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Das Comeback

5. Februar 2023

Es ist soweit. Ich steige wieder in den Ring. Zu Ehren des US-amerikanischen Beatnik-Schriftstellers William S. Burroughs, der am heutigen Tage 109 Jahre alt geworden wäre und weil vor genau 67 Jahren der Stuttgarter Fernsehturm, der erste Stahlbetonturm seiner Art, in Betrieb genommen wurde, beende ich heute meine vierwöchige Lesebühnenpause. Der Roman ist fertig, zumindest das, was ich dafür tun konnte. Jetzt kommt er in den Druck. Da kann natürlich immer noch viel passieren. Die Farbwalzen, die können aus der Maschine springen und zum Beispiel die Weltherrschaft übernehmen oder irgend so was. Das wollen wir aber lieber nicht hoffen. Obwohl, vielleicht würden es die Farbwalzen ja besser machen als wir? Wer weiß. Ich habe auf jeden Fall drei Texte für den heutigen Abend vorbereitet. Die sind so richtig mit Anfang und Ende. Und eine Mitte, die gibt es natürlich auch. Da weiß ich aber noch nicht ganz genau, wann die kommt.

Heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Susanne M. Riedel, Spider, Heiko Werning, Gott und mich, sowie unserer Superstargästin Drunk at your Wedding (Mollstimmung zum Mitsummen)

 

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Corona-Tagebuch (637)

2. Februar 2023

Heute endet in Berlin und Brandenburg die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr, in ganz Deutschland die Maskenpflicht in Fernzügen. Getragen wurde die Maske in S- oder U-Bahnen schon seit Längerem nur noch von etwa der Hälfte der Fahrgäste. Eine Kontrolle der Maskenpflicht erlebte ich persönlich während der ganzen Pandemie nicht. Selbst trug ich auch gestern noch Maske in Bus oder Bahn, bin eben obrigkeitshörig. Wurde bei einer Straßenbahnfahrt zu einer Lesung nach Marzahn von Kolleginnen dafür auch schon belächelt. Na, mal sehen, wie ich es künftig halte. In Erkältungsmonaten könnte ich mir ja vorstellen, sie umzubinden. Fand das bereits Anfang der 90’er Jahre bei einem Japan-Aufenthalt keine schlechte Idee. Dass die Corona-Pandemie vorbei ist, stellt wohl keine allzu gewagte Behauptung mehr dar. Die Krankheit wird es wohl weiter geben, doch horrende Todeszahlen sind kaum mehr zu erwarten. Die von Gesundheitsminister Karl Lauterbach befürchtete Winterwelle blieb in Deutschland bisher aus. Dafür sorgten viele andere Infekte für überfüllte Praxen, eine angespannte Personalsituation. China beendete abrupt seine Null-Covid-Politik und deklarierte die Seuche zu einem harmlosen Schnupfen um. Daraufhin scheint das Gesundheitssystem dort kurzfristig fast zusammen gebrochen zu sein. Offiziell kamen während der chinesischen Covid-Welle in den letzten Wochen 75.000 Menschen ums Leben. Vor über 3 Jahren begann, nach jetzigem Wissensstand, die Pandemie in China, nun ist China als letztes Land schwer davon betroffen. Eine Aufarbeitung der Pandemie hierzulande gab es nicht wirklich. Wird noch nötig sein. Zum einen, um drohende Verbitterung bei all jenen abzuwenden, die durch ihre Weigerung sich impfen zu lassen oder andere Regeln einzuhalten sich an den Rand der Gesellschaft gedrängt fühlten und fühlen, zum anderen, um besser vorbereitet zu sein, für künftige Epidemien. Vor vier Monaten schrieb ich hier meinen letzten Corona-Tagebuch-Eintrag. Inzwischen ist mein erster Roman fast fertig. Möchte heute den Epilog schreiben. Ich fühle mich gesund und überarbeitet. Klingt widersprüchlich, aber so fühle ich eben. Widersprüchlich. Im Ukraine-Krieg rücken an einigen Stellen russische Truppen wieder vor. Deutschland liefert jetzt Kampfpanzer in die Ukraine. Das Sterben und Leiden dort ist so unglaublich sinnlos, dieser ganze patriotische Scheiß absolut zum Kotzen. Und ich befürchte, es bedarf erst einer weiteren Katastrophe, bevor.., ach, das Unken sollte ich sein lassen. Über 100 Covid-19-Todesopfer meldet Macau, über 300 Curacao, über 5.000 der Sudan und Norwegen, über 7.000 Slowenien, über 8.000 Dänemark und Finnland, über 10.000 Aserbaidschan, über 15.000 Taiwan, über 20.000 Guatemala, über 30.000 Südkorea, über 50.000 Kanada, über 65.000 die Philippinen und Japan, über 80.000 China, über 160.000 Indonesien und Frankreich, über 165.000 Deutschland, über 185.000 Italien, über 215.000 Großbritannien, über 385.000 Russland, über 695.000 Brasilien, über 1,105 Millionen die USA. Und noch immer kein einziger Schneetag in diesem Berliner „Winter“. Zum Glück scheint heute wenigstens die Sonne. Sonst ist es meistens grau.

