Corona-Tagebuch 406
9. August 2021
Das neue Schuljahr hat begonnen, in Berlin zumindest. Gestern Abend vor der Reformbühne mit dem Töchterlein noch beim Testen gewesen. In den ersten drei Schulwochen sollen sich alle Schülerinnen und Schüler dreimal wöchentlich testen lassen. Es gilt Präsenzpflicht und zunächst für 2 Wochen eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen. Weiterhin soll stoßgelüftet werden und Abstand gehalten. Zum Glück ist der Sommer nicht so heiß dieses Jahr. Ich beneide Schüler und Lehrerinnen trotzdem nicht. Auch Schottland hebt fast alle Corona-Maßnahmen auf, lediglich die Maskenpflicht in Behörden, Schulen und dem ÖPNV gilt weiter. Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit: „Die Entwicklung in Großbritannien zeigt, dass man nicht einfach behaupten kann: ‚Wenn wir fast alle Maßnahmen aufheben, läuft alles aus dem Ruder‘. Wir sehen jetzt genau das Gegenteil.“ Dresden hebt die Maskenpflicht in Läden wegen stabiler (!) 7-Tage-Inzidenz unter 10 auf. In den letzten zwei Wochen galt sie erst, wurde dann wieder aufgehoben, galt dann wieder und wurde jetzt wieder aufgehoben. ‚Stabil‘ kann man eben verschieden definieren. Tunesien hat mit Massenimpfungen begonnen. Israel impft über 60-jährige schon zum dritten Mal. Berlin plant solche Auffrischungsimpfungen für über 80-jährige, Pflegebedürftige und immungeschwächte Menschen, deren Zweitimpfung mehr als 6 Monate zurück liegt, ab September. Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci warnt vor gefährlicheren Varianten: „Wenn sie dem Virus erlauben frei zu zirkulieren und nicht versuchen es zu stoppen, dann gibt es früher oder später die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine andere Variante bekommen“, bei welcher, im Unterschied zur Delta-Variante, die aktuellen Impfstoffe keinen Schutz mehr böten. Einen Rekord an Neuinfektionen meldet der Iran, 39.619 Fälle am Tag, ebenso, wie den traurigen Höchstwert täglicher Corona-Todesopfer, 542. Saudi-Arabien entschädigt Angehörige von Corona-Todesopfern, welche im dortigen Gesundheitswesen arbeiteten, mit umgerechnet 113.000 €. Über 300 Covid-19-Tote verzeichnen die Bahamas, über 600 Mauretanien. Unsere den Pandemie-Maßnahmen gegenüber, zumindest auf ihren Konzerten, „kritisch“ eingestellte Sängerin Nena gibt sich weiterhin standfest. Bei einem Auftritt in Bergen, auf der schönen Insel Rügen, verkündete sie: „Ich kann fühlen, dass ihr wisst, dass das, was ich gesagt hab, das ist, woran ich glaube und dass ich keinen, keinen Millimeter zurückrudern werde.“ Eine mutige Frau, fürwahr.
Tipp für heute: Rudert man irgendwo hin, sollte man die Möglichkeit des Zurückruderns vielleicht nicht kategorisch ausschließen.
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