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Corona-Tagebuch 165

3. Dezember 2020

Um die 0 Grad in Berlin, wäre jetzt richtiges Weihnachtsmarktwetter. Ich dagegen treffe mich mit Herrn Gläser zu einer Currywurst bei Konnopke. Danach suchen wir noch schön einen Plattenladen auf, weil es da wärmer ist. Dass ich mal „shoppen“ gehe, um mich mit jemandem treffen zu können, da hätte ich voriges Jahr noch jedem einen Vogel gezeigt, der mir dies prophezeite. Österreich öffnet seine Läden, Frisöre und Schulen wieder. Geschlossen bleiben Hotels, Gastronomie, Sport-, Kultur-, und Freizeiteinrichtungen. Outdoor-Sport wird ab 24.12. erlaubt. Ein Weihnachtsgeschenk! Die Ausgangsbeschränkungen gelten dann nur noch in der Nacht. Gleichzeitig verhängt Österreich eine zehntägige Quarantänepflicht für alle Einreisenden vom 7.12. bis 10. Januar. Italien verbietet vom 21.12. bis 06.01. das Reisen zwischen den Regionen, Ausnahmen gelten nur für Arbeit und Notlagen. Auch Spanien schränkt das Reisen in der Weihnachtszeit ein. Zwischen dem 23.12. und dem 06.01. darf die Wohnregion nur in Ausnahmefällen verlassen werden. Zu den Ausnahmefällen zählen „Treffen im engsten Familien- und Freundeskreis“. Also wie immer? Nicht ganz. Eine nächtliche Ausgangssperre gilt, auch zu Weihnachten und Silvester, an beiden Tagen allerdings ab 1:30 Uhr erst. Deutschland hingegen geht den umgekehrten Weg, die Bahn will in der Weihnachtszeit 100 zusätzliche Fahrten quer durchs Land ermöglichen, Flixbus nimmt ab 17.12. vorübergehend seinen Betrieb wieder auf. In vielen Bundesländern dürfen Hotels für Verwandtenbesuchsübernachtungen gebucht werden. Die WHO empfiehlt übrigens auch das Tragen von Masken in der eigenen Wohnung mittlerweile, bei Besuch von Außenstehenden, wenn die Lüftung nicht gut ist oder nicht richtig beurteilt werden kann und „unabhängig davon, ob ein Abstand von mindestens 1 m eingehalten werden kann“. Mexikos Präsident Andres Manuel Lopez auf die Frage, warum er nie Maske trage: „Jeder ist frei“ und „Jeder, der eine Gesichtsmaske tragen und sich sicherer fühlen möchte, darf das gerne tun.“ Danke, Herr Präsident. Großzügig. Im sächsischen Annaberg-Buchholz trafen sich gestern 200 Querdenker auf dem Markt um gemeinsam zu singen und „kollektiven Ungehorsam“ zu zeigen. Im thüringischen Corona-Hotspot Hildburghausen protestierten 400 Querdenker gegen die Infektionsschutzregeln. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Versammlungen sind da derzeit untersagt. Mit dem Landkreis Leipzig hat auch der letzte Kreis in Sachsen nun Ausgangsbeschränkungen erlassen. Nur noch aus „triftigen Gründen“ darf vor die Tür gegangen werden. Russland will Ende nächster Woche mit Massenimpfungen beginnen. Auch Großbritannien möchte schon nächste Woche impfen, zunächst Bewohner von Pflegeheimen, medizinisches Personal und alte sowie gesundheitlich gefährdete Menschen. Rekorde an Neuinfektionen melden Estland, 524 und Russland, 28.145. Laut südkoreanischen Behörden sind der Grund für den aktuellen Anstieg der Infektionszahlen im ostasiatischen Land, Häufungen in Militärstützpunkten, Fitnessstudios, Schulen und Kirchen. In einem Tönnies-Schlachtbetrieb in Weißenfels/Sachsen-Anhalt haben sich momentan 172 Mitarbeiter infiziert. Über 400 Covid-19-Tote verzeichnet Finnland, über 900 die Slowakei, über 5.000 die Schweiz. WDR-Programmdirektor Jörn Schönenborn schließt eine Talkshow mit Kritikern der Corona-Maßnahmen aus den Reihen der Querdenker aus. Eine Talkshow sei nicht der richtige Ort um über wissenschaftliche Fakten zu diskutieren. Schönenborn wörtlich: „Wir sind eng in Fakten, aber breit in Meinungen und Perspektiven.“ Und wie, meine Frage, verträgt sich das mit der Religionsfreiheit? Ach, der Teillockdown in Deutschland ist bis 10.01. 2021 verlängert worden.

Tipp für heute: Alles wird besser, 2022.

