen wieder zugelassen. Schulen, Universitäten und Flughäfen bleiben zunächst geschlossen. Österreich dagegen führt die Maskenpflicht in Kaufhallen, Postämtern und Banken wieder ein. Auf der italienischen Ferieninsel Capri hat der Bürgermeister nach ausgelassenen Partys eine Maskenpflicht im Freien für das Wochenende erlassen, von 18 Uhr abends bis 4 Uhr morgens. Rekord an Neuinfektionen meldet Australien, 501 Fälle am Tag. In Bolivien schlägt die Polizei Alarm. Hunderte Leichname, von denen bei 85% Covid-19 festgestellt worden wäre, seien in den letzten 5 Tagen aus Wohnungen und von Straßen abtransportiert worden, so der Chef der Polizeibehörde Ivan Rojas. Über 100 Corona-Tote in Nikaragua, über 7.000 in Kolumbien, über 40.000 in Mexiko. Nach Einschätzung des libanesischen Gesundheitsministers droht dem Land eine dramatische Verschärfung der Lage. Mittlerweile gebe es zahlreiche Fälle, die sich nicht mehr zurück verfolgen ließen. Durch frühe Ausgangssperren und Beschränkungen war der Libanon zunächst von Corona wenig betroffen. Zum Schluss noch eine gute Nachricht. Die Berliner Waldbühne macht wieder auf. Jawohl! Am 4. September. Nach monatelanger Zwangspause wird dort endlich wieder gesungen. Zum Start dürfen wir Roland Kaiser bewundern. Statt 22.000 können nur 5.000 Fans hinein, also schnell Karten besorgen. „Santa Maria, Insel wie aus Träumen geboren, ich hab meine Sinne verloren“, oder heißt es „Sünden verloren“?

Tipp für heute: Sämtliche Hits von Roland Kaiser auswendig lernen, damit man sich am 4. September nicht blamiert.

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Corona-Tagebuch 127

21. Juli 2020

Es ist vollbracht. Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Europäischen Union haben sich auf einem Gipfel, der um ein Haar als längster Gipfel (wieso lang? sind Gipfel nicht hoch?), in die Geschichte der Gemeinschaft eingegangen wäre, 20 Minuten fehlten, auf eine Rekordsumme an Hilfsgeldern für die einzelnen Mitgliedsstaaten wegen der Corona-Pandemie geeinigt. 390 Milliarden Euro werden nun also bereit gestellt. Okay, Deutschland und Frankreich hatten 500 Milliarden gefordert, aber 390 Milliarden sind ja auch schon mal kein Pappenstiel. Das sind umgerechnet … ach, keine Ahnung, wie viel Ostmark das sind. Ich würde an Stelle der Regierungschefinnen und Regierungschefs nun aber gut überlegen, wo man dieses Geld deponiert und wem man verrät, wann man es abholen könne, denn so ein Haufen Geld lockt natürlich auch jede Menge Verbrecher an, halbseidene Gestalten, Wesen aus der Schattenwelt, Diebinnen und Diebe, Halunkinnen und Halunken. Am besten nur Personen einweihen, die schweigen können. Wie wäre es mit mir? Im Anschluss an die Öffnung der Geschäfte nach dem Corona-Lockdown in Deutschland stieg der Absatz von Fernsehern im Mai um 37% und im Juni um 21% im Vergleich zum Vorjahr. Zum ersten Mal seit Menschengedenken wird es keinen ‚Goldenen Ball‘ für den besten Fußballer der Welt geben 2020. Begründet wurde dies damit, dass viele Ligen ihre Meisterschaftssaison nicht zu Ende spielen konnten. Ach, und deshalb gibt es kein Gold, oder was? Oder steckt sich den Ball jemand ganz anderes in die Tasche? „Wenn ich Reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen.“ Wegen dieser Lappalie wird hierzulande die Widerstandsikone der Hygiene-Bewegung, Vegan-Koch Attila Hildmann, von den Bütteln des Systems gejagt. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt. Wirft ihm Volksverhetzung vor. Gar nichts darf man mehr in dieser Merkel-Diktatur sagen! Absolut gar nichts! Schluchz. Auf Flügen nach China muss man künftig einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 5 Tage sein darf. Kuba meldet zum ersten Mal seit dem 11. März keine Neuinfektion. Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaates Georgia will gerichtlich gegen die Bürgermeisterin der Hauptstadt Atlanta vorgehen, die eine Maskenpflicht anordnete und das, obwohl Präsident Trump, der sich neuerdings als „Ihr Lieblingspräsident“ vorstellt, bekannt gab, er trage jetzt ebenfalls Maske, denn: „Es gibt niemanden, der patriotischer ist als ich.“ Über 300 Covid-19-Tote in Bulgarien, über 500 in Weißrussland, über 80.000 in Brasilien. Dort haben sich auch 4 Minister und Präsident Bolsonaro infiziert, dessen Zustimmungswerte in der Bevölkerung trotz der katastrophalen Zustände steigen, nicht so stark wie die Todeszahlen, aber immerhin.