Tipp für heute: Wackelpudding.

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An der Heimatfront

28. Januar 2023

Keine Waffen in Krisengebiete liefern, hieß es einst, wenigstens bei den Grünen. Dann hieß es, wir werden der Ukraine keine schweren Waffen liefern. Gestern nun las ich auf tagesschau.de in einem Interview mit einem „Experten“, es sei durch das Völkerrecht gedeckt, wenn deutsche Soldaten in der Ukraine kämpfen würden. Die Russen dürften dann zwar auf sie schießen, nicht aber deutsches Territorium angreifen. Die nächste Hürde, über die wir springen müssen?

Tipp für heute: Ein Leopard-Panzer ist kein „Game-Changer“. „Experten“, die so etwas von sich geben, sollten mit Stubenarrest und Fernsehverbot bestraft werden. Zumindest so lange, bis sie sich entschuldigen.

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Hauptsache rund

27. Januar 2023

Der Abend gestern fing gut an. Ich hatte meine Korrekturarbeit am Roman fertig gestellt, dank der wunderbaren Hilfe des Computerexperten und Schriftstellerkollegen Jochen Reinecke, der mir das nicht mehr zu öffnende Dokument innerhalb von Bruchteilen von Sekunden (gefühlt) reparierte, einen Kanten (Brot von letztem Monat ist nicht hart, gar kein Brot, das ist hart) mit Butter und Salz in mich hinein geknuspert und machte mich kurz entschlossen auf den Weg, um mal wieder ordentlich einen zu löten. Musste einfach mal wieder sein. Ich bin sowieso immer viel zu vernünftig. Herr Gläser hatte geladen, in die 8mm-Bar, in der Schönhauser Allee, in der ich zuvor noch nie gewesen war. Etwas irritiert guckte ich schon aus der Wäsche, weil Eintritt gezahlt werden sollte, zwischen 8 und 10 Euro. Aber, was soll der Geiz, dachte ich, hier, ein Zehner, kauft euch ’n Eis. Das kleine Bier kostete dann 3,50 €, Berliner Pilsner, aus der grünen Flasche, Frechheit! Aber, nun ja, wahrscheinlich gibt es gleich noch `ne Show, die sich gewaschen hat, freute ich mich. Gab es dann auch. Auf der Leinwand zog eine Frau einen Geigenbogen über diverse elektronische Geräte. Es quietschte wie Hölle. Durchfallgeräusche und Gestampfe gesellten sich. Atonaler Lärm vom Feinsten. Dazu versuchte eine andere Frau ihren Kopf in einer Metallschale zu versenken. Der Jugend schien es zu gefallen. Sie wirkte interessiert. Wir dagegen verließen nach einer Viertelstunde das Etablissement, gingen in eine Spießer-Kneipe und tranken dort 58 (grob geschätzt) preußische Mass, wie ein 0,4 l-Glas in Bayern genannt wird, was uns ein Schwabe verriet. Der Abend endete also, wie er begann. Gut.

Tipp für heute: Den Doku-Zweiteiler ‚Berlin 1933 – Tagebuch einer Großstadt‘ auf Arte-Mediathek gucken.

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Die Zukunft ist analog

25. Januar 2023

Da strengt man sich schon mal an, ist fleißig, tippt rund um die Uhr, gut, sagen wir die Zweidrittel-Uhr, und dann „Formatfehler in Teildokument content.xml an Position 2,3436 (Zeile, Spalte) in der Datei entdeckt“ und man kann nichts mehr öffnen und nichts mehr tun und alles ist Kacke, Kacke, Kacke! Open Office-Dokumente, die plötzlich verschwinden, zwischengespeichert und pipapo. Verzweiflung pur. Schreibe ich alles noch mal handschriftlich ab? Muss ich wohl. Dauert dann eben noch ein paar Jahre.

Tipp für heute: Computer in die Tonne kloppen.

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Stabil

22. Januar 2023

Wie tagesschau.de mitteilt, hat die SPD ein 21 Seiten starkes Papier zur Neuausrichtung ihrer Außen- und Sicherheitspolitik erarbeitet. In diesem Papier, das tagesschau.de „exklusiv“ vorliegt, soll unter anderem stehen „Grundvoraussetzung für Frieden und Ordnung sei eigene Stärke, dazu gehörten starke Institutionen und eine widerstandsfähige und attraktive Wirtschaft. Das waren schon immer Grundpfeiler sozialdemokratischer Politik.“ Ach ja? Handelt es sich dabei um jene SPD, die mal Abrüstung und Kooperation als Grundvoraussetzung für Frieden ansah? Oder um jene SPD, die mit Hurra-Gebrüll zu den Waffen griff, als der Kaiser klar stellte: „Ich kenne keine Parteien, nur noch Deutsche“? Das Papier „sei Ausdruck eines breiten Konsenses in der Partei“ heißt es. Am Montag werde die neue Strategie öffentlich vorgestellt. Im Dezember soll sie dann beschlossen werden. Echt jetzt? Im Dezember? Heißt das, es findet eine Diskussion von Ende Januar bis Anfang Dezember über ein Positionspapier statt, zu dem es einen breiten Konsens innerhalb der Partei gibt?  Na, zumindest wird nichts überstürzt.

