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Wann kommta denn?

14. Oktober 2026

Weil mir neulich jemand sagte (ich selbst?): „Ahne, du machst viel zu wenig Werbung für deine eigenen Auftritte“, hier mal die wichtigsten, bin nämich unterwegs, der kommenden Wochen:

15.10. Dresden, Cafe Kleinschmidt, 20:30 Uhr: ‚Ist das noch Jazz? – Ahne liest, singt und trinkt‘

18.10. Berlin, Schlot, 13 Uhr: zu Gast bei ‚Der Frühschoppen‘

18.10. Berlin, Baiz, 19 Uhr: ‚Reformbühne Heim & Welt‘

22.10. Zepernick, Buchhandlung Fabula, 19:30 Uhr: ‚Ist das noch Jazz? – Ahne liest, singt und trinkt‘

24.10. Berlin, Alte Kantine, 20 Uhr: zu Gast beim ‚Kantinenlesen‚

30.10. Görlitz, BASTA, 20 Uhr: zu Gast beim Görlitzer ‚Kantinenlesen‘

5.11. Potsdam, Waschhaus, 20 Uhr: ‚Ist das noch Jazz? – Ahne liest, singt und trinkt‘

6.11. Greifswald, Koeppenhaus, 19:30 Uhr: ‚Stabil im Bus – Ahne liest, singt und trinkt‘

13.11. Dessau, Schwabehaus, 20 Uhr: ‚Stabil im Bus – Ahne liest, singt und trinkt‘

19.11. Cottbus, Stadtbibliothek, 19 Uhr: ‚Ist das noch Jazz? – Ahne liest, singt und trinkt‘

26.11. Berlin, Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek, 18 Uhr: ‚Stabil im Bus – Ahne liest, singt und trinkt‘

So, wenn ihr jemanden kennt, der da und dort wohnt, bitte Bescheid sagen und wollt ihr selber kommen, geht ooch.

Tipp für heute: Dis Theaterstück ‚Der rote Engel‘, wo ich die Ehre hatte ein wenig mitwirken zu dürfen und welches, dies kann ich nach der gestrigen Premiere sagen, gut gelungen ist, läuft noch heute und morgen und Sonnabend im Berliner Ackerstadtpalast (befindet sich hinterm Schokoladen).

 

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Höhepunkte meines Lebens – Neukölln

13. Oktober 2026

Auch in einem Schriftstellerleben passiert ab und zu was Lustiges, doch, doch. Mal stolperst du, fällst hin, weil du den Schnürsenkel nicht zugebunden hast. Oder es kleckert dir Eis auf den Pullover, in der S-Bahn, alle sehen es. Na ja, neulich erreichte mich eine Anfrage, ob ich bei einem Theaterstück mitwirken könne, eine Rolle einlesen. Ich freute mich, denn mit der Schreiberin hatte ich bereits zusammengearbeitet, ein Hörspiel gestaltet und ein Kinderbuch. Zudem war sie mehrfach bei unserer Lesebühne. Ich schrieb, dass ich dabei wäre, wir vereinbarten einen Termin und ich forderte das Manuskript an, um es studieren zu können. Am Termin erschien ich pünktlich in der Neuköllner Emser Straße und wartete. ‚Sie verspätet sich‘, dachte ich, als neben mir zwei junge Typen und eine Frau vom Rad stiegen. „Ah, da bist du ja“ meinte der eine. „Ja, da bin ich“, antwortete ich, „wollt ihr auch was für das Theaterstück einsprechen?“ „Na ja, ich bin der, der das Theaterstück geschrieben hat.“ Es stellte sich dann heraus, er habe sich gewundert, warum ich ihn in unseren Mails dauernd mit Frauennamen anredete, es jedoch unter verrücktes Künstlergehabe eingestuft. Eine Verwechslung, die darauf beruhte, dass der Stückeschreiber denselben Nachnamen nutzt, den die Autorin für ihr künstlerisches Werk verwendet. Er fragte, ob ich nun nicht mehr mitmachen wolle und ich schmiss empört die ausgedruckten Zettel vor seine Füße, mit dem Rollentext. Nein, so was traue ich mich nicht. Ich kletterte mit ihnen in den vierten Stock, sprach den Text ein und heute ist Premiere und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, weil ich sonst gar nichts von dem Stück kenne.

Tipp für heute: Berlin, Ackerstadtpalast, 20 Uhr: Premiere von ‚Roter Engel – Der Rahmen deiner Welt‘ von der Gruppe YA! Alfred Adiel Francis

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Hilfe!