Tipp für heute: Schon mal einen Antrag auf ein Stückchen vom EU-Corona-Hilfsfond-Kuchen stellen.

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Corona-Tagebuch 126

20. Juli 2020

„Ich habe getan, was ich tun konnte, wenn es jemand besser kann, dann soll er ’s tun.“ Das steht auf dem Grabstein von Stanislaw Lem, also auf polnisch. Auf dem Grabstein von Donald Trump könnte einst jener Spruch stehen, welchen er gestern der Presse gegenüber äußerte: „Ich werde recht haben, weil ich wahrscheinlich mehr recht hatte als jeder andere.“, also auf englisch. Welcher Grabsteinspruch mir besser gefällt, verrate ich nicht. Bei Ausschreitungen nach einer Freiluft-Party auf dem Opernplatz in Frankfurt am Main warf in der Nacht von Sonnabend zu Sonntag ein Mann zwei Mülltonnen auf Polizeibeamte, unter anderem. Sind das dann eigentlich auch Proteste gegen die Corona-Maßnahmen? Widerstand 2020? Merkel-Kritiker? In Israel demonstrierten Tausende gegen die Corona-Politik der Netanjahu-Regierung, Plakate wo „Corona-Diktatur“ drauf stand wurden hoch gehalten. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Litauen verschärft wegen steigender Infektionszahlen die Einreisebestimmungen für Länder außerhalb des europäischen Wirtschaftsbereiches. In Barcelona werden wegen steigender Infektionszahlen Kinos, Theater und Diskotheken wieder geschlossen, Besuche in Pflegeheimen und Versammlungen über 10 Personen verboten. Melbourne führt die Maskenpflicht beim Verlassen der eigenen Wohnung ein. Rekordwert bei Neuinfektionen in Hongkong, 108 Fälle am Tag und in Indien, 40.425 Fälle am Tag. Leider scheint es sich bei den gestern veröffentlichten Opferzahlen aus Kirgisistan nicht um eine Falschmeldung zu handeln. Über 1.000 Covid-19-Tote mittlerweile in dem zentralasiatischen Land, über 4.000 in Indonesien, über 5.000 in Südafrika. Die chinesische Hauptstadt Peking stuft den Corona-Alarm herab. In den letzten 14 Tagen gab es dort keine einzige Neuansteckung. Acht positive Testergebnisse hingegen auf einem Gemüsehof im nordrhein/westfälischen Landkreis Borken. Um welches Gemüse es sich handelt, wurde allerdings nicht bekannt gegeben. Hoffentlich nicht Radieschen, die habe ich heute morgen noch gegessen. Und hier noch die Rubrik ‚Vermischtes‘: EU-Gipfel über Corona-Hilfen geht in den vierten Tag.

