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Süße Jugend

8. Februar 2026

Lange nichts mehr ins weltweite Netz geschrieben. Gut so, alle haben mich vergessen. Aber jetzt, hör mir auf, ein Rückfall. Schönes Konzert gestern im Fürstenwalder Parkclub miterlebt, der übrigens nach wie vor Unterstützung gut gebrauchen kann, weil die da oben, beziehungsweise diverse bürgerlich-konservativen Kreise im Stadtparlament (falls das dort so heißt), meinen, die Jugendkultur für diese Hallodris, die können wir komplett streichen. Braucht doch niemand. Die Halbstarken sollen sich gefälligst an den Tischtennisplatten zusammenrotten (falls es die noch gibt), so wie früher, und ausbaldowern, welcher Oma sie als nächstes ihre Einkaufstasche klauen. War eben nicht alles schlecht. Na ja, schön gewesen jedenfalls, gestern. Die Ensembles ‚The Sandals‘ aus Polen und ‚Turbolover‘ aus Berlin spielten zum Tanz auf und etliche Berufsjugendliche ließen sich nicht lange bitten. ‚Mal wieder ’ne flotte Sohle auf ’s Parkett legen‘, mögen sie sich gedacht haben. Ja, Jugendliche haben eben ihre eigene Sprache. Eine Sprache, bei der viele Erwachsene nur mit dem Kopf schütteln können. Gelernt habe ich auch wieder ’ne Menge. Allerdings auch genauso schnell wieder vergessen.

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Andreas ‚Spider‘ Krenzke, Falko Hennig, Gott und mich, sowie der phantastischen Superstargästin Frau Fritz (Musik, Musik, Musik!)

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Onkelchen erklärt

4. Februar 2026

Der RBB überrascht immer mal wieder durch Schlagzeilen, die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen Hohn zu sprechen scheinen. „Glättegefahr nimmt trotz Plusgraden zu“ heißt es seit gestern auf der Internetseite des Senders. Das ist natürlich Quatsch und gleichzeitig stimmt es auch wieder. Kommt eben darauf an, wo diese Plusgrade zu finden sind. Ist es in höheren Luftschichten über null Grad, kann dort aus den Wolken Regen fallen, der in unteren Luftschichten beziehungsweise am Boden, wo unter null Grad herrschen, gefriert. Dort wird es dann glatt (Minustemperaturen = Wasser wechselt den Aggregatzustand, bleibt auch weiterhin so). Schuld an der Glätte sind also nicht die Plusgrade in der Höhe sondern die Minusgrade am Boden, beziehungsweise in der bodennahen Luftschicht. Aber „Glättegefahr nimmt wegen Minustemperaturen in bodennaher Luftschicht bei gleichzeitigem Regen aus wärmerer Höhenluftschicht zu“ zeckt eben nicht so und vielleicht, das kann sein, können tiktokgewohnte Nachrichtenkonsumentinnen und -menten so eine lange Schlagzeile gar nicht mehr zuende lesen ohne eingeschlafen zu sein. Na ja, widersprechen wird mir von denen niemand, die sind längst woanders.

Tipp für heute: Im Sommer gibt es manchmal Hagel. Trotz Plusgraden! Wie kommt das denn nun wieder? Mal recherchieren (oder wie moderne Nachrichtenredakteurinnen und -eure gerne schreiben „nachrecherchieren“).

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Fenster sind zum Rausgucken da (und zum Reingucken vielleicht auch)

3. Februar 2026

Vorhin kurz mal die Sonne gesehen. Hab ich gebraucht. Jetzt putze ich das Klo. Und dann schreibe ich eine neue Geschichte. Den Titel weiß ich schon: ‚Wie ich mal das Klo putzte, nachdem ich zuvor die Sonne gesehen hatte, kurz‘. Wird bestimmt ein Hit und sicher auch für Kulturwissenschaftlerinnen (und -er) ganz interessant, wie es dazu gekommen ist, also die Vorgeschichte zu dieser Geschichte hier, der Beitrag, den ihr gerade lest, welcher in das Genre ‚Sekundärliteratur‘ fällt, glaube ich.

Tipp für heute: Im Sommer jammern sie wieder alle über das gleißende Licht, weswegen du im Prinzip nur noch mit geschlossenen Augen durch die Gegend stolpern kannst. Jedes Jahr dasselbe.

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Es geht voran!

1. Februar 2026

Gute Nachricht aus meiner Heimatstadt, sämtliche Straßenbahnlinien fahren wieder! Also bei der Linie 60 gibt es wohl noch ein paar Stationen, die nicht angefahren werden können, weil die womöglich komplett eingeeist sind, durch den Blizzard letzte Woche, sonst aber ist alles tippitoppi. Jedes Ziel kann erreicht werden: „Hoch, hoch, hoch!“ Also jedes Ziel, nun ja, in Westberlin gibt es, räusper räusper, noch ein paar Lücken im Straßenbahnnetz, aber da muss man den Verantwortlichen zugute halten, wir befinden uns gerade mal im 36. Jahr nach der Wende, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Mit Volldampf sind die Verantwortlichen dabei jene marode Infrastruktur, die durch 40 Jahre Misswirtschaft im Westteil unserer Stadt zustande kam, auf Vordermann zu bringen. Und sie werden es schaffen, davon bin ich überzeugt. Es wird, spätestens im Jahr 3.000, auch in Charlottenburg Straßenbahnen geben und in Steglitz, jede Wette! Charlottenburger und Steglitzer, nun freut euch! Und kommt heute zum Beispiel nach Mitte und Prenzlauer Berg, da könnt ihr sie anfassen, eure Stars, also die Straßenbahnen.

