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Mein amerikanisches Tagebuch (21)

19. März 2019

Ich habe heute zum ersten Mal die Waschmaschine angestellt und jetzt warte ich gespannt was passiert. Mir hat nämlich eine Freundin gesagt, es könne sein, dass das Waschmittel, welches ich verwende, blaue Flecken hinterlasse, auf den hellen Sachen. Nun, keine Ahnung, ich blicke bei der Maschine ja auch nicht richtig durch. Die Anleitung, die Zahlen, alles auf USAisch. Hab da jetzt einfach irgendwas angestellt und sie läuft. Mal gucken, was bei raus kommt. Ein zu Mehl zerriebener Haufen? Eine Skulptur? Blaugefleckte Batik-Gewänder? Halb so wild. Schlau wie ich bin, habe ich nämlich nicht alles gewaschen, sondern eine komplette Garnitur zurück behalten. Ja, ihr könnt mich auch Fuchs nennen.

Tipp für heute: Gut Lachen hat, wer noch weiß, wo was ist.

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Mein amerikanisches Tagebuch (20)

18. März 2019

Wenn man so den ganzen Tag nur schreibt und schreibt, wird man manchmal direkt unsicher. Ist das eigentlich noch gut? War das jemals gut gewesen? Ganz witzig finde ich gerade, sich als Band ‚Ein Pott Püree‘ zu nennen, eine Langspielplatte zu veröffentlichen, welche ‚Raps-Ode in blau‘ heißt und dies beim Label ‚Voll Macht Sinn‘ zu tun. Musste ich hier schnell mal notieren, morgen hätte ich mich das bestimmt nicht mehr getraut.

Tipp für heute: Sich auf die neuen Platten von ‚Sedlmeir‘ und ‚Die Heiterkeit‘ freuen.

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Mein amerikanisches Tagebuch (19)

17. März 2019

War gestern in einem schön trashigen American-Diner zum Frühstücken gewesen, danke Wolfgang Müller, für die Einladung. Wir sind stilecht mit seinem Auto dahin, obwohl es bloß 15 Meter (Gedächtnisprotokoll) entfernt von meiner Wohnung lag. Wolfgang meinte, er könne nicht garantieren, dass die Türen von seinem Auto auch wieder aufgingen, wenn man raus wolle. Köstlicher Humor. Er meinte es aber ernst. Zu essen gab es dann alles was das Herz begehrt, also Schinken und Ham und Eggs und Eier und so. Wir saßen da über drei Stunden, haben uns fast nur über die DDR-Armeezeit unterhalten, obwohl wir beide unser Gespräch damit begannen, dass wir über diese Zeit ja eigentlich gar nicht reden würden. Thank you America!

Heute: Berlin, Roter Salon der Volksbühne, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Falko Hennig (back from South America), Jakob Hein, Heiko Werning, Satan und Jürgen Witte, sowie den famosen Superstargästen Sarah Bosetti (Couchpoetos) und Karl Neukauf (Stimme der Unvernunft)

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Mein amerikanisches Tagebuch (18)

16. März 2019

Mitten in der Nacht aufgewacht und geglaubt, es sei schon morgens und ich müsse sofort los, um die Katzen zu füttern. Ich muss nämlich zwei Katzen übers Wochenende versorgen, Kaffee und Kakao, also nicht mit Kaffee und Kakao, das wäre katzenschädlich und garantiert auch verboten, trotz der hier unbegrenzten Möglichkeiten, sondern die beiden heißen Kaffee und Kakao, jawohl auf deutsch, das hat damit zu tun, dass…, ach, würde zu weit führen. Auf jeden Fall lag ich im Bett und mir fielen so tolle Wörter wie ‚Damendarm‘ und ‚Blitzblockade‘, ‚chalalanig‘ und ‚undoof‘ ein. Ich glaube man kann im nichtdeutschsprachigen Ausland viel schönere deutsche Wörter neu erfinden als wenn man in Deutschland oder deutschsprachigen Ländern brützelt. Dachte mir irgendwann auch, wir brauchen ja neue Verben, warum nicht das Essen von gewissen Lebensmitteln einverben, also für Pizza essen zum Beispiel: pizzen, für Brot (Stulle) essen: broten, genau nach dem Prinzip: keksen, schnitzeln, spaghetten, kloßen. Bei manchen Lebensmitteln ist das natürlich schwierig, suppen oder eintopfen sind ja bereits belegt. Ähnlich bei Getränken: wassern, siruppen, schnapsen, bieren, kein Problem: brausen und weinen, na ja.