Tipp für heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Susanne M. Riedel, Heiko Werning, Spider und Frank Sorge, sowie der Superstargästin Bhuvan Singh (Musik!)

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Erschreckend

21. Januar 2023

Ob ich bereits wüsste, was ich wähle, fragte mich heute früh beim obligatorischen Wochenend-Anstehen für den Schrippenkauf am Bäcker eine Frau, die ich mittlerweile ganz gut kennen gelernt habe, wir küssen uns zur Begrüßung auf den Mund, Zungenkuss mit Anfassen, wollen nächste Woche heiraten, es wird Zeit sie zu fragen, wie sie eigentlich heißt. Trotzdem, ich muss leider sagen, diese Frau hat politisch so absolut gar keine Ahnung. Es handelt sich bei unserer Wahl im Februar in Berlin um eine Wiederholungswahl. Das bedeutet, wir müssen alle genau dasselbe wählen wie bei der letzten Wahl. Ich verstehe überhaupt gar nicht, warum darauf nicht häufiger hingewiesen wird. Wenn hinterher eine Wahlkommission vergleicht, oder so Kontrolleure von der UNO oder der EU ermitteln und es kommt heraus, dass einige schon wieder unterschiedlich abgestimmt haben, dann wählen wir nachher bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Wieder und wieder! Das kann doch keiner wollen. Oder?

Heute: Berlin, Golferia, 18:45 Uhr: ‚Ahne liest, singt und trinkt‘ eine Dreiviertelstunde bei der phänomenalen ‚Lesenacht an der M8‘

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Obst in Watte?

19. Januar 2023

Blauer Himmel und Sonnenschein. Und dann darf ich heute endlich mal wieder auftreten. Die Brauseboys ziehen um. Sind ab sofort an einem neuen Ort zuhause. Im Osten des Weddings, wie sie schreiben. Im Prenzlauer Berg, dem ‚Haus der Stille‘. Darf man dort überhaupt was sagen? Die Ruhe stören? Oder sollen wir auf der Bühne Pantomime machen? Habe heute früh am Spiegel schon mal geübt. Lustige Grimassen. War so lala. Vielleicht jongliere ich lieber. Mit zwei Äpfeln. Das soll ja auch immer gut ankommen. Und macht keinen Lärm. Zumindest dann, wenn die Äpfel nicht runter fallen. Ist mir bisher leider noch nicht gelungen. Aber, mal sehen. Irgendwann ist immer das erste Mal. Und warum sollte es nicht ausgerechnet bei der Premiere klappen. Oh nein, sehe gerade, es handelt sich gar nicht um das ‚Haus der Stille‘, sondern um das ‚Haus der Sinne‘. Egal.

Heute: Berlin, Haus der Sinne, 20 Uhr: Brauseboys mit u.a. Bernadette La Hengst und mich als Gästen

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Der neue Verteidigungsminister heißt …

17. Januar 2023

Pistolius. Gute Wahl! Obwohl es ein bisschen wirkt, wie aus einem Asterix-Comic abgeguckt.

Tipp für heute: Ein Treffen mit dem chinesischen Verkehrsminister Um Lei Tung organisieren. Ha, ha, ha! Ich lach mich tot. Die Witze damals im Ferienlager, die waren einfach unschlagbar.

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Sterben kann man auch noch, wenn man tot ist

15. Januar 2023

Nachdem wir gestern unter Lebensgefahr, auf dem Gipfel herrschten Windboen bis zu 20 km/h, einen der beiden Achttausender im Volkspark Friedrichshain bestiegen hatten, konnten wir am milden Fuße des Berges die ersten blühenden Kroken (Ewiggestrige sagen noch immer Krokusse) betrachten. Es ist definitiv Frühling, oder wie sich diese Jahreszeit nennt. Gegenüber der Backfabrik in der Saarbrücker Straße gerieten wir dann in ein Rudel Schwanzmeisen. Für all jene, die sich mit Vögeln nicht so auskennen, Schwanzmeisen, das sind Meisen mit einem langen Schwanz und Gezwitscher, das klingt, als hätte sich eine Kohlmeise die Stimme weggesoffen. Wie ihr den Zeilen hier unschwer entnehmen könnt, habe ich überlebt, kann also meine Arbeit an dem tonnenschweren Roman, der höchstwahrscheinlich in einem Zuber aus Granitholz ausgeliefert werden wird und versehen ist mit einem frechen Vorwort von Pharao Franz von Französien, fortsetzen.

Tipp für heute: Berlin, Schankwirtschaft Baiz, 19 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Susanne M. Riedel, Heiko Werning, Spider, Falko Hennig und Frank Sorge, sowie dem Superstargast Martin Goldenbaum (Musik)

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