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Corona-Tagebuch 164

2. Dezember 2020

In der Trierer Innenstadt hat ein Amokfahrer mit seiner Waffe, einem SUV, mindestens 5 Menschen in einer Fußgängerzone getötet, viele schwer verletzt. Er soll psychisch krank sein. 487 Menschen sind gestern an Covid-19 gestorben, in Deutschland, ein neuer Höchststand. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Wir haben dieses Virus unterschätzt, alle miteinander.“ Wen er wohl mit alle meint? Wir Menschen? Als sie in China und anderen asiatischen Ländern konsequente Maßnahmen erließen, wurde hierzulande häufig abgewunken, das ginge nur in autokratischen Staaten. Oder meint er: Wir Deutschen? Kann mich erinnern, dass auch deutsche Wissenschaftler recht früh vor den Gefahren warnten. Vietnam stellt aktuell nach 3 (!) lokalen Virusübertragungen den Flugverkehr ins Land vorübergehend ein. Hongkong verschärft nach 82 Neuinfektionen seine Maßnahmen. Nur noch 2 (!) Personen dürfen zusammen kommen, wenige Gruppen werden davon ausgenommen, zum Beispiel Hochzeitsgesellschaften und Aktionärstreffen (logo!), da dürfen es bis zu 20 sein, bei religiösen Aktivitäten aber nicht. Die Forschungsgruppenleiterein am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen, Viola Priesemann, meint zur Situation in Deutschland: „Der sogenannte Lockdown-light war einen Versuch wert, aber das hat nicht gereicht.“ Priesemann: „nur mit einem konsequenten zwei- oder dreiwöchigen Lockdown lassen sich die Fallzahlen entscheidend senken.“ Sie verweist auf Australien, Irland, Israel und viele asiatische Länder. Nach Berechnungen der Wissenschaftlerin sei es hierzulande unter den Bedingungen des Lockdown-light nicht sinnvoll, die jetzigen Beschränkungen bei Kultur, Hotels und Gaststätten aufrechtzuerhalten: „Diese Maßnahmen verpuffen. Das ist jetzt eine Frage von ganz oder gar nicht.“ Lettland verlängert den Corona-Notstand bis 11. Januar, Präsenzunterricht gibt es nur von Klasse 1 bis 4, Einkaufszentren und Geschäfte, die keine Lebensmittel oder Waren des täglichen Bedarfs anbieten, müssen am Wochenende schließen, die 2+2 Regel wird wieder eingeführt, nach der nur 2 Personen zusammen kommen dürfen, welche einen Mindestabstand von 2 Meter zu Anderen halten müssen. Nach der Wiedereröffnung der Läden dürfen in Belgien die Bürger vorerst maximal 30 Minuten in den Geschäften verweilen. Wie das kontrolliert werden soll, würde mich schon interessieren. In Nürnberg und ganz Sachsen (bis auf drei Städte) ist das Verlassen der Wohnung nur noch aus „triftigem Grund“ erlaubt. Nordrhein/Westfalen schließt nach französischem Vorbild die Skilifte, Frankreich will mit zufälligen Grenzkontrollen verhindern, dass Bürger Skiurlaub in anderen Ländern machen, Leipzig verbietet den Ausschank von Glühwein im gesamten Stadtgebiet und untersagt den Verkauf von Alkohol zwischen 22 und 6 Uhr. Gute Nachrichten: Auch der Flughafen Frankfurt/Main schließt eine Landebahn, in Madrid ist ein neues Epidemie-Notfallkrankenhaus mit mehr als 1.000 Betten eröffnet worden und Großbritannien hat Biotech-Pfizer eine Notfallzulassung für den Impfstoff BNT16262 erteilt. Erste Impfungen sollen bereits nächste Woche erfolgen. Über 500 Covid-19-Tote meldet Montenegro, über 900 Venezuela, über 2.000 Kasachstan, über 5.000 Ungarn, über 270.000 die USA. Nach der Einführung einer entsprechenden Meldepflicht wurden jetzt die ersten beiden infizierten Haustiere in Deutschland registriert, eine Katze aus Frankfurt/Main und ein Hund aus München. Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter: „Diese Pandemie spielt sich zwischen Menschen ab.“

Tipp für heute: SUV`s verschrotten.

