Der Mauersegler
21. Juni 2011
Er ist mein absoluter Lieblingsvogel: der Mauersegler, der, wie ich auf dem ‚Langen Tag der Stadtnatur‘ erfuhr, zwar ähnlich aussieht wie eine Schwalbe aber überhaupt gar nicht mit ihr verwandt ist, sondern eher mit dem Kolibri. Fast sein ganzes Leben lang verbringt er in der Luft, hat deshalb auch nur verkrüppelte Füße. Er frisst im Fliegen, fickt im Fliegen und, ja, er schläft auch im Fliegen. Er kann gleichzeitig fliegen und schlafen, indem er eine Hirnhälfte abschaltet und nur die Andere benutzt. Ab und zu benötigt er allerdings eine Phase des Tiefschlafes, in der beide Hirnkammern abgeschaltet werden müssen, dann fliegt er einfach in höhere Luftschichten und lässt sich von dort fallen. Was für ein Vertrauen dieser Vogel doch in seine natürlichen Weckfunktionen haben muss. Beneidenswert. Dieser Tiefschlaf dauert aber nicht lange. Ein paar Sekunden sind es allerhöchstens, dann ist er bereits wieder ausgeschlafen. Lediglich zum Eierlegen benötigt der Mauersegler noch festen Boden unter seinen verkrüppelten Füßen. Da hat die Evolution eine harte Nuss noch zu knacken. Die Schalen der Eier müssten elastischer und kälteunempfindlicher werden, so dass sie aus relativ geringer Höhe auf gepolsterte Flächen hoher Gebäude fallen gelassen werden könnten und ein Ausbrüten nicht mehr notwendig wäre. Die Jungvögel müssten dann nach dem Schlüpfen bereits ein dichtes Federkleid besitzen und die Eltern die Nahrung in Klümpchen zielgenau in die aufgesperrten Schnäbelchen ihrer Kücken abwerfen. Schwierig, schwierig. Bin mir aber sicher, das wird irgendwann auch noch gelingen.
Tipp für heute: Mir euren Lieblingskäfer nennen.
21 Kommentare zu “Der Mauersegler”
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gern doch: Der Malriechenkäfer
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Du nennst den ooch so, wa? Also, da jibts bei uns zuhause ja imma Streitichkeiten, weil ick als Berlina sag ja zu dem imma Mariechenkäfa (als Berlina sagt man ja ma, statt mal) aba meine Freundin aus Thüringen meint der heiße Marienkäfa. Marien, haha, wat soll dit denn sein?! Aba imma wennick ihr sage: „Na komm, riech doch ma dran, wie schön der riecht“ denn winkt se imma ab. Sie weeß janich, wat se da vapasst.
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Mutschekiepchen heißt der.
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Mit langem u.
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Aber die Mauersegler mit ihrem Gefiepse mag ich auch! Irgendwie mögen die aber unseren Innenhof nicht mehr. Dabei sind die da noch letztes Jahr immer so schön genau auf Höhe unserer Fenster im Kreise rum und rum und rum.
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Vielleicht sind die Insekten bei euch im Innenhof alle.
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Na da werd ich mal das Fenster aufmachen und die ganzen doofen Obstfliegen rausscheuchen.
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Lieblingskäfer hab ich nicht, aber die Mauersegler-Wikipedia war sehr interessant, danke.
Was mich neulich schockiert hat: auf dem Balkon sitzend mitanzusehen, wie eine fiese Nebelkrähe einen ausgewachsenen Spatzen erbeutete. War irritierend irgendwie.
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Ja, Krähentiere können ganz schön fies sein. Auch Eichelhäher und Elstern. Wobei ich doch ziemlich baff über die Aussage von Derk Ehlert war, dass sie sich um die Elstern im Stadtgebiet zur Zeit Sorgen machten, weil deren Bestand wohl rapide abnähme. Bei uns inne Straße zumindest gibts von denen noch einige.
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Neulich in der Trommel hat der Schulli behauptet, dass der Albatros noch viel länger in der Luft bleiben kann als der Mauersegler…
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Ich mag mehr Asseln.
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Ich hatte dieses Jahr das Vergnügen vom Balkon aus einer Krähenbrut beim Großwerden zuschauen zu dürfen.
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Mistkäfa, weil ick da imma an den Witz denken muss:
„Du sach mal, ham Blaubeern eigntlich Beene…?“
Mutschekiepchen oder Modschekiepchen (mit langem o) hören in einigen sächsischen Gegenden auch noch auf den schönen Namen Himmelmiezchen.
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Junikäfer!! Die rocken von Natur aus…
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Ja ,wohl diesen Monat der Junikäfer,später dann der Kartoffelkäfer.
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Mein erster Käfer war blau und Baujahr 67. Aber dann ist mir einer reingefahren und der Motor steckte im Rücksitz. Schade.
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@ Thorstena: Laut Wikipedia zumindest frisst der Albatros größtenteils schwimmend.
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Wenn das der Schulli hört, Ahne…
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Als knapper Sieger der Käferhitparade ist der Mariechenkäfer, auch Marienkäfer, Malriechenkäfer, Mutschekiepchen mit langem u oder Modschekiepchen mit langem o hervorgegangen. Gefolgt gleichauf vom Kartoffelkäfer, dem Junikäfer, dem Mistkäfer und (etwas außer Konkurrenz) der Assel. Scheinbar niemand mag den Hirschkäfer oder den Borkenkäfer. Schade.
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oder was ist mit dem raffinierten Holzbockkäfer?
Hab gestern Unterm Strich gelesen,sehr gut! Silberrückenhooligans ist janz jut ,ähnlich meines Wortes für die undankbare Rentnergeneration,Silberfische.
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@ Alex: Den Begriff Silberrücken für Menschen mit ergrautem Haupthaar habe ich mir allerdings bei Heiko Werning ausgeborgt, der ihn sich wahrscheinlich auch schon von jemand Anderem geborgt hatte.
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