Heute: Berlin-Mitte, Kunstfabrik Schlot, 13 Uhr: Der Frühschoppen mit u.a. Volker Surmann, Johanna Zeul und mich als Gästen

und danach

Berlin-Prenzlauer Berg, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Andreas ‚Spider‘ Krenzke, Frank Sorge, Falko Hennig, Gott und mich, sowie den phantastischen Superstargästen Karl Kelschebach (Text) und Nicki Smirnoff (Piano-Punk)

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Gibt er denn niemals Ruhe?

30. Januar 2026

Ich weiß, es handelt sich nicht gerade um eines unserer dringlichsten Probleme, aber der momentane Gebrauch des Wortes „beispiellos“ stößt mir unangenehm auf. Heute morgen erst auf irgendeinem Nachrichtenkanal die „beispiellose Wutrede“ eines kroatischen Handballtrainers. Tatsache? Ein „bespielloser Wintereinbruch“ jagt den nächsten. Schlimm auch der „beispiellose Angriffskrieg“ Russlands in der Ukraine, als hätte es nie zuvor einen „Angriffskrieg“ gegeben. Hi hi, vielleicht wird es deshalb in Deutschland ganz besonders betont. „Beispiellos“ wurde auch das Hamas-Massaker in Israel genannt. Dass Leute, die so etwas schreiben noch in den Spiegel gucken können? Aber vielleicht wissen sie es nicht besser? Vielleicht arbeiten mittlerweile Menschen in den Nachrichtenredaktionen ohne Lebenserfahrung, ohne Schulbildung, ohne Aufsicht, die sie berichtigen könnte? Oder wird das alles schon von KI fabriziert? Von ungenügend gefütterter KI?

Tipp für heute: Immer meine Beiträge lesen. Dort werden alle Worte angemessen verwendet, in beispielloser Qualität!

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Hauptsache stark

29. Januar 2026

Icke schon wieder. Und wieder nur am Nerven. Momentan fordern ja unsere Parteien der radikalen Mitte, Europa müsse jetzt auch „stark“ werden, solle Allianzen bilden. Als Beispiel dafür nannte SPD-Politiker Miersch das Freihandelsabkommen mit Indien. Dort regiert übrigens seit 11 Jahren ein rechtsnationaler Politiker namens Narendra Modi, der angibt von Gott geleitet zu werden und der Hindutva-Bewegung entstammt, die unter anderem ein „ungeteiltes Indien“, ein „Akhand Bharat“, anstrebt, zu welchem auch Afghanistan, Nepal, Tibet, Bangladesh, Sri Lanka und die Malediven gehören sollen. Passt?

Tipp für heute: Wer seine Straßenbahn liebt, schiebt.

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Penetrant

28. Januar 2026

Man soll ja immer mal was schreiben, damit man nicht vergessen wird. Hab ich ja nun getan.

Tipp für heute: An morgen denken (wieder was schreiben).

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Poesie zum Träumen (161)

27. Januar 2026

Die Stimme der Kritik

Ich sitze schön im Warmen

muss nicht vor die Tür

schreib harsche Kommentare

hab da ein Gespür für

(für die allgemeine Lage zum Beispiel, die schlimme)

Tipp für heute: Poetinnen statt Raketinnen!

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Nachtrag zum Deal

23. Januar 2026

Eingeladen zum „Friedensrat“ sind übrigens auch Weißrussland (Belarus) und Russland. Ach, und Deutschland hat wohl noch gar nicht abgelehnt, sondern sich offiziell nur nicht geäußert. Noch nicht. Dafür verkündete der deutsche Bundeskanzler in Davos, dass Dänemark, Grönland und „der Norden“ Schutz bräuchten und zwar „vor Russland“. Diesen „Schutz“ werden sie sicherlich bald bekommen, denn laut tagesschau.de haben NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der böse Möhrenmann den Rahmen für ein Abkommen bereits abgesteckt. „Im Grunde bekämen die USA alles, was sie wollen, ohne etwas dafür zu bezahlen.“

Tipp für heute: Läuft.

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Deal

22. Januar 2026

Die mit Spannung erwartete Rede vom bösen Möhrenmann im schweizerischen Davos ist vorbei. Was hat er gesagt? Lest es am besten woanders. Heute will er einen „Friedensrat“ gründen, der künftig die Geschicke der Welt bestimmt. Bestimmer auf Lebenszeit soll dort, Überraschung, der böse Möhrenmann selbst sein. Außer ihm sind noch ein paar Familienmitglieder dabei, treu ergebene Untertanen sowie handverlesene Menschen und Länder (?), die mindestens eine Milliarde Dollar zahlen und die der böse Möhrenmann gut leiden mag. 60 Länder wurden von ihm persönlich zum Mitmachen eingeladen. Wer eingeladen wurde und nicht mitmachen möchte, wie der französische Staatspräsident Macron, „sei bald eh nicht mehr im Amt“, so der böse Möhrenmann. Die deutsche Bundesregierung hat übrigens (huch!) auch abgelehnt. An Bord sind Argentinien, Ägypten, Israel, Katar, die Türkei und Ungarn. Wäre es ein düsterer Comic, ich käme zu nichts anderem mehr.

Tipp für heute: In Cottbus scheint die Sonne!

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