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Kulturkampf

12. Dezember 2019

Magdeburg, die Stadt in welcher ich mich derzeit aufhalte, kämpft, wie ich gestern erfuhr, um den Titel irgendeiner Kulturhauptstadt. Und der schärfste Rivale soll dabei Chemnitz sein. Ausgerechnet Chemnitz! Dort, wo ich mich kurz zuvor noch befand. Chemnitz hat als Pluspunkte natürlich den bunt angemalten Schornstein und den ‚Phuc Thinh‘-Asia Imbiss zu bieten, Magdeburg allerdings ist auch nicht ohne. Sie lassen im öffentlichen Raum die wahrscheinlich meisten Glühbirnen weltweit brennen. Überall befinden sich Skulpturen aus Leuchtmasse, Hirsche, Schlitten, Kugeln, Gestalten, Undefinierbares. Das dürfte die Fridays-for-Future-Bewegung sicher erzürnen, aber es sieht nun mal gut aus, zumindest wenn man sich am Geschmack der Durchschnittsbevölkerung orientiert. Mir gefiel ja eher dieses riesige Stofftier, welches gestern auf dem Bürgersteig in einer Pfütze lag. Sein Kopf war aufgeschlitzt und heraus quoll weiße Gehirnmasse, also irgend ein Polyester-Zeug. Es tat mir leid. Jetzt liegt es hier neben mir im Hotel-Bett. Vielleicht erholt es sich ja wieder.

Heute: Magdeburg, Moritzhof, 20 Uhr: ‚Tiere streicheln Menschen‘ mit Sven van Thom, Gotti und mich als Gast (ausverkauft)

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Kampagne wider die allerortens anzutreffende, durch nichts zu entschuldigende und zu allem Überfluss mit Geldgeilheit innigst gepaarte Inferiorität (Folge irgendwas)

11. Dezember 2019

Und noch etwas aus Chemnitz (Karl-Marx-Stadt). Wer einen richtig guten, traditionellen Asia-Imbiß (das ß steht hier absichtlich) aus den 90’er Jahren besuchen möchte, ist bei ‚Phuc Thinh‘ in der Chemnitzer Theaterstraße bestens aufgehoben. Hier kann wirklich alles genossen werden, was man seit circa 10 Jahren (mindestens!) so schmerzlich vermisste. Die dänischen Röstzwiebeln aus der Großpackung, die China-Pfanne, das 0,5l Bier für 1,60 €, Verzicht auf störende Musik, tiefgekühlte Frühlingsrollen, Erbsen als Gemüse der Saison, Plaste-Besteck und so weiter und so fort. Ich muss ja sagen, dass mich, neben den Preisen, meine Reispfanne mit Garnelen kostete 3,60 €, am meisten die Kombination panasiatischer mit türkischer Küche beeindruckte. Denn es gab auch, wie in den 90’ern häufig üblich, Döner im Angebot, aber nicht irgendwelchen, sondern „Döner (nach Art)“. Leider war ich, dank der Shrimpspfanne, bereits pappesatt, sonst hätte ich diesen Kunst-Döner bestimmt probiert.

Heute: Magdeburg, Moritzhof, 20 Uhr: ‚Tiere streicheln Menschen‘ mit Sven van Thom, Gotti und mich als Gast (ausverkauft)

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Einfach jeder kann etwas tun

8. Dezember 2019

Gestern im wunderschönen Chemnitz. Der Gastgeber des ‚Hutzenabends #2‘, der bezaubernde Max Rademann raucht auf dem Weg zum Hotel noch rasch eine Zichte. Als wir vor der Hoteltür angekommen sind, holt er aus seiner Manteltasche eine kleine aufklappbare Metallbüchse und drückt darin seine Zigarettenkippe aus. Danch klappt er diese Büchse wieder zu und steckt sie in seine Manteltasche zurück. Entschuldigend zuckt er mit den Schultern und meint: „Mein bescheidener Beitrag zum Umweltschutz.“ Vorbildlich, denke ich.

Heute: Berlin, Roter Salon der Volksbühne, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Falko Hennig, Jürgen Witte, Gott und mich, sowie den phänomenalen Superstargästen Chio Schuhmacher (Zuckerklub), Lutz Drenkwitz („Reinhard Mey des Punk“) und Christoph Theussl (Österreich)

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Poesie zum Träumen (132)

7. Dezember 2019

Genauer muss es natürlich .de heißen

Seit an Seit – mal ohne Streit?
kein Groko-Aus an Nikolaus,
nur Reimeklau bei Tagesschau

Heute: Chemnitz (Karl-Marx-Stadt), Arthur e.V., 19:30 Uhr: ‚Der besondere Hutzenabend #2‘ mit Max Rademann und mich als Gast

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Frage und Antwort

6. Dezember 2019

Ist heute zufällig der ‚Black Friday‘? Ich habe nur gehört, dass der irgendwas mit Einkaufen zu tun hätte und weil ich doch heute in einem Einkaufszentrum auftrete, dachte ich, passt ja. Aber wahrscheinlich ist heute gar kein ‚Black Friday‘ sondern ein ‚Farblos Freitag‘ oder, nein, jetzt fällt ’s mir ein, es könnte ja sein, dass heute Nikolaus ist! Na klar! Deshalb war vermutlich auch mein Schuh so voll, heute früh. Voller Zeug. Obwohl ich ihn gar nicht geputzt hatte. Seit einem Dreivierteljahr putze ich nicht mehr meine Schuhe. Lohnt sich irgendwie nicht, weil ich ja bald wieder neue brauche, ziemlich sicher, 2024 vielleicht. Da wäre das ja rausgeschmissene Energie, die man besser für was anderes einsetzt, zum Beispiel.., na, fällt mir jetzt gerade nichts ein.

