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Poesie zum Träumen (123)

26. Oktober 2018

Die Wahrheit

Momentan

oder sagen wir eher früher

oder sagen wir besser später

ach, is ja auch egal

Heute: Görlitz, BASTA, 21 Uhr: Kantinenlesen Görlitz mit Spider, Ruth Herzberg, Fee Stracke und mich

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Bestimmt kommt er wieder mit freiem Oberkörper

25. Oktober 2018

Mein Freund und Kollege Falko Hennig ist am Montag 49 Jahre alt geworden und hat sich und der Welt aus diesem Anlass einen Roman geschenkt, welcher ‚Rikscha-Blues‘ heißt, weil Falko nämlich in einem anderen Beruf auch noch zahlungskräftige Touristen durch Berlin kutschiert, auf einer Fahrrad-Rikscha. Darum geht es in dem Roman, nebenbei natürlich um die Mondlandung, wilde Orgien in Zehlendorf, die Geburt eines neuen Heilandes und Indianer. Und vielleicht sollte ich den Roman erst einmal lesen, bevor ich hier über ihn schreibe. Aber egal. Ich gebe es wenigstens zu. Danke, danke, danke. Heute Abend findet auf jeden Fall Falkos Buchpremiere im von mir sehr geschätzten Zimmer 16. statt. Kommt doch vorbei.

Tipp für heute: Oder esst einen Schuh.

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Bauernregeln, die in Vergessenheit geraten sind

24. Oktober 2018

‚Frisst die Kuh Fliegen, Kinderwagen schieben.‘

‚Sonne scheint im Märzen, Weihnachten droh’n Schmerzen.‘

‚Kräht der Hahn viermal vom Zaune, sieben Jahre gute Laune.‘

‚Stinkts im Mai, Feuer frei.‘

‚Sitzt der Gutsherr auf der Wippe, schlag ihn tot, mit einer Schippe.‘

Heute: Frankfurt/Oder, Kleist-Forum, 20 Uhr: ‚Blauer Mittwoch‘ mit u.a. Arnulf Rating, Klaus Nothnagel und mich sowie jede Menge Akrobatik

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Poesie zum Träumen (122)

21. Oktober 2018

Shake it, Baby, shake it!

Sag, wer bleibt bekannt

in 100 Jahren

aus diesem Land?

wird man noch kennen

den Bohlen, Dieter?

den Markus Lanz?

Alice Schwarzer?

Beckenbauers Franz?

oder wird ganz andere Namen man nennen?

Sandra Nasrallah?

Tobias Erl?

Kassandra Kajuma?

Thanh-Kho-Ju?

oder deckt sich der Schleier des Vergessens insgesamt

über dieses Land?

ich bin gespannt

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Falko Hennig, Jürgen Witte und mich, sowie den phantastischen Superstargästen Isa Ledermann (Surfpoeten), Meikel Neid (Liebesgrüße aus Mostrich) und Martin Goldenbaum (schöner Rock’n’Roll-Sänger) anschließend Tanz in Falko Hennigs 49. Lebensjahr mit DJ Doc Schoko!

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Mal was Neues

20. Oktober 2018

Der post-jugoslawische Staat Montenegro will zukünftig das Sitzenbleiben beim Abspielen seiner Nationalhymne bestrafen. Vorgesehen ist ein Bußgeld von bis zu 2.000 € und zwar nicht nur für Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sondern für alle, die beim Abspielen der Nationalhymne anwesend sind. Ministerpräsident Dusko Markovic, im Übrigen ein Sozialist (ein nationaler Sozialist?): „Wir wollen niemanden zwingen. Aber jedes Mal, wenn jemand nicht aufsteht, wird er eine Strafe zahlen müssen, wenn wir erfahren, dass er nicht aufgestanden ist.“ Und damit das auch erfahren wird, fordert er sämtliche Montenegriner auf Sitzenbleiber zu melden. Zustimmung in der Bevölkerung gibt es durchaus, ein willkürlich ausgewählter Staatsbürger im Interview: „Man kann doch nicht sitzen bleiben, wenn die Hymne läuft. Wo auf der Welt gibt es denn sowas?“ Ja, wo? Äh, mal nachdenken. In Berlin zum Beispiel? Genau, ich bin noch nie aufgestanden bei einer Hymne, außer ich stand sowieso zufällig schon. Ach, kleiner Tipp an klamme Nationalisten, welche an der Regierung sein sollten. Wie wäre es mit 5.000 € Strafe falls man nicht vor einem Porträt des Staatspräsidenten niederkniet? 8.000 € wenn man die Fahne nicht küsst? Oder gleich 100.000 € für ironische Bemerkungen über Regierungsbeschlüsse? Hat die AfD eigentlich ähnliche Forderungen bereits in ihrem Parteiprogramm?