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Corona-Tagebuch 163

1. Dezember 2020

Nun steht bald das große Impfen an. Überall werden Impfzentren aus dem Boden gestampft. Aber es gibt auch viele Fragen. Was sollte man über das Impfen wissen? Vielleicht das? Es macht pieks und manchmal kommt ein Tropfen Blut. Zumindest, wenn es sich nicht um eine Schluckimpfung handelt. Anders als Angsthase Wladimir Putin hat sich der Vorsitzende des Komitees für Staatsangelegenheiten der KDVR (Nordkorea) Kim Yong-un samt seiner Familie einem Medienbericht zufolge bereits impfen lassen, mit einem chinesischen Vakzin. Das meldet die Webseite ’19FortyFive‘ unter Berufung auf einen Nordkorea-Experten des Zentrums für Nationale Interessen in Washington, welcher sich wiederum auf zwei „mit der Angelegenheit vertraute“ japanische Geheimdienstmitarbeiter beruft. Seriöse Quelle also. In Deutschland bleiben die Infektionszahlen etwa auf gleichem Niveau. Fast unisono behaupten alle verantwortlichen Politiker, das liege daran, dass die „Maßnahmen langsam greifen würden“. Als Interviewer würde ich so einen Politiker ja gern mal fragen, wie er es sich erkläre, dass in der benachbarten Schweiz die Infektionszahlen stark zurück gehen, obwohl es dort keine landesweite Schließung von Gastronomie, Kultur- und Sportstätten gebe. Aber ich bin kein Interviewer. Theaterregisseur Christopher Rüping meint, er habe Schwierigkeiten damit, sich eine Welt nach Corona vorzustellen, „ist ja schon schwer genug, sich die Welt vorzustellen, in der wir gerade leben.“ Rüping weiter: „Wer weiß, wenn wir Pech haben, steht uns ein Jahrhundert der Pandemien bevor. Dann würde die Krise der Versammlung zum Normalzustand werden.“ ‚Krise der Versammlung‘, toll! Nochmal Rüping: „Aber selbst dann, da bin ich mir sicher, würde aus den Ruinen der Stadt- und Staatstheater etwas Neues entstehen, eine andere Form von Theater, entwickelt für andere Formen der Versammlung.“ Und bei uns? Wird der Livestream die neue Lesebühne? Angesichts eines Aktionstags der im Deutschen Bühnenverein organisierten Theater und Orchester hat das Berliner Grips-Theater, wo normalerweise auch die Lesebühne ‚Fuchs & Söhne‘ stattfindet, heute einen Videoclip aus ihrem Erfolgsmusical ‚Linie 1‘ ins Netz gestellt. „Fahr mal wieder U-Bahn“ heißt der, Sarkasmus, oder? Vietnam meldet die erste Corona-Neuinfektion seit 89 Tagen. Kambodscha schließt bis zum Beginn des neuen Schuljahres im Januar sämtliche staatlichen Schulen, nach 15 Neuinfektionen in der Hauptstadt Phnom Penh. Offiziell ist in Kambodscha noch niemand an der Pandemie gestorben. In Wales dürfen Pubs, Bars und Restaurants ab 4.12. keinen Alkohol mehr ausschenken. In Tschechien erhalten Rentner dieses Jahr umgerechnet 150 € Weihnachtsgeld, da sie Mehrausgaben für Masken und Desinfektionsmittel hatten. In der Türkei wird die Ausgangssperre verschärft. Ab Dienstag gilt sie nachts von 21 bis 5 Uhr, von Freitag 21 Uhr bis Montag 5 Uhr gilt sie durchgängig. Menschen über 65 und unter 20 Jahren dürfen dort keinen Öffentlichen Personennahverkehr mehr nutzen. Mit 31.219 Neuinfizierten meldet die Türkei einen weiteren Rekord. Über 200 Covid-19-Tote in Lettland, über 800 in Albanien, über 4.000 in Bulgarien, über 40.000 in Russland, über 45.000 in Spanien, über 55.000 in Italien. Der Chef der US-Coronavirus-Taskforce Scot Atlas ist zurück getreten. „Ich habe hart gearbeitet und mich auf eines konzentriert, Leben zu retten und den Amerikanern zu helfen, durch diese Pandemie zu kommen“, so Atlas. Sein Kollege Robert Redfield, Direktor des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) über ihn: „Alles, was er sagt, ist falsch.“

Tipp für heute: Lieber noch mal richtig nachdenken, bevor man sich äußert.

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Corona-Tagebuch 162

30. November 2020

Gestern beim Livestream aus dem Weddinger Echsenstudio erfahren, dass direkt neben uns ebenfalls gesendet wird. Auch da sind Enthusiasten am Werk, Enthusiasten von den ‚Christen im Widerstand‘, die sich manchmal auch ‚Christen für Deutschland‘ nennen und aktuell gegen die Corona-Maßnahmen agitieren, während sich die „Mehrheit der Amtskirche wegduckt“, wie es dort heißt. Hoffentlich behält Kanzleramtsminister Helge Braun recht, wenn er verkündet: „Die Pandemie verliert im nächsten Jahr ihren Schrecken“, damit sich die ‚Christen im Widerstand‘ endlich wieder ihrem eigentlichen Thema, dem Kampf gegen die Verschwulung widmen können. Da gibt es nämlich viel zu tun. Auch mir war heute morgen ganz blümerant zumute. Hab zwar versucht mich mit dem Gürtel zu geißeln, bin mir aber nicht sicher, ob das geholfen hat. Tschechien öffnet ab Donnerstag wieder sämtliche Geschäfte und Restaurants. Außerdem wird die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben. Eingeschränkte sportliche Aktivitäten dürfen dann wieder ausgeübt werden. In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi startete trotz Smog, Ärzte rieten von Sport im Freien ab, und Corona, rund 5.000 Neuinfektionen täglich in der Stadt, ein Halbmarathon mit Profis und mehr als 13.000 Amateur-Läufern. Letztere liefen statt einer vorgegebenen Route coronabedingt einen selbstgewählten Weg. Sie luden eine App des Veranstalters herunter, welche Streckenlänge und benötigte Zeit maß. Eine Alternative auch für den Leistungssport? Etwas unübersichtlich vielleicht, für die Zuschauer. New York öffnet trotz steigender Infektionszahlen die Grundschulen. Dies sei möglich, so Bürgermeister Bill de Blasio, „weil wir jetzt so viele Beweise dafür haben, wie sicher Schulen sein können.“ Sein können? Warum wählte er die Möglichkeitsform? Hunderte haben im belgischen Lüttich gegen die nächtliche Ausgangssperre demonstriert. 17 Personen wurden festgenommen. In Belgien sind Versammlungen über 4 Personen derzeit verboten. Einen neuen Rekord an Neuinfektionen meldet die Türkei, 30.103 Fälle am Tag (Sonnabend). Über 500 Covid-19-Tote in Litauen, über 800 in der Slowakei, über 1.000 im Libanon und im Kosovo, über 8.000 in Pakistan. Im niedersächsischen Bad Nenndorf ist es der Polizei gelungen eine verbotene „Home-Party“ aufzulösen. Nachdem sie von Anwohnern wegen lauten Gegröles gerufen worden war, gab der 24-jährige Wohnungsinhaber an der Tür an lediglich zwei Personen zu Besuch zu haben. Als die Polizisten jedoch die Wohnung überprüften, entdeckten sie bereits kurz nach ihrem Betreten sechs volle Gläser (sechs! d.A.). Eine Person befand sich kauernd hinter einem Hamsterkäfig (ein Zwerg? d.A.), eine andere lag in einem Kleiderständer (lag? d.A.), ein weiterer Gast stellte sich voll angezogen im Bett schlafend (mit Schuhen?! d.A.). Insgesamt summierten sich sechs Personen aus fünf verschiedenen Haushalten. Sie alle erhalten nun Anzeigen wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz und die Corona-Verordnung.