Tipp für heute: Radieschenstulle mit Salz.

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Corona-Tagebuch 125

19. Juli 2020

Weil ich wegen Corona solche Angst habe raus zu gehen.., kleiner Spaß, nein, einfach weil ich bekloppt bin, habe ich mir das Prominenten-Special der Quizshow ‚Gefragt, gejagt‘ reingezogen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich über die Hälfte der Prominenten weder vom Namen noch vom Aussehen her kenne. Alter wahrscheinlich. Mein Alter. Ein paar jedoch konnte ich noch zuordnen. Davon einige, die das übliche Beiwerk abgeben, traurige „Persönlichkeiten“ wie Boris Becker oder Verona, die nicht mehr Feldbusch heißt, sondern Poth. Verona sorgte schon früher immer für „heitere“ Momente mit Antworten, die man als naiv bezeichnen könnte, wäre man ihr wohlgewogen. Wird sie dafür eingekauft? Ihre Rolle zumindest spielt sie gut, man nimmt ihr das Dummchen durchaus ab. Gestern in der Schnellraterunde anwortete sie auf die Frage „Welcher englische Dramatiker schrieb die Komödie ‚Zwei Herren aus Verona‘?“ „Ein Italiener“, auf die Frage „Um welche Wintersportart ging es in der Serie ‚Alles was zählt‘ hauptsächlich?“ „RTL?“ und auf „Welche Farbe hatten die Hemden der DDR-Jungpioniere?“ „Kurzärmelig“. Da fügte sie dann schnell noch hinzu „Braun“, was es leider nicht besser machte. Gut, steht man unter Zeitdruck, können solche Sachen schon passieren, mein persönliches Highlight jedoch war ihre Reaktion auf die richtige Lösung der Frage „Laut dem ersten Buch Mose erschuf Gott mit allen Tieren auch die a) Seeungeheuer, b) Einhörner oder c) Zentauren?“ Richtig: Seeungeheuer. Hätte ich auch nicht gewusst, nur getippt. Ihre Reaktion: „Ein Seeungeheuer gibt es doch gar nicht.“ Über 400 Covid-19-Tote in Israel, über 140.000 in den USA, über 600.000 weltweit. Besorgniserregende Entwicklung der Opferzahlen in Kirgisistan. Dort starben bis gestern noch 173 Menschen insgesamt an dem Virus. Am 14.07. beispielsweise zwei, am 15.07. elf, am 16.07. sieben, am 17.07. sechs. Am 18.07. jedoch meldet die Johns-Hopkins-Universität siebenhundertsiebenundzwanzig Todesfälle durch Covid-19, am Tag! Bahnt sich in der ehemaligen Sowjetrepublik eine Katastrophe an? Oder sind wieder mal ein paar Zahlen durcheinander geraten. Grund dafür, dass die Briten keine täglichen Opferzahlen mehr bekannt geben wollen?

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Roman Israel und Falko Hennig, sowie den Gästen Sahara B (Kopfstand), Meikel Neid (Freund von Schippe), Masha Potempa (Lieder aus Leipzig) und Doc Schoko (Lieder aus Leidenschaft), Reservierung unter: reservierung-reformbuehne@web.de