Tipp für heute: Beim Fernsehen bisschen chipsen?

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Mein amerikanisches Tagebuch (17)

15. März 2019

Der Frühling hat Einzug gehalten. In der Nacht schauerte es und heute sind 20°C und diverse Düfte ziehen durch den Ort, die man so vorher nicht wahrgenommen hat. Unter anderem riecht es nach etwas ähnlichem wie Weichspüler. Ich bin jetzt ein richtiger Amerikaner geworden, jedenfalls besitze ich ein amerikanisches Konto. Okay, fehlt vielleicht noch das Auto und Englisch müsste man lernen und bestimmt auch noch die Regeln für diese ganzen Sportarten kennen, die hier gerne geschaut werden, American Football, Baseball, Softball, Basketball. Bei Basketball allerdings habe ich mir bereits ein bisschen was gemerkt. Wenn der Ball nämlich im Körbchen drin ist, hat die angreifende Mannschaft zwei Punkte geschafft. Oder drei Punkte. Oder nur einen.

Tipp für heute: Kein Sträußlein Schneeglöckchen pflücken, weil die auf der Wiese viel schöner aussehen.

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Mein amerikanisches Tagebuch (16)

14. März 2019

Einen roten Vogel durfte ich gestern in einem Garten beobachten. Es soll sich um einen Kardinal handeln, auf Englisch ‚Cardinal‘. Man sieht, meine Sprachkenntnisse entwickeln sich geradezu explosionsartig. Explosionsartig vermehren tun sich auch die Präsidentschaftskandidatinnen der Demokratischen Partei hierzulande, für die nächsten Wahlen. 14 sind es bereits und fast täglich kommen welche hinzu. Das Spektrum ist relativ breit gefächert. Von konservativen Positionen, über liberale, sozialdemokratische und grüne gibt es praktisch alles. Ohnehin sind die beiden großen Parteien (andere existieren zwar, spielen aber keine Rolle) mit europäischen Parteien nicht zu vergleichen. Sie stellen eher ein Sammelbecken dar und vertreten keine gewachsene ideologische Ausrichtung. Deswegen konnte in der Geschichte auch schon mal die Republikanische Partei die Progressivere sein und mal die Demokratische Partei. Für die Demokraten will jetzt ein Bewerber antreten, der das Bedingungslose Grundeinkommen fordert. Andrew Yang möchte 1.000 $ für jeden US-Amerikaner pro Monat. Und das in der leistungsverrückten USA, wo selbst Obdachlose noch Steuersenkungen applaudieren! Ich weiß gar nicht was ich hier am 2. Mai, zum ‚Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen‘ anstellen soll, die amerikanische Demonstrationsform, dieses Rundherum-im-Kreis-Gelaufe, find ich ja, ehrlich gesagt, gewöhnungsbedürftig. Hat so was von Zirkus mit dressierten Hühnern. Na, mir wird schon was einfallen.

Tipp für heute: Sich was für den 2. Mai überlegen (in Berlin, 13 Uhr, Demo am Senefelderplatz, wird es diesmal sogar einen Vokuhila-Block geben).