Tipp für heute: Bessere Verstecke wählen.

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Corona-Tagebuch 161

29. November 2020

Wegen der neuen Regeln für die maximale Menge an Leuten in größeren Läden, gibt es wieder Schlangen vor den Kaufhallen, in vertretbarem Rahmen allerdings. Ich stand gestern vielleicht 10 Minuten, bevor ich mir einen Korb nehmen durfte. Und dann kaufte ich all die feinen Sachen, Salz, Essig, der Rest fällt mir nicht mehr ein. Aus vielen Wohnungen hört man zu später Stunde jetzt verdächtige Party-Geräusche. Verboten. Aber ich hol bestimmt keine Polizei. Es muss reichen, wenn sich ein Großteil der Menschen an die Beschränkungen hält. Die Anderen sind jedoch auch wichtig, finde ich. Eine Gesellschaft in der sämtliche Verordnungen, und seien sie noch so sinnvoll, von allen eingehalten werden, ist Horror. Selbst allerdings würde ich weder zu einer „Home-Party“ gehen, noch eine ausrichten, im Moment, weil ich es vernünftig finde darauf zu verzichten. Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen kamen in Erfurt 350 Leute zusammen, in Frankfurt/Oder etwa 2.000, Deutsche und Polen. In London wurden bei einer Demonstration gegen die Beschränkungen 60 Menschen festgenommen. In Südostfrankreich demonstrierten 400 Menschen für die Öffnung von Skiliften, Restaurants und Bars in den Wintersportgebieten. Kein Vergleich allerdings zu den hunderttausenden Franzosen, die zur selben Zeit gegen Polizeigewalt und das neue Sicherheitsgesetz auf die Straße gingen. Dabei kam es auch zu Gewalt. Die deutsche Bischofskonferenz schlägt die Einführung eines bundesweiten Gedenktages zur Erinnerung an die Opfer der Corona-Pandemie vor. Als möglicher Termin wird der Beginn der bundesweiten Impfkampagne genannt. Nach einer Umfrage der Barmer-Krankenkasse wollen sich nur 53% der befragten Deutschen selbst impfen lassen, 15% möchten dies eventuell tun, die Kinder zu impfen, da sind sich 42% sicher. Russland hat damit begonnen seine Soldaten zu impfen. Großbritannien ernennt zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Impfminister, Nadhim Zahawi. Vier Berliner Kliniken nehmen nach Angaben der ‚Berliner Morgenpost‘ keine neuen Patienten mehr auf, weil alle Intensivbetten belegt sind. Im thrüringischen Hildburghausen gilt jetzt ein komplettes Versammlungs- und Veranstaltungsverbot. Auch der Landkreis Görlitz verschärft die Beschränkungen. Das Haus darf nur noch verlassen werden für Wege zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten, zum Arzt oder zum Einkauf. Ähnlich wie in Passau gilt auch in Görlitz ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum. Gute Nachrichten dagegen aus Singapur, eine Frau hat dort im November ein Baby mit Antikörpern gegen das Virus zur Welt gebracht. Es sei nicht mit Covid-19 infiziert gewesen, berichtet die ‚Straits Times‘. Die Frau hatte sich während ihrer Schwangerschaft im März angesteckt. Steigende Neuinfektionszahlen melden Südkorea und Israel. Über 200 Covid-19-Tote in Uganda, über 700 in den palästinensischen Gebieten, über 3.000 in Österreich, über 8.000 in Tschechien, über 105.000 in Mexiko, über 265.000 in den USA. Erste Corona-Fälle bei Nerzen meldet eine Pelztierfarm in Litauen. Die Leichen der getöteten dänischen Nerze müssen womöglich wieder ausgegraben werden, weil mehrere Parteien im dänischen Parlament befürchten, die gekeulten Pelztiere könnten beim Verwesungsprozess Phosphor und Stickstoff absondern und somit Badegewässer und das Trinkwasser verunreinigen. Aufnahmen von Massengräbern für die Tiere zeigten zuletzt, dass etliche tote Nerze wegen sich in ihren Körpern ausdehnender Gase wieder an die Oberfläche gelangt sind. Oh nein! Sie kehren zurück! Nun nehmt euch in acht!