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Corona-Tagebuch 124

18. Juli 2020

Der Städte- und Gemeindebund fordert ein Programm zur Rettung deutscher Innenstädte. Wusste gar nicht, dass die vom Aussterben bedroht sind, so wie der Feldhamster. „Viele Geschäfte müssen schließen, Kaufhausketten ziehen sich zurück“, klagt der Hauptgeschäftsführer jenes Bundes. Ach, daher weht der Wind! Nicht die Innenstädte sterben, sie veröden lediglich, beschleunigt durch die Corona-Krise, weil noch mehr Menschen nun im Internet bestellen. Zum Glück habe ich meinen Solidarbeitrag ja bereits geleistet. Ein Paar Gummistiefel, in diesem Tempel des Grauens, dem „Alexa“. Hölle, Hölle, Hölle! Heute zum ersten Mal 2020 Pilze gesammelt. Ausbeute: Null. Genau genommen habe ich also bloß versucht Pilze zu sammeln. Egal. War auch so ganz schön. Hab mich voll auf die Fresse gepackt. Bin ausgerutscht, auf einer feuchten Baumleiche, deren Stamm von Rinde geschält den Boden bedeckte, als schliefe sie nur. Lustig. Sah aber keiner. Musste auf dem Weg zum Wald den Schienenersatzverkehr nutzen. Im Bus ein großes Schild, stilisiertes Männlein, stilisiertes Weiblein (Rock!), zwischen ihnen ein Pfeil mit Spitze in beide Richtungen. Darunter stand zu lesen: „Sicherheitsabstand 1,5 Meter“. Könnte man auch falsch verstehen. Wahrscheinlich deshalb hat jemand (der Busfahrer?) schnell noch ein kleines, buntes Modell des Coronavirus drüber gemalt. In Buenos Aires wird die Ausgangssperre gelockert, nach 120 Tagen! Kleine Geschäfte dürfen wieder öffnen, Sport im Freien ist am Abend und dem frühen Morgen erlaubt, auch Industriebetriebe sollen ihre Produktion wieder aufnehmen. Teheran dagegen verschärft die Maßnahmen. Veranstaltungen und Versammlungen sind in der iranischen Hauptstadt ab morgen wieder verboten, Cafes und Teehäuser schließen, ein Drittel der Beamten muss von zuhause aus arbeiten. Muss? Das Amsterdamer Rotlichtviertel ist aus Sorge um neue Corona-Infektionen wegen des Ansturmes deutscher und belgischer „Touristen“ zur Einbahnstraße erklärt worden. Auch die Haupteinkaufsstraße ‚Kalverstraat‘ darf nur in eine Richtung belaufen werden. In Rumänien können Menschen mit ansteckenden Krankheiten dank eines neuen Gesetzes zur Isolation in Krankenhäusern oder zuhause jetzt gezwungen werden. Zuvor hatte das Verfassungsgericht beanstandet, dass hierfür jede rechtliche Grundlage fehle. Rekord an Neuinfektionen melden die USA, 77.638 am Tag. In Seagoville, im Bundesstaat Texas infizierten sich in einem Gefängnis 1.072 von insgesamt 1.798 Strafgefangenen. Über 1.000 Covid-19-Tote mittlerweile in Panama, über 2.000 in Rumänien und in Bolivien, über 4.000 in Indonesien, über 8.000 in Chile. Etwas irritiert war ich, als meine Lieblingsstatistikseite der Johns-Hopkins-Universität plötzlich eine Verdoppelung der niederländischen Todeszahlen anzeigte. 12.295 stand da gestern. Huch! Sicherlich deshalb vermeldeten einige Agenturen heute weltweite 600.000 Todesopfer der Seuche. Nun korrigierte sich jedoch die JHU. Bestimmt hat ein Praktikant Scheiße gebaut. Es sind wieder bloß 6.155 Todesopfer in den Niederlanden und 597.541 weltweit. Also bloß. Nun ja. Wie man ’s nimmt.

Tipp für heute: Pilze findest du auch in der Kaufhalle.

