Corona-Tagebuch 264
12. März 2021
Absolutes Chaos mit Internet-Verbindungen. 3 verschiedene W-LAN-Netzwerke, alles andere funktioniert nicht. Mal geht der Fernseher, mal nicht. Gebe andauernd neue IP-Adressen ein, neue Passwörter. Bin innerhalb von 24 Stunden 30 Jahre gealtert. Will mein terrestrisches Antennenfernsehen zurück. Warum benötigt es für jeden Quatsch tausend verschiedene „Anbieter“? Werden wir demnächst zwischen diversen Leitungswassernetzen wählen müssen? Bringt mich bitte ins Altersheim. Stellt mich mit irgendwas ruhig. Den Rest der Zeit dahin dämmern, keine so schlechte Alternative. In Paris haben Kulturschaffende aus Protest gegen corona-bedingte Schließungen das Theater Odeon besetzt. Ähnliche Aktionen gab es auch in anderen französischen Städten, Kulturministerin Roselyne Bachelot bezeichnete sie als „nutzlos“. In Berlin versucht der Kultursenator ein Pilot-Projekt zu initiieren. Noch im März sollen neun Veranstaltungen auf Berliner Bühnen, darunter der Volksbühne, stattfinden. Das Publikum muss am Veranstaltungstag zum Corona-Test, während ihr Mund-Nasen-Schutz tragen. Volksbühne? Gab es da nicht mal den ‚Roten Salon‘? Waren wir als Lesebühne da nicht beheimatet? So lange her! Afrika verzeichnet einen spürbaren Rückgang der Neuinfektionen. Trotz stark gesunkener Infektionsrate verlängert Portugal den Corona-Notstand bis 31. März. In Wales dürfen ab morgen wieder zwei Haushalte sich in privaten Gärten treffen, Frisöre öffnen Montag. Die Kinos machen in Los Angeles wieder auf, mit 25%-iger Auslastung. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung über 16 Jahre sind in Israel zum zweiten Mal geimpft worden. Die EU-Kommission hat den Johnson & Johnson-Impfstoff als vierten zugelassen. Gut so, denn neben Dänemark setzen auch Norwegen, Island und Thailand die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff komplett aus, bis der Todesfall in Dänemark geklärt ist, Italien, Österreich und Rumänien verbieten die Verwendung bestimmter Chargen. Indien will Pakistan mit 45 Millionen Dosen Astrazeneca beliefern. Die Nachbarländer sind seit vielen Jahren verfeindet, aber man muss ja nicht gleich das Schlimmste denken. Polen hebt beschlossene Lockerungen in zwei Regionen, darunter Warschau, wieder auf. Kinos, Theater, Einkaufszentren, Schwimmhallen und Hotels müssen dort erneut schließen. Bulgarien schließt seine Mittelschulen, Gymnasien und Hochschulen, Konferenzen und Tagungen werden verboten, „seit mindestens 14 Tagen liegt ein exponentielles Wachstum der Fälle vor“, so Corona-Stabschef Wenzislaw Mutaftschijski. Ungarn verzeichnet einen Rekord bei Neuinfektionen, 8.312 am Tag. Japan will die Einreisen ins Land aus Furcht vor der Ausbreitung von Virusmutationen auf 2.000 pro Tag begrenzen. In der philippinischen Hauptstadt Manila gilt ab Montag wieder eine nächtliche Ausgangssperre. Kambodscha gab sein erstes Covid-Todesopfer bekannt. Über 600 Covid-19-Tote meldet Kamerun, über 2.000 Nigeria und auch Albanien, über 530.000 die USA. Der Bonner Virologe Hendrick Streeck gestand in einem Interview: „Ich habe das Virus am Anfang nicht so gefährlich eingeschätzt und habe es ein paar Wochen später revidiert.“
Tipp für heute: Tippfehler verzeihen.
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