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Sätze seltsamer Schönheit (129)

18. November 2018

„Ich hoffe, die freigewordene Sendezeit wird nicht wieder neu belegt, sondern ersatzlos gestrichen.“ (ein Kommentator, sehr wahrscheinlich Astrophysiker, auf dem naturwissenschaftlichen Nachrichtenportal web.de zur Absetzung meiner Lieblingsserie ‚Lindenstraße‘)

Heute: Berlin, Schlot, 13 Uhr: Der Frühschoppen mit Andreas Scheffler, Jürgen Witte, Horst Evers, Hinark Husen, Hans Duschke, Susanne Riedel und mich als Gast

und danach!

Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Heiko Werning, Jürgen Witte, Gott und mich, sowie den tollsten Superstargästen, die jemals an einem 18.11. 2018 bei uns sein konnten Andreas Max Martin (Weimar/erotische Jazz-Chansons) und The Knorke (Friedrichshain/A-Capella-Gassenhauer)

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Ein Trauertag

16. November 2018

Der WDR hat bekannt gegeben, die Serie ‚Lindenstraße‘ einstellen zu wollen. Zwar erst im März 2020 (Datum geändert, nach Hinweis eines aufmerksamen Lesers), trotzdem, ich weiß nicht, ob ich dann noch weiter leben will. Ja, ich bin ein Fan dieser Fernsehreihe. Woche für Woche sitze ich vor dem Bildschirm und schaue, wie es so weiter geht, in den Familien, die mir vertrauter sind als die Menschen in der Straße wo ich wohne. Sicher gibt es bessere Schauspieler, obwohl einige der Lindenstraßen-Darstellerinnen durchaus großartige Schauspieler waren und sind, sicher erleben die Figuren der ‚Lindenstraße‘ mehr als Durchschnittsmenschen in diesem Land und, ja, manche Wendung, mancher Strang war zu dick aufgetragen, zu unglaubwürdig, zu sehr von der Haltung der Macher geprägt, doch gibt es nichts Vergleichbares, nichts Unterhaltsames jedenfalls, was so dicht an der Wirklichkeit der Bundesrepublik dran ist wie die ‚Lindenstraße‘. Von Anfang an stand sie unter Beschuss. Machten sich zunächst eher die Intellektuellen und Linken über die Serie lustig, so hat sich dies radikal gewandelt, was wahrscheinlich weniger mit der Serie selbst zu tun hat, sondern eher mit dem Wandel unserer Gesellschaft. So wusste ich heute, nachdem ich die Kommentare auf dem Qualitäts-Nachrichtenportal von web.de zur Absetzung der ‚Lindenstraße‘ gelesen hatte mal wieder, warum sie mir so gut gefiel. 260 Kommentare in 3 Stunden, wovon ungefähr ein Fünftel schrieb: „Wen interessiert ’s?“ oder „Die hab ich sowieso nie gesehen und fand sie immer langweilig.“, die Meisten aber freute es, dass die „Gehirnwäsche“ der „Umerziehungskäse“, die „Gutmensch-Scheiße“ endlich weg sein wird. Exemplarisch: „Es gab so gut wie keine intakte Familie mehr, nur noch WG’s, Schwule, Transgender, nette Muslime. Da schau ich mir lieber alte Filme im Heimatkanal an. Da sieht man noch die gute alte Zeit, wo Deutschland noch Deutschland war.“ Hmm. Mach ma. Die Serie wird fehlen.

Tipp für heute: „Anständige Leute arbeiten, wenn ‚Lindenstraße‘ kommt!“, Werner Adolf auf web.de (die ‚Lindenstraße‘ läuft noch bis März 2020 jeden Sonntag 18:50 Uhr ARD, d.A.)

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Saxophil

14. November 2018

Ich freue mich heute wie ein Froschkönig endlich mal wieder bei meiner Dresdner Lieblingslesebühne auftreten zu dürfen. Vor allem der Weg ist ja auch schon aller Mühe wert. Im tschechischen Speisewagen zwei Stunden durch die Gegend schaukeln zu dürfen, sich die einzelnen Gerichte dort im schönsten böhmischen Akzent erklären lassen zu können und der Kaffee! Hach! Das ist noch so ein richtig schön türkisch aufgebrühter Kaffee, dazu ein Bier und irgend einen süßen Nachtisch. Eigentlich müsste ich mich ärgern, in der Dresdner Neustadt bereits meinen Platz verlassen zu müssen, aber wie gesagt, kann mich ja freuen auf den Abend, mit dem Besten was die sächsische Landeshauptstadt überhaupt zu bieten hat.