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Corona-Tagebuch 123

17. Juli 2020

Schlagartig fiel mir heute morgen auf, wir haben ja schon Mitte Juli. Dies lag daran, dass in der Küche so ein Abreißkalender hängt und ich den nur alle Jubeljahre mal von überflüssigen Blättern befreie. Mitte Juli. Normalerweise müsste jetzt bereits die Saison der Fußball-Bundesliga vorbei sein, aber 2020 ist ja nichts normal, Dank Corona. Wurde denn ein Meister ermittelt, 2019/2020? Hat es vielleicht mal ‚Fahrzeugtechnik Wolfsburg‘ geschafft? Oder ‚Brausepulver Leipzig‘? Oder wurde die Saison komplett anulliert? Deutschlandweit haben gestern die Bordelle auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht, mit einem ‚Tag der offenen Tür‘. Wie viele Menschen diesen nutzten, wurde nicht bekannt gegeben. Auch nicht, was die Leute dort sollten. Durch die Räume flanieren? Sich mit den Hygiene-Bedingungen vertraut machen? Mal reden? Mit Mund-Nasen-Schutz? Ein Hilfspaket von 40 Millionen Euro will der Bund, nein, nicht den Puffs, sondern den Kinos zur Verfügung stellen. Jedes Kino kann bis zu 315.000 € beantragen, um mit dem Geld Umbaumaßnahmen zu finanzieren, die helfen sollen, das Infektionsrisiko beim Kinobesuch zu minimieren. Ob Sexkinos davon ebenfalls profitieren? Nach vier Monaten Corona-Pause dürfen Kirchen in Ruanda wieder öffnen, Schulen bleiben noch bis September geschlossen. Israel verschärft seine Maßnahmen. Versammlungen von mehr als 10 Personen in geschlossenen Räumen und mehr als 20 im Freien sind wieder verboten, Fitnessstudios müssen schließen, bis auf Supermärkte und Apotheken auch sämtliche Läden, allerdings nur am Wochenende. Auch der Zutritt zu den Stränden wird verwehrt, ab Freitag kommender Woche, klingt nach einem ausgeklügelten System. Rekord an Neuinfektionen meldet Tokio, 286 Fälle und die USA, 70.254 Fälle am Tag. Bis mindestens 20. August bleiben die Grenzen der USA zu Mexiko und Kanada geschlossen. Das Kreuzfahrtverbot dort wird bis Ende September verlängert. Lockdown im indischen Bundesstaat Goa. Ab Montag gilt in Frankreich eine strenge Maskenpflicht in allen geschlossenen, öffentlich zugänglichen, Räumen. In Venezuela verhängte Präsident Maduro eine radikale Quarantäne über die Hauptstadt Caracas. Nur im Gesundheitswesen, in der Telekommunikation und im Sicherheitsdienst darf noch gearbeitet werden, der Rest der Bevölkerung muss zuhause bleiben. Gilt das auch für den Präsidenten? Und wo bekommt man eigentlich sein Fressen her? Über 400 Covid-19-Tote in Nord-Mazedonien, über 6.000 in Kolumbien, über 25.000 in Indien, über 35.000 in Italien, über 75.000 in Brasilien. 93.000 Nerze müssen auf einer Zuchtfarm in Spanien getötet werden, weil 7 menschliche Mitarbeiter dort positiv auf das Virus getestet wurden. Von den Nerzen hatten sich 87% angesteckt. Zum Glück gibt es ja keinen Gott, der irgendwann einmal Gericht halten könnte. Oder ist da etwa jemand anderer Ansicht?

Tipp für heute: Toleranz predigen.

