Punk provoziert
22. Mai 2011
Während die Deutsche Bundesbank den „Superboom“ ausruft, erinnern mich die Äußerungen des dänischen Regisseurs Lars von Trier in Cannes an unseren leider viel zu früh verstorbenen Kollegen Michael Stein. Einfach mal was sagen, was völlig aus der Rolle fällt, und dann die Reaktionen abwarten. Stein benutzte besonders gern das Wort „Votze“ wenn wir in besetzten Häusern oder linksalternativen Clubs auftraten. Er intonierte Osama bin Laden-Sprechchöre kurz nach dem 11. September 2001. Wir riefen bei einer Scientology-Demo dazu auf unsere homosexuelle Untergruppierung endlich anzuerkennen, was uns eine Einkreisung durch deren Sicherheitsdienst bescherte. Stein wollte den Rosa-Block beim BFC gründen und rief vor sagen wir mal rechtsoffenen Fans mit dem Megaphon dazu auf mehr Schwarze (er sagte „Neger“) in die Mannschaft zu integrieren, was fast in eine Schlägerei gemündet wäre. Beim Bewerbungsgespräch in einer Druckerei forderte er, man müsse ihm ein Auto zur Verfügung stellen und seinen Haschisch-Konsum tolerieren. Stein hätten die Auslassungen von Triers bestimmt sehr gefallen. Ich selber schwanke, finde es aber gut, wenn man darüber lachen können dürfte, denn letzten Endes hat das Ganze mit Rechtsradikalismus soviel zu tun wie das Hakenkreuz-Nicki, welches Sid Vicious von den Sex Pistols gerne trug.
Heute: Berlin, Kaffee Burger, 20:15 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jürgen Witte, Falko Hennig, Jakob Hein, Uli Hannemann und mich sowie den zu Gast seienden Underground-Heroen Paul Bokowski und Jan Papke.
21 Kommentare zu “Punk provoziert”
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Vermutlich hätte Stein sich aber auch nicht darüber gewundert, in Cannes Hausverbot zu kriegen.
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Das stimmt.
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Nicht zu vergessen unser legendäres Vorstellungsgespräch in der „Jungen Freiheit“, wo wir eine jüdisch-bolschewistische Kolummne angeboten haben.
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Warum hat von Trier das gesagt?
Und weil nicht rechtsradikal, nur ein bischen rechts?
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Immer dit selbe. Hinterher vermisst man sie, vorher sollnse gehen.
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jaaaaa! gewitter, gewitter…
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ahne sach ma warst du heute im fez
hier superberlüner deutschtürkisches kinderfest zum mitmachen
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@ geppi: Nee, da warick heute nich. Ick war heute uffin Spielplatz. Da habick Latte Machiatto nich jetrunken und ooch nich jeroocht.
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@ robert: Jaja.
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@ Nana: Also ich kenn Lars von Trier ja nich persönlich, aba ich könnte mir vorstelln, er war einfach nur sehr gelangweilt von dem was üblicherweise immer so gesagt wird. Und vielleicht hat ihn auch die Frage nach seiner Herkunft zusätzlich angestachelt. Eine Art Verschwörungstheorie von mir, gebe ich zu.
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Komisch übrigens auch, dass, wenn man hier was reinschreibt, die Uhrzeit immer eine Stunde früher angezeigt wird, als sie tatsächlich ist. Da müsste man den Schuldigen auch mal ausmachen.
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ich hab den schuldigen! das ist der doppelgänger der zeit. der fiesling hat die zeit überlistet und hält sie nun als geisel!
schlachte dein sparschwein und die schweine deiner kinder! wir brauchen lösegeld…
naja schon gut, allet quatsch hier mal wieder.
vielleicht ist der webmaster auch die geisel..
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komisch eigentlich, dass es bei „geisel“ kein männlich und weiblich gibt…
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Geiselin?
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ja, klingt gut. mein vorschlag für die männliche variante wäre geisling. na denne, wir treffen uns morgen vorm patentamt…
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@Ahne: War doch so: Das geht nicht und das geht gar nicht und das geht überhaupt nicht. Tu ma nich so.
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@ robert: Wie tu ich denn?
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ahne der typ den ick da uffn foto aus m FEZ habe sieht aber aus wie du …
vielleicht ist dit der, der schon eine stunde inner zukunft war – nee is – nee sein wird
ick gloob jeroocht hat dein futuritisches ego ooch aber n latte – neee hak nich jesehn
aber bei den varis im tierpark juni 2010
dit warst du – bin ick mir sicha
also fast – so richtich sicha is ja nüscht mehr heutzutage wa
kleena tip wie du dit mit der zeit in griff bekommst
je ma ins däschbord uff
einstellungen
und kick bei deiner zeitzone – da machste +1 und
denn bekommste dit wieda in griff
hauste
geppi
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Ick soll ins Däschbord jehn?! Man, ick hab ’ne feste Freundin! Ins Däschbord, tss, tss, tss.
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@Ahne: Du tust ja schon wieder so! Also genau so.
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@ robert: Ach, das meinste.
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