Heute: Weltweites Internetz, Facebook-Kanal der Reformbühne Heim & Welt, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt (Livestream) mit Susanne Riedel, Spider, Falko Hennig, Heiko Werning, Gott und mich, dem Technik-Helden Frank Sorge, Jürgen Witte mit seiner legendären Anneliese-Hülschrath-Gedächtniskolumne zugeschaltet aus Steglitz und unserem Superstargast aus der Schweiz (gebürtig) Marc Ottiker (Lieder) Spenden bitte per Pay Pal an reformbuehne@gmail.com oder klassisch an Heiko Werning IBAN: DE78 100 500 00 0310264790

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Corona-Tagebuch 160

28. November 2020

Warnen möchte ich vor der französischen Serie ‚No Man`s Land‘, in der deutschen Übersetzung ‚Kampf um den Halbmond‘ genannt, zu finden in der ARTE-Mediathek. Hanebüchene Story, holzschnittartige Charaktere, Propaganda-Kitsch übelster Sorte, leider ab und zu spannend, weshalb ich bis zum Ende durchhielt. Da dieses Ende viele Fragen offen ließ, ist zu befürchten, dass eine zweite Staffel droht. Die Stadt Passau, welche nach Hildburghausen in Thüringen derzeit die meisten Infektionen pro Einwohner in Deutschland verzeichnet, hat für eine Woche strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen. Nur noch zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen darf man raus. Zugleich wurde interessanterweise ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen beschlossen. Sollen die Passauer etwa auf ihrem Weg zur Arbeit oder zum Arzt nicht mehr saufen? Während bundesweit zu Weihnachten und Silvester Treffen von 10 Personen aus 2 Haushalten zugelassen sind, erlaubt Berlin lediglich 5 Personen aus 2 Haushalten, Hamburg aber 10 Personen aus 4 Haushalten, Brandenburg schränkt die Zeit der Lockerung ein, auf zwischen 23. und 27.12., also nicht zu Silvester. Wirkt ein wenig wie mit unartigen Kindern. Beim Treffen mit Mutti nicken sie noch artig, kaum ist Mutti verschwunden, machen sie wieder, was sie wollen. In der Bielefelder Innenstadt musste Freitag das Ordnungsamt eingreifen, weil es am so genannten ‚Black Friday‘ zu riesigen Warteschlangen vor den Geschäften kam. Via Megaphon wurden die Menschen aufgerufen Abstand zu halten. ‚Radio Bielefeld‘ forderte auf, nicht mehr zum „Shoppen“ in die Innenstadt zu fahren. Bestimmt ein Trick, um uns glauben zu machen, es gäbe dieses Bielefeld wirklich. Kultursenator Klaus Lederer hat angekündigt, die Berliner Kultureinrichtungen blieben bis Mitte Januar geschlossen. In fünf Regionen Italiens wird dagegen wegen sinkender Infektionszahlen ab Sonntag gelockert, Geschäfte dürfen wieder öffnen. Dasselbe gilt für Belgien, wo die nächtliche Ausgangssperre allerdings bestehen bleibt. Zu Weihnachten dürfen Alleinstehende in Belgien dann statt einer Person zwei Personen einladen. Hurra! Silvester gibt es Böllerverbot. Och man! Auch Frankreich lockert. Geschäfte öffnen, Gastronomie, Sport- und Kultureinrichtungen bleiben zu. Irland öffnet ebenfalls die Geschäfte, zusätzlich Restaurants, Fitnessstudios, Kinos, Museen, Kirchen und Restaurants. Pubs, die nur Getränke anbieten, bleiben geschlossen. Auch in Spanien und der Schweiz sinken die Infektionszahlen, obwohl es während der zweiten Welle dort keine landesweiten Einschränkungen gab. Rekorde an Neuinfektionen melden der Gaza-Streifen, 922, die Ukraine, 16.294 und Russland, 27.543. Über 100 Covid-19-Tote verzeichnet Sri Lanka, über 300 Luxemburg, über 400 Syrien, über 2.000 Japan. Laut dem deutschen Bundesverband Taxi und Mietwagen spitzt sich die Lage wegen des Teil-Lockdowns gerade dramatisch zu. Allein in Berlin seien von 8.100 Taxen mehr als 1.000 dauerhaft abgemeldet worden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier: „Es kann sein, dass die Beschränkungen auch in den ersten Monaten 2021 bestehen bleiben.“ NRW-Ministerpräsident Armin Laschet: „Wir sind auf der Zielgeraden.“ Ist etwa der Weg das Ziel? Michael Theurer, Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, nennt den Umgang mit der Pandemie in Deutschland: „Corona-Sozialismus“. Keine Ahnung, welche Drogen der Herr nimmt, aber vielleicht bereitet er auch bloß seinen Übertritt in die AfD vor.

Tipp für heute: Noch mal nachschlagen, für was das Wort ‚Sozialismus‘ eigentlich steht.