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Corona-Tagebuch 122

16. Juli 2020

Gummistiefel scheinen das neue Klopapier zu sein. Die Bestellung ist immer noch nicht angekommen und so zogen wir gestern durch die Läden, um irgendwo solche Treter zu ergattern. In fünf verschiedenen Filialen wurde uns achselzuckend mitgeteilt, es gäbe leider keine, dann jedoch in der sechsten hatten wir Glück, im Nachbau einer Arrestanstalt, diesem roten Bunker, welcher sich Alexa schimpft. Ein letztes Paar in der richtigen Größe war vorrätig, 12,99 €. Die Verkäuferin demonstrierte uns, wie man seinen Mund- und Nasenschutz nicht benutzen sollte. Niesen musste sie und zog ihre Maske blitzschnell von der Nase. Damit diese nicht verschmutze, sehr wahrscheinlich, also die Maske. Bestimmt hatte sie nur Allergie, also die Verkäuferin. Nach vierwöchigem Betriebsstopp darf die Tierzerlegefirma ‚Tönnies‘ im Kreis Gütersloh endlich wieder schlachten. Hurra! Für die kommenden zwei Wochen wurde in den Städten Ramallah, Hebron, Nablus und Betlehem des Westjordanlandes wieder eine strenge Ausgangssperre verhängt. Nur Bäckereien und Apotheken dürfen öffnen. In Bagdad können wegen der Corona-Pandemie von Donnerstag bis Sonntag keine Autos benutzt werden. Männer steigen auf ’s Fahrrad um, für Frauen ist dies tabu. Österreich und Irland verschieben wegen steigender Infektionszahlen die Lockerungen für Bars und Nachtclubs um mindestens einen Monat. Rekord bei Neuinfektionen in Israel, 1.758 Fälle am Tag. Über 100 Covid-19-Tote in Albanien, über 200 in Kenia, über 600 in Armenien, über 2.000 in Argentinien. Erfolge mit Impfstoff-Tests werden aus Russland, China, Indien und den USA gemeldet. Welcherart diese Erfolge sind, konnte ich bisher nicht heraus bekommen. Die Horror-Nachricht schlechthin erreicht deutsche Ballermann-Touristen aus Mallorca. Sämtliche Lokale an der „Bierstraße“ und der „Schinkenstraße“ werden geschlossen. Was bitte soll man da jetzt noch?

Tipp für heute: Mal in der „Schnapsstraße“ vorbei schauen?

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Corona-Tagebuch 121

15. Juli 2020

Der traditionelle „Prinsjesdag“ (Tag der kleinen Prinzen), welcher regelmäßig im September zur Eröffnung des parlamentarischen Jahres in den Niederlanden stattfindet, muss 2020 wegen Corona ohne die Fahrt des Königspaares in gläserner Kutsche auskommen. Ach, schade. Auch der Auftritt der Monarchen auf dem Balkon des Palastes fällt aus. Nein! Die Öffentlichkeit wurde gebeten nicht nach Den Haag zu kommen, sondern das abgespeckte Restprogramm im Fernsehen zu verfolgen. Mach ich, versprochen. Die Reisewarnung für Schweden ist von der Bundesregierung aufgehoben worden, weil die Infektionszahlen in letzter Zeit dort deutlich zurück gingen. Dafür stuft das Auswärtige Amt jetzt Luxemburg als Risiko-Gebiet ein. Mehrere Tage hintereinander wurden hier über 50 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet. Die EU hat die Einreise aus Montenegro und Serbien wieder verboten. Thailand verschärft seine Einreiseregeln für Ausländer nach neuen Infektionen durch Touristen. Vorher gab es dort 50 Tage lang keine lokale Übertragung des Virus. Argentinien meldet rätselhaften Virusausbruch auf hoher See. 57 der 61 Besatzungsmitglieder eines Fischkutters seien positiv getestet worden, obwohl sie vor Aufbruch alle negativ getestet worden waren und sich anschließend 14 Tage in Quarantäne befanden, in einem Hotel in Ushuaia. Die Direktorin des Gesundheitsamtes von Feuerland: „Es ist schwer nachzuvollziehen, wie sich die Besatzung angesteckt hat, wenn man bedenkt, dass sie 35 Tage keinen Kontakt zum Festland hatten.“ Mal daran gedacht, dass so ein Test eventuell nicht 100% sicher sein könnte? Belgien registrierte am Montag erstmals seit dem 10. März keinen Covid-19-Todesfall. Über 4.000 Corona-Tote meldet Ägypten, über 45.000 Großbritannien. Ich soll aus dem Centrum-Warenhaus am Alexanderplatz ein paar Gummistiefel abholen, die angeblich über das Internetz bestellt worden sind. Sie kommen aber irgendwie nicht an. Schon vier Tage lang nicht. Es ist zum Verzweifeln. Was mache ich nur?

