Nur noch drei Jahre?

18. August 2026

Bei der Sendung ‚Maischberger‘ einen für deutsche Verhältnisse erstaunlich objektiven, nüchternen Journalisten Frederic Pleitgen erlebt, der weder die Gefahren durch aktuell stattfindende Kriege verniedlichte noch in den hierzulande verbreiteten Alarmismus, der nicht selten in Aufrüstungshysterie mündet, verfiel. Im Gegensatz dazu eine Dame, die für die Wochenzeitung ‚Die Zeit‘ arbeitet. Sie versuchte uns die Augen zu öffnen, erklärte, wir Deutschen würden zwar noch nicht im Krieg sein, aber eben auch nicht mehr im Frieden. Ich fragte mich aus welcher Vergangenheit die Frau kam. Hatte sie den „Frieden“ erlebt, von dem sie sprach? Wenn ja, wann? In der Zeit des kalten Krieges, der bis 1990 andauerte? In der Zeit danach, als das wiedervereinigte Deutschland in zahlreiche Kriege (direkt oder indirekt) verwickelt gewesen ist? War das vielleicht vor dieser ominösen Zeitenwende, von der zwar niemand so genau weiß, wann sie stattgefunden haben soll (Al-Kaida-Anschlag auf das World-Trade-Center in New York?, russischer Angriff auf die Ukraine?, Geburt Jesu Christi?), von der dennoch weiterhin inflationär Gebrauch gemacht wird, als Vokabel? Sie beschwor das Jahr 2029 (mal wieder), nicht zum Weltuntergangsjahr (noch nicht!), sondern zum Jahr in dem uns Russland angreift, darauf zumindest verdichteten sich die Hinweise. Keine Ahnung, was die Zukunft so bringt, mir macht es jedenfalls Sorgen, wenn esoterische Vorhersagen hierzulande und anderswo die Stimmung anheizen.

Tipp für heute: Einfach mal herausfinden, wenn 2022 eine Zeitenwende gewesen sein soll, wie viele Zeitenwenden hatten wir dann im 20. Jahrhundert? Mehr als 100? Weniger als 100?

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