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Corona-Tagebuch 159

27. November 2020

Im Warteraum des Zahnarztes. Eine Mutter versucht ihren beiden Töchtern im Kindergartenalter zu erklären, warum sie die Jacken ausziehen sollten. „Schaut mal, wenn ihr jetzt hier dri-hin die Jacken anlasst und dann gehen wir wieder rau-haus, dann schwitzt ihr hier drin und draußen friert ihr, denn draußen ist es nämlich viel, viel kälter als hier drin, also zieht mal bitte eure Jacken aus.“ Die eine Tochter reagiert nicht, die andere sagt: „Nein!“ Die Mutter versucht es daraufhin noch einmal: „Hier drin ist es doch richtig warm, guckt mal, ich habe auch bereits meine Jacke ausgezogen.“ Sie wendet sich an das eine der beiden Mädchen: „Ziehst du jetzt bitte deine Jacke aus, ja?“ Die: „Nein“. Daraufhin lässt die Mutter beide Kinder mit angezogenen Jacken neben sich auf der Couch Platz nehmen und fängt an freundlich aus einem Buch vorzulesen. Als sie nach ein paar Seiten stockt, die Kinder anguckt und erneut beginnt zu agitieren, muss ich auf Toilette, obwohl ich gar nicht muss. Die Mutter tut mir leid. Die Kinder auch. In Berlin sollen sich über die Weihnachtsfeiertage und Silvester nur 5 Menschen aus zwei Haushalten in der Wohnung treffen dürfen. Die bundesweiten Lockerungen zu dieser Zeit könnten im Corona-Hotspot Berlin nicht gelten, heißt es aus dem Senat. Anreisende Familienangehörige dürfen in jener Zeit aber im Hotel übernachten, dies gestatten auch Hessen und Nordrhein/Westfalen. Thüringen will die Weihnachtsferien am 23.12. erst beginnen lassen, Bremen ist noch unentschieden, in allen anderen Bundesländern ist bereits ab 19.12. frei. Der irische WHO-Experte Mike Ryan rät seinen Landsleuten zu anderen Weihnachtsfeiern als üblich: „Wir sollten nicht das tun, was in Irland normalerweise getan wird, dass in der Küche 15 Leute Kartoffeln schälen und Bratensaft über die Truthähne gießen.“ Was denn sonst? Der britische Gesundheitsexperte und Berater der Regierung Chris Whitty räte seinen Landsleuten dieses Weihnachten auf Küsse und Umarmungen zu verzichten. Ich habe mich entschieden auf Geschenke zu verzichten. Also keine zu besorgen. Bekommen will ich welche, klar. Die Slowakei verschiebt weitere geplante Massentests der Bevölkerung auf „unbestimmte Zeit“. Griechenland verlängert den Lockdown bis zum 7. Dezember. In Kroatien müssen Bars und Restaurants ab dem Wochenende schließen, Hochzeitsfeiern werden verboten, in geschlossenen Räumen dürfen sich nur noch 10 Personen treffen. Schließen will auch Italien und zwar seine Skigebiete. Bayerns Ministerpräsident Söder möchte die bayrischen Skigebiete ebenfalls schließen, wenn, ja, wenn alle europäischen Skigebiete schließen. Österreich schließt seine Skigebiete aber definitiv nicht, nur Apres-Ski soll untersagt sein. Frankreich öffnet zwar die Skipisten, die Skilifte allerdings bleiben geschlossen. Fröhliches Wiederhochkraxeln, wünsche ich. Rekorde an Neuinfektionen melden Estland, 415, Lettland, 898, Kroatien, 4.009 und die Türkei, 29.132. Über 100 Covid-19-Tote verzeichnet Estland, über 2.000 Griechenland, über 3.000 Tunesien, über 15.000 Polen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters begrüßt die Festlegung der Bundesregierung, dass wegen des auch im Grundgesetz verankerten Ranges der Kunstfreiheit, die Kulturbetriebe öffnen dürften, „sobald dies unter Beachtung der Infektionslage wieder möglich“ sei. Dachte, dies wäre eine Selbstverständlichkeit, aber okay, kann man ja trotzdem mal begrüßen.

Tipp für heute: Es begrüßen, dass die Welt sich dreht, unter Beachtung der Infektionslage, selbstverständlich.