Tipp für heute: Barfuß durch den Regen!

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Corona-Tagebuch 120

14. Juli 2020

Bei Konnopke unter der Hochbahn, also der Untergrundbahn, die an der Eberswalder Straße als Hochbahn verkehrt, habe ich gestern zwei Currywürste gegessen und dabei bemerkt, zwei sind zuviel, eine reicht locker. Ich wollte meiner Tochter demonstrieren, wie ein richtiger Berliner Currywurst ist, nicht geschnitten sondern ganz. Er lässt sie sich auf dem Teller servieren, nebenbei gut für die Umwelt, spart Müll, und dann dreht man beide Enden der Wurst, die nicht von Soße bedeckt sein dürfen, in entgegengesetzter Richtung, so dass die Wurst in der Mitte auseinanderbricht. Man benötigt keine Plastegabel und die Wurst bleibt schön warm. Immer hat jene Technik funktioniert, nur gestern wollte die Wurst einfach nicht auseinanderbrechen. Ich beschmierte mir die Pfoten und meine Tochter verkniff sich ein Lachen, weil sie ahnte, ich könne sonst richtig wütend werden. Wissen aus uralter Zeit gab ich nebenbei noch preis, erzählte wie viele Tauben hier einst anzutreffen waren, es sei nicht selten passiert, dass einem solch ein Gerät auf den Kopf kotete, wäre aber lange her, meinte ich mit Blick nach oben und wurde prompt bestraft, kein Taubenschiss, ein frecher Spatz kackte mir auf die Jacke. Bei Konnopke muss man jetzt an einer Luke, wo es früher belegte Schrippen und Boullion gab, bestellen, ausgehändigt bekommt man die Wurst an der anderen Luke. Corona sei Dank. In Moskau ist seit heute das Tragen einer Maske im Freien dir selbst überlassen. New York erlebte vorgestern den ersten Tag ohne Covid-19-Toten seit dem 11. März. Kalifornien hingegen verschärft die Corona-Beschränkungen. Bars, Kinos, Museen müssen schließen, Restaurants dürfen ihre Innenbereiche nicht mehr nutzen. England verhängt eine Maskenpflicht in Läden ab dem 24. Juli. In Hongkong müssen Nachtclubs, Schönheitssalons, Fitnessclubs und Karaoke-Bars schließen, ab Montag gilt eine Maskenpflicht im ÖPNV, öffentliche Versammlungen von mehr als 4 Personen sind verboten. Ein Lockdown für eine Woche wurde über die indische Millionenstadt Bangalore verhängt. Auch für einen Teil der philippinischen Hauptstadt Manila gilt ein Lockdown und für Teile der kolumbianischen Städte Medellin und Bogota. 2,5 Millionen der 8 Millionen Einwohner der kolumbianischen Hauptstadt Bogota dürfen ihre Häuser nur noch verlassen um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen oder zum Arzt zu gehen. Der Verkauf von Alkohol wird an den Wochenenden verboten. Einen Rekordwert für Neuinfektionen meldet Israel, 1.681 Fälle am Tag. Über 7.000 Covid-19-Tote in Chile. Seit dem Corona-Lockdown wird Myanmars antike Königsstadt Bagan von Plünderern heimgesucht. 12 Tempel wurden bereits ausgeraubt, antike Münzen und Jadeschmuck gestohlen. „Als hier Touristen waren, gab es keine Plünderungen“ meint Myint Than, stellvertretender Leiter der Archäologiebehörde. Eine Schlagzeile noch, zum Schluss, über die man vor der Pandemie den Kopf geschüttelt hätte und über die man auch nach der Pandemie nur den Kopf schütteln dürfte, tagesschau.de titelt heute: „Österreich hebt Einreisebeschränkung für Gütersloh auf“.