11. Oktober 2026

Zum Aufwachen einen Podcast gehört, in welchem es darum ging, dass immer weniger gelesen wird. Nur 31% der Deutschen würden noch einen Roman oder ein Sachbuch aufschlagen um darin zu schmökern, nicht am Tag, im Jahr, bemerkte die Moderatorin entsetzt. Was das für Auswirkungen auf uns hat, wollte sie von einem Wissenschaftler erfahren, der sich beruflich damit beschäftigt. Wir verstehen weniger, sagte dieser nicht, wir würden seltener Zusammenhänge begreifen, werden unglücklicher, können kaum noch miteinander kommunizieren, entwickeln Verhaltensauffälligkeiten, beginnen wild mit Armen und Beinen zu fuchteln und umherzukreischen, uns fallen die Haare aus und die Zähne, wir verlernen zu sehen, zu hören, zu schwitzen, bekommen Durchfall, werden inkontinent, bluten wie die Schweine aus sämtlichen Poren und letztendlich, da werden wir alle sterben, das wie gesagt, sagte dieser Wissenschaftler alles nicht, wer aber trotzdem keine Lust hat heute selbst zu lesen, kann ja in der Baiz vorbeikommen, dort wird Ihnen gelesen.

Heute: Berlin, Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Frank Sorge, Andreas ‚Spider‘ Krenzke, Falko Hennig, Gott und mich, sowie dem Superstargast Andreas Albrecht (Musik)

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And the winner is…

9. Oktober 2026

Mist! Wieder nichts geworden. Dabei habe ich fest mit dem Geld gerechnet, letzte Woche einen Rasentraktor gekauft und Pantoffeln, aber nun, vielleicht hat die kanadische „Punk-Philosophin“ (tagesschau.de) Anne Carson den Literatur-Nobelpreis ebenfalls verdient? Das kann sein. Auch wenn sie noch nie bei der Reformbühne gewesen ist. Aber zu verstehen, ich meine, die 25 Euro Garantiegage, die du bei der Reformbühne erhältst, davon lässt sich eine Schiffsreise nach Berlin kaum finanzieren und schwimmen, das dauert. Frau Carson ist ja nicht mehr die Jüngste, 76, wenn man der Presse trauen darf. Ich habe in meinen besten Zeiten 100 m geschafft, mit Ach und Krach und Untertauchen. Laut einer Sekretärin der schwedischen Akademie, welche den Nobelpreis verleiht, hat sie Anne Carson übrigens in Island erreicht, wo sie dabei gewesen wäre dem Wind zuzuhören. Sympathisch. Andererseits, Island ist weit weg von Kanada und eins der teuersten Länder Europas. Vielleicht braucht Frau Carson die Million gar nicht, mit der unser Literaturnobelpreis dotiert ist? Möchte irgendjemand einen Rasentraktor kaufen?

Heute: Berlin, Zebrano-Theater, 19:30 Uhr: ‚Ist das noch Jazz? – Ahne liest, singt und trinkt‘ (aktuelle Texte, mutige Schlager, Bier)

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Poesie zum Träumen (163)

8. Oktober 2026

Rotzgören im Rausch

Sie hat ’ne schrille Lache,

er Haare unterm Kinn,

von Adidas die Mütze,

Nicki ist von Nike.

Sie kitzelt und stiebitzt

des Knaben Telefon,

der grinst und spielt empört,

so kennen wir es schon

seit tausenden von Jahren

miteinand wird verfahrn

im Stile dieser beiden,

ob Kutsch, ob Straßenbahn.

Pubertätsbetroffen

musst für den Spott nicht sorgen du,

doch sind wir einmal ehrlich,

der Neid ist auch nicht grade spärlich.

Heute: Zepernick, Buchhandlung Fabula, 19:30 Uhr: ‚Ist das noch Jazz? – Ahne liest, singt und trinkt‘ (aktuelle Texte, mutige Schlager, Bier)

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Böse Sprache

6. Oktober 2026

Wie tagesschau.de berichtet darf an lettischen Schulen seit diesem Schuljahr Russisch nicht mehr als Fremdsprache unterrichtet werden (was den Boom von Deutsch als gelehrter Fremdsprache beschleunigt). Das Land wolle sich so weiter von seiner sowjetischen Vergangenheit lösen und noch mehr Europa zuwenden, heißt es. Wie dieses Verbot auf ein Drittel der lettischen Bevölkerung wirken mag, die Russisch als Muttersprache haben, kann sich möglicherweise jede und jeder selbst vorstellen. Ach übrigens, mittlerweile vielleicht für viele hierzulande überraschend, aber die allerallermeisten russischen Oppositionellen sprechen und schreiben, tätä(!), ebenfalls russisch.

