Das Weihnachtswunder

23. Dezember 2025

‚Oh nein, die eine Spinne ist abgestürzt, sieht aus wie tot‘ dachte ich. Sie lag reglos auf dem Fensterbrett, hatte zuvor immer im rechten oberen Eck meines Fensters gebammelt, hübsch eingesponnen in eine Art Kokon, ein milchiges Kokon. Ich schalt mich einen Tierquäler, weil ich nicht dafür gesorgt hatte, dass genügend Insekten durchs Zimmer flattern, ein paar Fliegen wenigstens, oder Kleidermotten, wäre mit ein wenig gutem Willen sicher möglich gewesen, einfach paar Lebensmittelreste liegen lassen oder diverse Schafwollpullover mit verräterischen Löchern von der Straße auflesen und im Schrank verstauen. ‚Na ja‘, dachte ich ‚der Kreislauf des Lebens eben. Sind noch andere Spinnen im Zimmer, zum Glück. Die an der Lampe, die am Blumentopf und die beiden Süßen, die ihr Netz zwischen den Stuhlbeinen gesponnen haben.‘ Bevor ich in die Küche gehen konnte, um den Handfeger zu holen, stupste ich die tote Spinne noch mal mit meinem Kugelschreiber an, und, siehe da, sie krabbelte plötzlich, wie von der Tarantel (ha ha!) gestochen, los, in einem Affenzahn, hollahi hollaho. Danke, lieber Weihnachtsmann, für dieses Weihnachtswunder, ich glaube wieder an dich.

Tipp für heute: Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben sollten, die Tage sind wieder länger geworden, bis zu 2,5 Meter.

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