Heute: Dresden, Scheune, 20 Uhr: Sax Royal, die Dresdner Lesebühne mit Stefan Seyfarth, Max Rademann, Roman Israel, Michael Bittner und mich als Gast

 

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Räusper, räusper, eine Durchsage

11. November 2018

Die Eine oder der Andere werden es schon aus den Weiten des Universums zugeflüstert bekommen haben, die Reformbühne Heim & Welt zieht um. Ja, wir steigen wieder einmal auf, diesmal in den Roten Salon der Volksbühne, wo wir ab dem 06.01. 2019 jeden verdammten Sonntag gastieren. Wie gehabt mit Jux und Dollerei, Pamphleten und Traktaten, Musik und Nonsens und dazu werden wir uns auch noch verstärken. Ab dem 06.01. dürfen wir ein neues Mitglied in unserer Runde begrüßen, den fabelhaften (viele werden ihn schon als Sommersonderdauerstargast kennen) Roman Israel, gebürtiger Oberlausitzer und vagabundierender Weltenbürger, Stammleser bei ‚Sax Royal‘ unserer Dresdner Schwesternlesebühne und ausgezeichneter Schriftsteller mit einem phantastischen Humor. Ausgewählt haben wir ihn aber nicht deswegen, sondern lediglich, weil er so gut aussieht, klar. Könnt ihr euch selbst von überzeugen. Traurig sind wir natürlich auch ein bisschen, weil wir nicht wissen wie es mit der Jägerklause weiter geht, wo wir sehr gerne geblieben wären, aber nun ja, ist alles etwas ungewiss dort. Darum nutzt die Zeit im Jahre 2018 und unterstützt die Jägerklause, so lange es sie noch gibt, denn bis zum 30.12. sind auch wir dort noch zu erleben. Zum Beispiel, hey, hallo: Heute!

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Heiko Werning, Falko Hennig, Jürgen Witte, Gott und mich, sowie den außerordentlich gut gewachsenen Superstargästen Jochen Falck (jonglierender Scherzkeks) und Holger Saarmann (sechssaitiger Chansonnier)

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Naturwissenschaftliche Erkenntnisse interessierter Teenager (1)

10. November 2018

„Ausatmen ist leichter als einatmen.“ (K., 12 Jahre alt)

Heute: Berlin, Z-Bar, 20 Uhr: Lesershow (allerletzte Ausgabe!) mit Frank Sorge, Martin Goldenbaum, Robert Rescue, Thilo Bock und mich als Abschiedsgast

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour‘ (Teil 6)

4. November 2018

So. Das war ’s. Das Rheinland hätten wir vollständig abgearbeitet. Gestern in Magdeburg am Rhein war es mal wieder ein absoluter Hochgenuss. Ein wirklich zauberhaftes Publikum. Und so kritisch. Ein Mann sagte mir hinterher, dass er meine Zwiegespräche und Kurzgeschichten liebe, mit meinen Liedern und Gedichten aber gar nichts anfangen könne. Als ich fragte warum, antwortete er: „Die gefallen mir einfach nicht.“ Ja. Daran muss ich nun also arbeiten. Ich weiß, was ich zu tun habe. Gleich heute im Zug nach Berlin an der Mosel werde ich meinen Kugelschreiber frisch spitzen und ein paar … nein, das verrate ich lieber noch nicht.

Heute: Berlin, Jägerklause, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Falko Hennig, Jürgen Witte, Heiko Werning, Gott und mich, sowie den perfekten Superstargästen Robert Rescue (Brauseboys) und Amazing Maze (Amazing!)

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 5)

3. November 2018

Draußen scheint die Sonne, deshalb bleibe ich bis 12 im Hotel. Wenn Kramp-Karrenbauer jetzt Bundeskanzlerin würde, kommt mir in den Sinn, hätten es die Wutbürger deutlich schwerer. „Kramp-Karrenbauer muss weg, Kramp-Karrenbauer muss weg“ ruft sich nicht annähernd so gut wie „Spahn muss weg“ oder „Merz muss weg“. Abkürzen? „Kaka muss weg“? Das geht. Trete abends wieder in Köln, der Stadt meiner größten Erfolge, auf, im Klüngelpütz-Theater, bei der Lesebühne ‚Rock ’n‘ Read‘, mit den Kolleginnen Marina Barth, Katinka Buddenkotte, Dagmar Schönleber, Christian Bartel aus Bonn und Matthias Reutter aus Oberhausen. Eine grandiose Show, obwohl es keinen Whisky zu gewinnen gibt. Beim Abschlusslied „Wir sind Rock ’n‘ Roll“, frei nach Leonard Cohen, kommen mir fast die Tränen. Sitzen danach noch auf dem Teppich im Foyer und saufen uns die Rübe dicht. Viertel vier erst ins Bett. Sollte ich versuchen meine Hämorrhoiden gern zu haben? Erstmal ab nach Magdeburg am Rhein. Die Magdeburger selber nennen ihren Rhein zwar Elbe, aber die sagen ja auch „Burch“ statt Burg. Kann man doch nicht ernst nehmen.