Tipp für heute: Kopf schütteln (vielleicht zu Metal-Musik).

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Die verpasste Gelegenheit

4. Oktober 2026

Gestern mit Mutti getroffen und die wollte reden. Über diesen Tag und wie man ihn damals empfunden hätte. Ich fragte: „Was für ein Tag?“ Doch schnell war klar, Feiertag, ‚Tag der deutschen Einheit‘ und ich hatte vergessen Butter zu kaufen, wo kriege ich denn jetzt Butter her, o je, o je! Na, halb so wild, dachte ich, gibt Regionen auf dieser Erde, da würden sie sich freuen, wenn sie im Alltag was hätten, wo sie Butter drauf schmieren könnten. Beim Treffen ging es dann unter anderem um die Hymne und die verpasste Chance als eines der wenigen Länder der Erde eine Nationalhymne zu installieren, die nicht nur eine schöne Melodie sondern auch einen guten, einen völkerverbindenden Text aufzuweisen hätte, die ‚Kinderhymne‘ von Brecht, „Anmut sparet nicht noch Mühe..“, die vor der Vereinigung beider deutschen Staaten zumindest im Osten zur Debatte stand, eine schöne Melodie hat, jedoch ebenfalls zur Melodie beider bisheriger Hymnen, sowohl der BRD wie auch der DDR hätte gesungen werden können. Na, gab keine Mehrheit, schade: „Und nicht über und nicht unter andern Völkern wolln wir sein“, verpasst, die Gelegenheit. Statt Butter gibt es heute Margarine, zumindest bei uns.

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Frank Sorge, Andreas ‚Spider‘ Krenzke, Falko Hennig, Gott und mich, sowie den phantastischen Superstargästen Udo Tiffert (Lesebühne Cottbus) und Shakti und Matze (Lieder aus der Provinz)

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Vermutlich doppelter Düsenantrieb

2. Oktober 2026

Irgendwelche Kosmonauten haben vor Kurzem von der Erde aus in Rekordzeit die Internationale Raumstation ISS erreicht, ich glaube das waren sieben Stunden und ein paar Zerquetschte. Keine acht Stunden! So lange wie man mit dem Zug von Berlin bis.., na gut, Vorhersagen sind eher Kaffeesatzleserei. Mal gucken, ob ich es in dieser Zeit nachher bis Fürstenwalde schaffe. Muss mich sputen, geht ja schon um 19 Uhr los. Wünscht mir Glück.

Heute: Fürstenwalde/Spree, Kulturfabrik Fürstenwalde, 19 Uhr: ‚Ist das noch Jazz? – Ahne liest, singt und trinkt (aktuelle Texte, mutige Schlager, Bier)

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Auch das noch

1. Oktober 2026

„Gericht verbietet Schweinehaltung im 4. Stock.“ Demnächst werden sie uns das Atmen verbieten.

Tipp für heute: In den 5. Stock ziehen oder in den dritten.

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Zukunftsfähig werden

30. September 2026

Gerade schneit die Meldung herein, dass der Volkswagen-Konzern fast alle Tarifverträge kündigt. Das Konstrukt, welches dem Kapitalismus im Kampf mit dem konkurrierenden sozialistischen System einen wesentlichen Vorteil bescherte, nämlich die Möglichkeit gesellschaftlichen Aufstiegs (Reichtum) und eine gewisse soziale Sicherheit, oft auch ‚Soziale Marktwirtschaft‘ genannt, wird Stück um Stück demontiert. Der Kapitalismus braucht diesen Quatsch nicht mehr. Das konkurrierende System ist besiegt, jetzt kann der Ballast abgeworfen werden, der die Gewinne schmälert. Es sei denn, wir.., aber ich höre schon die Bedenkenträger: „ökonomisch denken“, „lange über unsere Verhältnisse gelebt“, „globaler Wettbewerb“, „geh doch nach Nordkorea“. Na denn. Ach so, gab es nicht mal diese.., äh, wie hießen sie noch gleich, Gewerkschaften?

Tipp für heute: Beten.

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