Corona-Tagebuch 617

25. April 2022

Engpässe gibt es in der Kaufhalle weiter bei Pflanzenöl, Mehl und Senf, was allerdings nicht der Grund war, warum ich gestern beim Kochen improvisierte. Ich hatte einfach keine Lust einzukaufen. Deshalb gab es Auflauf aus dem was noch da war, Kartoffeln, Radieschen, eingelegte Stockschwämmchen, Aubergine, Möhren, Schmand. Überbacken mit Mozzarella-Krümeln aus der Tüte. Gar nicht so schlecht. Schlecht war gestern erneut die Reformbühne besucht, trotz Stargast Sebastian Krämer. Wir rätselten anschließend, warum dies zur Zeit alle Lesebühnen betrifft, oder fast alle. Denke, dass es nach dem gefühlten Ende der Pandemie und angesichts des Krieges in der Ukraine, ein Bedürfnis großer Teile der Bevölkerung nach heiler Welt in ihrer Freizeit gibt, nach Unterhaltung pur. Schlager, Tekkno-Partys, Comedy. Oder man entspannt in der Natur, macht es sich im trauten Heim gemütlich, der berühmte Rückzug ins Private. Irgendwie auch zu verstehen. Vielleicht müssen wir nur mehr Schlager singen und alles streichen, was mit Politik zu tun hat? Gute Idee! In Frankreich ist Macron wiedergewählt worden. Seine rechtsradikale Gegenkandidatin Marine Le Pen bekam fast 42% der Stimmen. Slowenien wählte dagegen einen neuen Präsidenten, einen Manager, der in den Medien als „linksliberal“ bezeichnet wird. Sein Name: Robert Golob. Klingt bisschen nach ‚Herr der Ringe‘. In Deutschland ist die 7-Tage-Inzidenz unter 800 gefallen und die Grünen möchten im ganzen Land wieder regelmäßige Katastrophenschutzübungen einführen. Nach einem Corona-Ausbruch in Peking, 22 Neuinfektionen, sollen 3,5 Millionen Menschen dort getestet werden. Aus Angst vor einem Lockdown kam es zu Hamsterkäufen, die für leere Regale sorgten. Shanghai meldete gestern 39 Corona-Todesfälle. Über 1.000 Covid-19-Tote insgesamt verzeichnet Zypern, über 7.000 Australien, über 145.000 Frankreich. Der RBB richtet seinen Fokus auf die asiatische Tigermücke. Sie „konnte sich in einem Berliner Kleingarten vermehren“. ‚Vogelsang 1‘ lautet der Name der Kleingartenanlage. Da sollen jetzt alle stehenden Wasseransammlungen (auch kleine Pfützen) verhindert werden. Die Mücke kann nämlich gefährliche Tropenfieber wie Zika oder Dengue übertragen. Und wenn man die Kleingartenanlage einfach abbrennt? Ach, das geht wohl nicht. Zudem beruhigt das Robert-Koch-Institut: „Nur weil die Mücke hier ist, heißt das noch lange nicht, dass auch die Krankheit hier ist.“ Biologin Doreen Werner jedoch hebt warnend den Finger: „Aber die Wahrscheinlichkeit würde bestehen, dass zum Beispiel ein infizierter Reiserückkehrer hier mit dieser Mücke zusammentrifft.“

Tipp für heute: Auf sämtliche Reisen verzichten.

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