Corona-Tagebuch 612

12. April 2022

Einen ganzen Tag im Bett gelegen. Gelesen. Wurde ich müde, schlief ich, wachte ich auf, las ich wieder. Warum schreiben nicht alle wie Heinz Strunk? Werde mal mit gutem Beispiel voran gehen, hab ich mir vorgenommen. Imitation hat zwar einen schlechten Ruf, aber bestimmt nur in Deutschland. International kümmert das doch keine Socke. Außerdem, lieber ein zweitklassiger Heinz-Strunk-Imitator als ein drittklassiger Schlupfkasper mit eigenem Stil. Oder gar eine viertklassige Nulpe mit Hänge-Ödem. So sieht das mal aus. Gurken sind 30% teurer geworden, erfahre ich beim RBB. Eine kostet jetzt circa 1 €. Frechheit! Mich stört ja mehr, dass der Käse kaum noch bezahlbar ist. Für ein winziges Stück von mir präferiertem Stinkerkäse zahle ich ab und zu fast weit mehr oder sogar noch mehr. Darüber hinaus wurde uns jetzt das Warmduschen verboten, weil angeblich Legionellen im Wasser wären. Kommt mir bekannt vor. Erst Corona, jetzt Legionellen. Die führen uns doch an der Nasenklammer durch die Arena zum Affentanz! Dabei hat Berlin immer noch die niedrigste 7-Tage-Inzidenz in ganz Deutschland, die höchste weist das Saarland auf. Heimat von Erich Honecker. Kommt sicher auch nicht von ungefähr. Tschechien hebt Donnerstag die Maskenpflicht im ÖPNV auf. Trotz weiteren Anstiegs der Covid-Fallzahlen in Shanghai soll da jetzt in einigen Stadtteilen der strenge Lockdown, äh, gelockert werden. Lock-lock, blöde Doppelung. Erste Anzeichen einer Abkehr von der Null-Covid-Strategie? Shanghaier Wohngebiete werden jetzt in 3 Risikozonen eingeteilt. Gebiete, wo zwei Wochen keine Infektionen auftreten, da wird den Bewohnern die Möglichkeit zu „angemessenen Aktivitäten“ eingeräumt. Von 26.087 gemeldeten Neuinfektionen waren Sonntag lediglich 914 Fälle überhaupt mit Symptomen. Und weiter meldet China kein einziges Todesopfer während der Welle. Eins geht nur, denke ich, entweder verschweigt man die Opferzahl, oder aber die Krankheit ist nicht mehr so gefährlich, dann aber sind die strengen Maßnahmen kaum nachvollziehbar. Na ja. Keine Impfstoffspenden nimmt die Initiative Covax, die ärmere Länder mit Corona-Impfstoff versorgt, mehr an. Es fehle an Nachfrage. Sagt jedenfalls die deutsche Bundesregierung. Hierzulande droht nämlich die Haltbarkeit bei Millionen überschüssiger Impfstoffdosen zu verfallen. Samoa meldet einen traurigen Höchstwert täglicher Corona-Todesopfer, 4. Genau 700 Covid-19-Tote insgesamt verzeichnet Laos, über 170.000 Großbritannien. Und bei der Deutschen Post verzögert sich die Zustellung von Sendungen aufgrund des hohen Krankheitsstandes, zumindest in Berlin. Besonders schlimm betroffen: Steglitz. Post-Sprecher Hans-Christian Mennenga im RBB: „Konkret bedeutet das, dass wir vereinzelt Rückstände haben, dies betrifft aber vor allem Dialogpost.“ Dialogpost, Dialogpost? Gleich mal nachgeguckt, was das bedeutet. Ein anderer Name für Werbung. Ach du mein lieber Gott, das ist ja nicht zu fassen!

Tipp für heute: Irgendwas arbeiten (muss schließlich auch gemacht werden).

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