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Mein amerikanisches Tagebuch (15)

13. März 2019

Die Stare sind eingetroffen. Jedenfalls Vögel, die so ähnlich wie Stare aussehen. Sie sitzen links von mir, sie sitzen rechts von mir und machen jede Menge Krach. Ich habe ein wenig Sorge, ob ich überhaupt jemals wieder nach Europa zurück komme. Nach den beiden Boeings, die vom Himmel gefallen sind, haben ja nun einige Länder, darunter auch sämtliche Staaten der Europäischen Union, ein Flugverbot für diese Maschinen erlassen. Nun werden die Fluggesellschaften sicher versuchen auf andere Typen auszuweichen, vielleicht Iljuschins oder Tupolews, die haben ja immer ganz brav ihre Dienste geleistet, eigentlich. Aber wenn nun noch ein weiteres Flugzeug abstürzt? Ein Flugzeug eines anderen Herstellers? Ist es auszuschließen, dass sie den Luftraum für sämtliche Flugzeuge sperren? In den Niederlanden werden ja bereits Luftballons verboten, weil sich Enten in deren Schnüren verheddern. Ich kümmere mich mal besser um einen Platz als Heizer, auf einem der rostigen Ozeandampfer.

Tipp für heute: Kernseife hilft, bei hartnäckigem Dreck.

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Mein amerikanisches Tagebuch (14)

12. März 2019

Es ist nichts passiert. Zumindest nichts mitbekommen, was passiert ist. Ich schreibe. Kann mich ja schlecht erinnern, aber hier mal mein Lieblingszitat aus dieser Sascha-Anderson-Dokumentation: „Vor meinem Haus stehen drei Birken. Schuld und Sühne. Eine davon ist mir am liebsten.“

Tipp für heute: Geheimnisvoll tun.

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Mein amerikanisches Tagebuch (13)

11. März 2019

Gestern hatte ich statt der Nummer 12 meines Tagebuches kurzzeitig Nummer 11 zu stehen, also genauso wie an dem Tag zuvor. Hat aber zum Glück keiner bemerkt. Puh! Außerdem weiß ich jetzt, dass es an meinem College, also dem Dickinson-College, dessen Gastfreundschaft ich in Anspruch nehme, eine extra Polizei gibt, die Studenten, welche draußen Alkohol trinken oder kiffen, oder gar beides, verhaftet oder zumindest deren Straftaten aufnimmt, damit das dann intern verhandelt werden kann. Strenge Sitten. Musste mich auf meinem Heimweg, nach einem Gelage gestern, tierisch zusammen reißen, nicht schweinische Lieder zu grölen, in der Öffentlichkeit zu urinieren oder über die Autodächer zu laufen, wie ich das sonst in Berlin eigentlich ständig mache. Wahrscheinlich komme ich als besserer Mensch zurück.

Tipp für heute: Auch ohne Alkohol mal fröhlich sein.

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Mein amerikanisches Tagebuch (12)

10. März 2019

Wenn man Bier kaufen will, muss man hier seine Identitätskarte zeigen. ‚Land of the free‘. Fentanyl dagegen bekommt man ohne das Zeigen eines Ausweises offeriert, illegal, in den schummrigen Ecken der Stadt. Ja, Fentanyl, das ist der neue heiße Scheiß, wie voher schon L.S.D., Kokain und Heroin mal wieder ein Medikament, welches als Droge seinen Siegeszug rund um die Welt antritt. Wird uns demnächst garantiert auch beschäftigen.

Schöne Antwort von Tiger, zusammen mit G.G.B. als ‚TagTeam‘ unterwegs, übrigens auf die Frage des Schweizer ‚Untergrund-Blättle‘ (UB): „Die wenigsten Untergrund-Rapper können von ihrer Musik leben. Wie schaut es bei euch aus?“ Tiger: „Wenn ich gänzlich auf Essen und Trinken verzichte, könnte das klappen.“

Heute: Berlin, Roter Salon der Volksbühne, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Jürgen Witte, Roman Israel, Satan und Heiko Werning, sowie den legendärsten Supergaststars seit es Legenden gibt: Katrin Freiburghaus (München) und Sebastian Krämer (Berlin)

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