P.S.: Das Freizeitforum Marzahn ist gar kein Einkaufszentrum, sondern ein Sport- und Kulturzentrum, na toll, alles denkt man falsch.

Heute: Berlin-Marzahn, Stadtbezirksbibliothek ‚Mark Twain‘ Marzahn-Hellersdorf, 20 Uhr: ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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Vorwärts und nicht vergessen

4. Dezember 2019

Heute früh bin ich erwacht und wusste plötzlich, Ahne, Schluss mit dem Rumgeeiere, ich darf mich nicht ständig nur mit mir selbst beschäftigen, diese ewige Nabelschau, diese dauernden Streitereien, diese persönlichen inneren Querelen, die interessieren die Bevölkerung einfach nicht. Es heißt jetzt klare Positionen beziehen, zusammen halten, aufstehen und mit dem Gegner sich auseinandersetzen. So etwas will das Volk sehen. Hurra! Dann aber streckte ich den großen Zeh unter der Bettdecke hervor und merkte, es ist ganz schön kalt da draußen. Und dann zog ich mir doch noch mal kurz die Bettdecke über den Kopf, nur ganz kurz. Gleich würde ich aufstehen, versprochen. Gegen Mittag hatte ich die schwere innere Krise dann glücklicherweise überwunden und es gelang mir tatsächlich noch mal für fünf Stunden wegzuknacken.

Heute: Heiligengrabe/Prignitz, Kloster Stift zum Heiligengrabe, 19:30 Uhr: ‚Zwiegespräche mit Gott – Unter der Fuchtel der Zeit‘ vs. ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier im Rahmen des ‚Literarischen Bilderbogen‘

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Meine neue Lieblingsstraße

1. Dezember 2019

Sie heißt Abendstraße und befindet sich in der Magdeburger Neustadt, gleich um die Ecke meines gestrigen Auftrittsortes ‚Moritzhof‘. Abendstraße. Den Namen muss man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen. Abendstraße. In der Nähe liegt übrigens auch die Mittagstraße. Die Frühstraße suchte ich vergeblich. Bestimmt sind die Namen Mittag- und Abendstraße erst nach der Wende vergeben wurden. Vielleicht hießen sie früher mal Straße der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft oder Wilhelm-Pieck-Allee. Obwohl, Mittag? Gab es da nicht diesen Günther Mittag aus dem Politbüro der SED? Und wer war Herr Abend? Oder Frau Abend? Ach, was würde ich dafür geben Frau Abend zu heißen.

Heute: Berlin, Roter Salon der Volksbühne, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Falko Hennig, Jürgen Witte, Gott und mich, sowie den wunderschönen Superstargästen Robert Rescue (Weddinger Frohnatur) und Silvia Maria-Jung & Titus Waldenfels (Schräge Gassenhauer aus München)

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Poesie zum Träumen (131)

30. November 2019

Auf Tour (4)

Am ersten Tag schuf Gott das Licht,

Magdeburg gab es damals noch nicht,

Faschisten, die sind doof,

ich komm in den Moritzhof

Heute: Magdeburg, Moritzhof, 20 Uhr: ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Brot uff die Webseite von Moritzhof würd mein Programm anjekündicht als ‚Unter der Fuchtel der Zeit‘, so heißt dit neue ‚Zwiegespräche mit Gott“-Buch, is aba ditselbe jemeint

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Wirres zur Zeit

28. November 2019

„Was hat ‚Fridays for Future‘ mit Bewegung zu tun?“ fragt Frau Marianne Roth per Leserbrief in der Zeitung ‚Die Welt‘ und antwortet sich gleich selbst: „Nichts.“ Aha. Und wie kommt sie darauf? Na, deswegen: „In den Schulen fällt seit Jahrzehnten der Sportunterricht als 1. aus. Kindern und Jugendlichen muss vermittelt werden, dass sie einen Körper haben, um den man sich kümmern darf.“ Soso. „Körper, Seele und Geist hängen zusammen.“ Sicher. „Solange man lebt, darf man für eine bessere Welt eintreten.“ Guck an. Nett von ihnen. „Eine bessere Welt, für die, die leben, das ist schön.“ Und schön ist ebenfalls, Frau Marianne Roth, dass ihr Leserbrief damit zuende ist, auch wenn sich mir nicht recht erschließen will, was das alles miteinander zu tun haben soll. Vielleicht ja: „Nichts“?

Heute: Berlin, Rathaus Friedrichshagen, 20 Uhr: ‚Zwiegespräche mit Gott – Unter der Fuchtel der Zeit‘ vs. ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt) neue Texte, alte Schlager, Bier

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Selbstkontrolle

27. November 2019

Weil ich ja in dem Alter bin, wo man dauernd was vergisst, habe ich gestern einfach mal meine ganze Wohnung auf den Kopf gestellt, alles gründlich durchsucht und kann nun reinen Gewissens behaupten, nein, bei mir befindet sich nichts aus dem gestohlenen Sachsenschatz des Grünen Gewölbes in Dresden. Weder die ‚Große Brustschleife‘ noch der ‚Orden des Weißen Adlers‘ und auch sonst keine Brillianten, Diamanten oder Perlen. Ich habe lediglich einen Holzknüppel gefunden, wo ‚Peacemaker‘ drauf steht. Kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ausgerechnet August der Starke so etwas nötig gehabt hätte.

Heute: Bremen, Hochschule, 20 Uhr: ’51 Jahre Brot‘ (Ahne liest, singt und trinkt)

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