Heute: Berlin, Alte Kantine, 20 Uhr: Kantinenlesen mit Jacinta Nandi, Foxy Freestyle, Dan Richter, Sven van Thom und mich

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Neutralität kann ins Auge gehen

19. Oktober 2018

Wir waren doch neulich in Dessau gewesen, mit unserem Kriminalmusical ‚Rache! – Ein Kriminalmusical‘ im Schwabehaus (noch einmal herzlichen Dank für diesen tollen Abend allen Beteiligten) und da sollten wir ja eigentlich im Bauhaus (nicht in einer Filiale dieser Heimwerkerbedarfskette sondern im richtigen Bauhaus) schlafen, welches ich meinen Kolleginnen Mareike Hube und Sedlmeir in höchsten Tönen anpries, denn es ist wirklich ein Erlebnis in den original gestalteten Räumlichkeiten schlafen zu dürfen, ich habe dies bereits dreimal genießen können. Alleine die Gemeinschaftsdusche, ein Traum, dieser Riesen-Duschkopf für dreißig Personen (geschätzt), da rückt man automatisch wieder näher zusammen und erkennt Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede. Leider war die Beherbergung im Bauhaus bereits ausgebucht, doch nun lese ich in der Presse, dass das Dessauer Bauhaus eine Konzertaufzeichnung des ZDF mit der Gruppe ‚Feine Sahne Fischfilet‘ abgelehnt habe, weil es Auseinandersetzungen mit rechtsradikalen Gegendemonstranten befürchtet. Das Bauhaus! Das Bauhaus gibt dem Druck von Nazis nach! Jenes Bauhaus, welches von den Nazis immer aufs heftigste bekämpft wurde, welches auf Druck der Nazis schließen und die meisten seiner Künstler vor den Nazis fliehen mussten! Wer ist denn da in verantwortliche Positionen gelangt? Haben sich diejenigen mal mit ihrer eigenen Geschichte beschäftigt? Wenn nicht, fangt mal damit an. Noch ist es nicht zu spät!

Heute: Oderaue, Theater am Rand, 19:30 Uhr: ’50 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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Traurig

16. Oktober 2018

Sollte die SPD sich immer noch fragen, warum niemand sie mehr ernst nehmen kann, kleiner Tipp, einfach mal einem Mann zuhören, der sich innerparteilich zum stellvertretenden Vorsitzenden hochgeschlafen hat und den Namen Olaf Scholz trägt.  Dieser Typ, wenn man Wikipedia trauen darf zudem noch Vizekanzler und Finanzminister, erklärt in den Tagesthemen: „Das was wir anders machen wollen sind ein paar Dinge, zum Beispiel Konstanz.“ Obwohl, manchen Menschen am Bodensee wird wohl trotzdem noch der Schreck in die Glieder gefahren sein.

Tipp für heute: Verlässlich überraschen.

 

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Sätze seltsamer Schönheit (128)

14. Oktober 2018

„Tote Männer sind die besseren Frauen.“ (Gotti von ‚Tiere streicheln Menschen‘)

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Falko Hennig, Jakob Hein, Heiko Werning, Jürgen Witte, Gott und mir, sowie den besseren Superstargästinnen Lea Streisand (Rakete 2000) und Masha Potempa (schöne Lieder)

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Was würde wohl Freud dazu sagen (43)

13. Oktober 2018

Geträumt, ich säße im Außenbereich einer Gaststätte und bestellte mir ein Steak ‚Rumänisch‘. Als der Kellner wieder kommt, mir eine Schüssel Weißkohleintopf auf den Tisch stellt, schüttele ich den Kopf und sage: „Ich habe das Steak ‚Rumänisch‘ bestellt.“ Dieser zwinkert verschwörerisch und entgegnet: „Glaubten sie wirklich es gäbe ein rumänisches Steak?“

Heute: Dessau, Schwabehaus, 20 Uhr: ‚Rache! – Ein Kriminalmusical‘ von und mit Sedlmeir, Mareike Hube und Ahne

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Nur weil man einen Kackhaufen anders beleuchtet, wird daraus noch kein Erdbeereis

8. Oktober 2018

Kann die hiesige Presse und der hiesige Rundfunk mal bitte damit aufhören den rechtsradikalen brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Bolsonaro einen „Populisten“ zu nennen? Mal abgesehen davon, dass ich sowieso nie weiß, was dieser „Populismus“ eigentlich beinhalten soll, aber Bolsonaro verachtet Frauen, hetzt gegen Schwarze, Schwule und politisch Andersdenkende. Mithin also gegen das Volk, zumindest gegen die große Mehrheit des Volkes! Alleine die Frauen bilden in Brasilien, wie im Rest der Welt, bis auf China (dank der vermaledeiten Ein-Kind-Politik), die Mehrheit. Dass es trotzdem, die Wählerinnen und Wähler mögen dies verhindern, zu einem Wahlerfolg des Grinsefaschisten kommen könnte, zeigt mal wieder, dass Frauen nicht unbedingt schlauer sind als Männer, Schwarze nicht unbedingt schlauer als Weiße, Schwule nicht unbedingt schlauer als Heteros. Ein Plädoyer im Prinzip für die Gleichheit des Menschen. Schöner wäre es allerdings, dies geschehe nicht auf dermaßen niedrigem Niveau.

Tipp für heute: Verschleierungsbegriffe in die Tonne treten.

 

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