Tipp für heute: Vielleicht hebt ja dann auch Gütersloh bald die Einreisebeschränkung für Österreich wieder auf.

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Corona-Tagebuch 119

13. Juli 2020

Ein bewegender Abend gestern in der Geschichte der Corona-Pandemie. Zum vorerst letzten Mal wurde die Reformbühne per Livestream übertragen. Großer Dank gilt allen Spendern, die vor allem in jener Zeit, in der wir nicht vor Publikum in Volksbühne oder Baiz auftreten konnten, uns mit Moneten bedachten. Großer Dank gilt auch Frank Sorge, der das technisch auf die Reihe brachte, sämtliche Klippen bewältigte, ob der Ton nun doppelt, zu laut, zu leise oder gar nicht kam, die Zoom-Verbindung plötzlich weg war oder das Bild hakte, er meisterte es, mit Ruhe und Gelassenheit, einfach bewundernswert. Ich hätte längst das Handtuch geschmissen und wahrscheinlich nicht nur das Handtuch. Ab nächster Woche sind wir nur noch live in der Schankwirtschaft Baiz, unserem Sommerquartier, zu erleben, Sonntag für Sonntag, 20 Uhr geht ’s los. Doch wer weiß, vielleicht streamen wir irgendwann erneut, wegen zweiter Welle, oder weil wir Bock drauf haben. Ungarn hat nach steigenden Infektionszahlen eine Ampel für Einreisen in das Land verfügt. „Grün“ bedeutet man darf uneingeschränkt einreisen, gilt unter anderem für Reisende aus Deutschland, „Gelb“ bedeutet, man muss nach Einreise 14 Tage in Quarantäne, gilt unter anderem für Norwegen, Bulgarien, Russland, China und USA, „Rot“ bedeutet Einreiseverbot, betrifft unter anderem Ukraine, Kosovo, Kanada, Australien, die meisten asiatischen und alle Länder Afrikas, Ozeaniens, Mittel- und Südamerikas. Ein grotesker Witz, diese Ampel. Bemerkt sicher kaum jemand, dass jenes Land welches momentan Rekord um Rekord bei den Neuinfizierten bricht, die USA nämlich, das meistbetroffene Land der Erde, als nicht so gefährlich eingestuft wird, wie Kanada, was kaum Neuinfizierte vermeldet. Und ist bestimmt auch nur Zufall, dass alle ärmeren Länder Afrikas und Asiens unter „Rot“ verzeichnet werden, egal, ob es dort überhaupt Infektionsfälle gibt. Corona als Ausrede für die Diskriminierung bestimmter Menschen. Beim „Gelb“ für Norweger zum Beispiel handelt es sich um eine simple Retourkutsche, dort gibt es seit Wochen kaum Infektionsfälle, Ungarn jedoch dürfen nicht nach Norwegen einreisen. Nehmt das! Über 4.000 Corona-Tote in Südafrika, über 35.000 in Mexiko, über 135.000 in den USA. Zwei US-amerikanische Militärbasen im japanischen Okinawa wurden nach 62 Infektionsfällen in den letzten Tagen vollständig abgeriegelt. Südafrika verschärft seine Corona-Maßnahmen. Präsident Ramaphosa kündigte ein erneutes Alkoholverbot, nächtliche Ausgangssperre und eine Maskenpflicht außerhalb der eigenen vier Wände an. In Katalonien dagegen wurde die Ausgangssperre nach einem Gerichtsbeschluss wieder außer Kraft gesetzt. 26.000 australische Dollar mussten Gäste einer Geburtstagsparty in Melbourne Strafe zahlen, weil sie verpetzt wurden, als jemand in einem Fastfood-Restaurant 20 Portionen irgendwas bestellte. Anhand des von den Petzen angegebenen Nummernschildes fand die Polizei den Ort der Party. Dort seien 16 Personen gerade dabei gewesen ihren Snack zu vernaschen.

Tipp für heute: Petzen verpetzen.

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