Was würde wohl Freud dazu sagen (62)
20. August 2026
Geträumt, ich komme zu mir nach Hause und die Wohnungstür steht sperrangelweit offen. Oh nein, denke ich, denn ich war ein paar Tage lang weg gewesen, dann aber beruhige ich mich, denn es gibt sowieso nichts zu holen in meiner Wohnung, nichts jedenfalls wofür sich Diebe interessieren könnten. Dann höre ich ein Geräusch. Da ist doch was? Und als ich einen Schrank zur Seite rücke, sehe ich: ein Huhn. Nein, eine Ente! Eine weiße Ente mit rot umrandeten Augen. Eine Zuchtente. Sie muss irgendwo ausgebüxt sein, nach Berlin geflogen und dann ist sie hier reinspaziert, in meine Wohnung, hat sich meine Wohnung als Exil auserkoren. Geht nicht, denke ich. Die muss weg. Ich erinnere mich, schon mal ein Huhn gefangen zu haben, in Portugal und eine Wildente auch, in der Fehrbelliner Straße. Es sollte also möglich sein. Ich renne dem Huhn, Quatsch, der Ente hinterher. Die immer an der Wand entlang, hinter Kisten, dem Herd, Schränken, ich komme nicht an sie ran, kriege sie nicht zu fassen. Dann sehe ich hinter einem anderen Schrank ihre Kackstelle, oh nein, das stinkt doch und ist auch gefährlich, Krankheitserreger. Wo habe ich die Kehrschaufel? Ich finde die Kehrschaufel nicht. Verzweifelt sinke ich auf einem Stuhl am Küchentisch nieder. Erst mal ein wenig ausruhen. Womöglich ist das Huhn, beziehungsweise die Ente, ja auch schon wieder von alleine zur Tür heraus? Ich werde sie einfach weiter offen stehen lassen, meine Tür.
Tipp für heute: Immer noch mal kurz zurück gucken, wenn du deine Wohnung verlässt.
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