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Corona-Tagebuch 158

26. November 2020

Was schon vorher feststand, der Teil-Lockdown wird bis zum 20.12. verlängert und zu Weihnachten und Silvester dürfen sich bis zu 10 Menschen, Kinder unter 14 Jahren nicht eingerechnet, besuchen. Ansonsten wurde beim gestrigen siebenstündigen (!) Treffen zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidentinnen der Länder nach teilweise „hitziger“ Diskussion nichts vereinbart. Halt, stimmt nicht! Auf Parkplätzen vor Einkaufszentren und im Eingangsbereich vor Läden soll jetzt auch Maske getragen werden. Nimm dies, Virus! Außerdem gilt es als „denkbar“, mehr Züge einzusetzen, bei der Bahn, um mehr Sitzplätze zu haben, damit Fahrgäste nicht so eng beieinander sitzen müssen. Einzelheiten soll die Bahn festlegen. Die macht das. Garantiert. Und dann sollen in großen Läden über 800 m² Verkaufsfläche ein paar Kunden weniger hinein dürfen, pro 20 m² bloß noch einer, wenn ich das richtig verstanden habe. Eine Regelung, die bereits von Gerichten kassiert wurde, aber warum nicht noch mal probieren. Weltärztepräsident Frank-Ulrich Montgomery: „Medizinisch-epidemiologisch ist es Wahnsinn, zu Weihnachten wieder aufzumachen.“ Karl Lauterbach findet es zumindest „riskant“. Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor äußerte bei der Sendung ‚Maischberger‘, die Weihnachtssonderregelungen für Kontaktbeschränkungen beträfen doch 40% der Bevölkerung gar nicht. Ob sie dabei schmunzelte, kann ich nicht beurteilen, hab die Sendung nicht gesehen. Ein Aufschrei in den sozialen Medien dürfte ihr jedoch sicher sein. Viele im Osten haben bestimmt schon wieder vergessen, dass wir in der DDR Weihnachten gar nicht kannten. Im thüringischen Hildburghausen, derzeit Corona-Hotspot Nr. 1 in Deutschland, demonstrierten gestern, nachdem Kindergärten und Schulen geschlossen wurden, 400 Gegner der Infektionsschutzmaßnahmen auf dem Marktplatz. Unter anderem sangen sie: „Oh, wie ist das schön!“ Skurriler geht es nicht. Aufgelöst wurde die Manifestation unter Einsatz von Pfefferspray. Auch Litauen verlängert seinen Teil-Lockdown bis 17.12., Museen und Galerien dürfen aber wieder öffnen. Bulgarien verhängt von morgen an einen strengeren Lockdown. Bis zum 21.12. bleiben Schulen, Kindergärten, Universitäten, Restaurants, Einkaufszentren und Sporteinrichtungen geschlossen, Theater und Kirchen schließen nicht. Einen Rekord an Neuinfektionen meldet die Ukraine, 15.331 Fälle am Tag. Großbritannien verzeichnet Regierungsprognosen zufolge 2020 den größten Wirtschaftseinbruch seit 3 Jahrhunderten. Finanzminister Rishi Sunak kündigte an, die Hilfen für Entwicklungsländer deshalb zu kürzen. Portugal möchte hingegen alle portugiesischsprachigen Entwicklungsländer bei den Folgen der Pandemie finanziell unterstützen. Orientiert sich Deutschland am portugiesischen Beispiel, wäre es ja fein raus. Anträge auf Novemberhilfe können übrigens von allen jetzt gestellt werden, die vom deutschen Teil-Lockdown betroffen sind. Juchhu! Über 800 Covid-19-Tote meldet Dänemark, über 3.000 Panama, über 15.000 Deutschland, über 135.000 Indien, über 260.000 die USA. In Russland, Polen und der Türkei gab es gestern ebenso wie in Deutschland die meisten täglichen Toten seit Beginn der Pandemie. Nicht an Covid-19 gestorben in den letzten Tagen sind unter anderem Diego Maradona und Karl Dall. Zu Letzterem fiel den meisten Nachrichtenagenturen nichts Besseres ein als ihn einen „Blödelbarden“ zu nennen.

Tipp für heute: Man muss nicht unbedingt selbst jemanden mögen, den man verteidigt.

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Corona-Tagebuch 157

25. November 2020

Wenn ich auf der Straße gefragt werde, wie es mir gehe, antworte ich oft: „Gut“. Keinen Bock herum zu jammern. Doch es zehrt schon an den Nerven, nicht auftreten zu dürfen, während es für die meisten anderen normal weiter geht, in ihrem Arbeitsleben. Ein User schrieb neulich beim RBB, er esse in einem Betrieb, wo 2.500 Menschen arbeiteten, mittags immer in einer vollen Kantine, alles schick. „Überraschenderweise“ gehen die Infektionszahlen in Deutschland nicht so stark zurück, wie in den westeuropäischen Ländern. Der Teil-Lockdown zeigt weniger Wirkung als erwartet. Gestern starben in Deutschland so viele Menschen an Covid-19 wie an keinem anderen Tag der Pandemie, 410. Trotzdem will man den einmal eingeschlagenen Weg weiter beschreiten, Gastronomie und Kultur bleiben zu, der Rest .. nun ja, Weihnachten und Silvester soll sogar gelockert werden. Eine Mehrheit der Bevölkerung unterstützt dies. Ist in allen Ländern so, egal welche Strategie gefahren wird. Neues gibt es vom Schweinestau zu vermelden. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner will bei den Fleischzerlegungsfabriken das Arbeitszeitgesetz mal für eine Weile außer Kraft setzen lassen, damit die Schlachtbetriebe ihre Kapazitäten hochfahren können und in Sachen billiges Schweinefleisch „eine gewisse Entspannung“ eintritt. Prioritäten muss man eben setzen. Man sollte jenen Betrieben vielleicht neben den Uhren auch das Testen ihrer Mitarbeiter verbieten, diese Gesellschaft basiert nämlich auf Schweinefleisch. Der Virologe Christian Drosten empfiehlt dagegen Menschen auch bei leichten Erkältungssymptomen wie Halskratzen und laufender Nase nicht zur Arbeit zu gehen, selbst wenn der Hausarzt meint ein Corona-Test wäre unnötig. Guter Mann. Auch für Nach-Corona-Zeiten eine Überlegung wert, denke ich. Die Behörden des Westjordanlandes haben für die kommenden beiden Wochenenden einen kompletten Lockdown verhängt. Einen Corona-Ausbruch bei Nerzen auf einer Pelztierfarm gibt es jetzt auch in Polen. Laut EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist Covid-19 in der vergangenen Woche die Todesursache Nummer 1 gewesen, bei Menschen, in der Europäischen Union. Fast 3.000 von uns starben täglich. Über 700 Covid-19-Tote meldet die Slowakei, über 4.000 Portugal, über 50.000 Frankreich, über 170.000 Brasilien. Facebook hat mir übrigens eine, meinem Corona-Tagebuch ähnelnde, Gruppe vorgeschlagen, die sich ‚Geschlechtersensible Pädagogik‘ nennt. Ich fühle mich geehrt.