Heute: Magdeburg, Moritzhof, 20 Uhr: ’50 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 4)

2. November 2018

Duisburg liegt ebenfalls am Rhein, weil es ja Teil meiner großen Rheinland-Tour ist. Im Regionalexpress von Köln setzt sich mir gegenüber ein Mann in Bahn-Uniform und fängt an Geld zu zählen. Viele, viele kleine und große Scheine. Dann steckt er das dicke Portemonnaie in eine Ledertasche und bittet mich mal eben auf die Sachen aufpassen zu können, er müsse auf Toilette. Ist doch ein Trick, oder? Kann der Versuchung aber widerstehen, indem ich meine Hände so stark zu Fäusten balle, dass die Finger sich nicht bewegen lassen. Natürlich regnet es in Duisburg, was den Charme der Stadt regelrecht erblühen lässt. Mein Hotel ‚Zum Löwen‘ liegt nicht weit von der Autobahnauffahrt entfernt. Beim Poetry-Slam ‚WortLautRuhr‘ werde ich diesmal sogar Zweiter in meiner Vorrundengruppe, von Zweien. Der Wettbewerb verfolgt ein seltsames Konzept. Keiner der Vortragenden bekommt von den anderen Texten irgendetwas mit, da man hinten im Backstage-Raum sitzen muss, wo die meisten Tee trinken und stöhnen, wie müde sie sind. Weil wir nicht mal am Ende mehr auf die Bühne müssen, verdrücke ich mich zur Pause. Herzlichen Glückwunsch, der Siegerin oder dem Sieger, unbekannterweise. Im ZDF bei ‚Markus Lanz‘ sitzt der Organisator des ‚WortLautRuhr‘-Slams in der Runde. Sebastian 23. Er sagt, man solle ruhig mal zufrieden mit sich selbst sein. Ein junger, gutaussehender, erfolgreicher Mann. Die Leute klatschen.

Heute: Köln, Klüngelpütz, 20 Uhr: Rock’n’Read – Lesebühne mit Marina Barth, Katinka Buddenkotte, Dagmar Schönleber, Christian Bartel und mich als Gast

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 3)

1. November 2018

Wollte eigentlich heute morgen shoppen gehen, weil mir gestern meine Hose zerrissen ist, aber dann stehe ich vor verschlossenen Türen. In Nordrhein-Westfalen ist Feiertag. „Allahheiligen“, wird mir zugeraunt. Ist das jetzt diese berühmte Islamisierung des Abendlandes, vor der uns Pegida schon immer gewarnt hatte? Nun, muss ich eben in zerfetzter Hose auftreten. Hoffentlich bekommt man dafür nicht die Hand abgehackt. Unterhalten uns zum mittäglichen Frühstück über Risse. Erst über jenen in meiner Hose, dann über den in dieser italienischen Autobahnbrücke, welche eingestürzt ist, schließlich über Risse in Atomkraftwerken. Der Mann von Frau Schönleber kennt sich sehr gut aus. Er weiß, dass Risse in solchen Materialien einfach dazu gehören. Tröstlich. Tagesschau.de meldet, dass Obdachlose immer jünger und weiblicher werden. Das mit dem weiblicher, kann ich ja noch verstehen, im Bier sind ja so viele weibliche Hormone drin, aber jünger? Ist das wirklich wissenschaftlich erwiesen? Dann bin ich mal gespannt, auf die Welle von Wohnungskündigungen. Müssten demnächst ja eigentlich die Mieten sinken.

Heute: Duisburg, Grammatikoff, 20 Uhr: ‚WortLautRuhr‘ – Poetry-Slam mit krassen Leuten u.a. mich (in zerrissener Hose)

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Meine ‚Große-Rheinland-Tour-2018‘ (Teil 2)

31. Oktober 2018

Köln erinnert mich stark an Berlin. Es gibt hier ebenfalls Baustellen. Breche meine Besichtigungstour nach 5 Minuten bereits ab. Kennste eine Stadt, kennste alle. Im vietnamesischen Restaurant ‚Bonjour Saigon‘ einen Curry-Topf gegessen, also den Inhalt. Danach versucht zu schlafen, bloß ohne Erfolg. Das setzte sich abends fort, also das mit dem Erfolg. Beim Poetry-Slam ‚Reim in Flammen‘ kam ich in meiner Vorgruppe auf einen beachtenswerten dritten Platz, von drei Teilnehmern. Dieses Kölsch schmeckt übrigens genauso wie jedes andere Bier, oder meine Geschmacksnerven sind komplett hinüber. Weigere mich vom Gewinner-Whisky zu nippen, bin schon ein arrogantes Arschloch. Nachts noch Sarah Bosetti getroffen und mich sehr gut unterhalten. Im Bett fühle ich mich wie Angela Merkel. Ich kann sie so gut verstehen.

Tipp für heute: Sich wie Angela Merkel fühlen.

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