Tipp für heute: Sein Herz öffnen, also im übertragenen Sinne.

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Corona-Tagebuch 156

24. November 2020

In den Medien wird ständig verkündet, dass die November-Hilfen für vom Teil-Lockdown Betroffene aufgestockt und auf Dezember ausgeweitet werden sollen. Ich bin ja schon etwas langsam und sicher auch übertrieben scheu, was das Beantragen von Hilfsgeldern betrifft, allerdings habe ich bisher von noch niemandem gehört, wo man diese Gelder überhaupt beantragen könne. Ist das nicht Aufgabe, wenn nicht der zuständigen Ministerien, so doch zumindest der Medien? Oder spekuliert man darauf, dass, falls man es kompliziert macht, viele gar nicht erst probieren etwas zu beantragen? Auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums findet sich jedenfalls zur Frage „Ab wann können die Novemberhilfen beantragt werden?“ die hilfreiche Antwort „Derzeit erfolgt die nötige Programmierung des Antragsformulars durch den IT-Dienstleister des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.“ Läuft, im Prinzip. Die Ministerpräsidentinnen der Länder haben sich wohl weitgehend geeinigt, dass der Teil-Lockdown jetzt erst mal bis 20. Dezember weiter geht. Dann soll es über die Weihnachtsfeiertage und Silvester eine Lockerung geben, wo „ein Hausstand mit maximal 10 haushaltsfremden Menschen, Kinder bis 14 Jahre ausgenommen“ zusammen kommen dürfen. Übersetzt heißt das für mich, Weihnachten und Silvester kann sich treffen wer will, nur, dass man im Zweifelsfall eben gezwungen ist auf engem Raum zu nächtigen, da Hotels und Pensionen weiter nur Dienstreisende beherbergen dürfen. Ein Fest für Viren, die sich natürlich nicht recht freuen können, da ihnen die Organe dafür fehlen, sie gehören ja nicht mal zu den Lebewesen. Muss den Kritikern recht geben, die monieren, was das denn für eine Notlage sei, die man für zehn Tage mal schnell aussetze, um gemeinsam feiern zu können. Silvesterfeuerwerk übrigens soll „auf belebten öffentlichen Straßen und Plätzen“ verboten werden. Ansonsten wird „empfohlen“ darauf zu verzichten. Ein Verkaufsverbot von Feuerwerk ist nicht vorgesehen. Systemrelevant eben, im Gegensatz zu .., ach, egal. In China wird nach neuen Corona-Fällen mit Massentests nach weiteren Infizierten gesucht. Aus Shanghai und Manzhouli wurden jeweils 2 Infizierte gemeldet, aus Tianjin 5. In Manzhouli wurden daraufhin alle 200.000 Einwohner getestet, die Schulen geschlossen und öffentliche Veranstaltungen untersagt. Laut tagesschau.de wird China „für solche drakonischen Maßnahmen immer wieder vor allem aus dem Ausland kritisiert.“, tagesschau.de weiter „Gleichzeitig hat China mit der Strategie Erfolg und konnte so im Gegensatz zu vielen westlichen Ländern mittlerweile zu einem weitgehend normalen Leben zurück kehren.“ Ab Donnerstag müssen Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie die Gastronomie in Luxemburg bis zum 15.12. geschlossen bleiben, Museen, Bibliotheken, Schulen, Läden und Betriebe dagegen nicht. Pakistan schließt bis 10.01. seine Schulen und Universitäten. Die mexikanischen Bischöfe haben eine der größten katholischen Pilgerfahrten der Welt, zu welcher 15 Millionen Menschen erwartet wurden, abgesagt. Sonst führt sie zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe nach Mexiko-Stadt. Dort wird ein Marienbild aufbewahrt, das sich 1531 auf wundersame Weise in den Mantel eines indigenen Bauerns namens Juan Diego eingeprägt haben soll. Hallelujah! Russland meldet einen Rekord an Neuinfektionen, 25.173 Fälle am Tag. Über 400 Covid-19-Tote verzeichnet Litauen, über 700 Albanien, über 2.000 Armenien, über 3.000 Bulgarien, über 4.000 Ungarn, über 9.000 die Niederlande, über 45.000 der Iran, über 50.000 Italien. Mitarbeiterinnen der Deutschen Post, welche derzeit Briefe an den Weihnachtsmann im niedersächsischen Himmelsthür beantworten, berichten, die Kinder wünschen sich in diesem Jahr vor allem ein Ende der Pandemie. Aber auch Spielsachen. Und Süßigkeiten.

Tipp für heute: Wunschzettel schreiben nicht vergessen.

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