Nachlese
15. Juni 2008
Erst mal, hatte ich ganz vergessen, ein Dank an das Horns Erben in Leipzig, wo es vorgestern wirklich eine tolle Veranstaltung war. Wenn ich könnte, würde ich alle meine weltweiten Auftritte dort bestreiten. Doch die Welt, die ist nun mal leider kein Wunschbriefkasten, sondern lediglich eine kalte, metallene Schüssel mit gelbem Erbspüree drin. Gestern dann, im Raum der Literaturwerkstatt beim Fest der Linken, war es vor allem leer. Ich durfte vorher eine halbe Stunde lang einer Diskussion lauschen, mit einem ziemlich fitten, schätze mal 90 jährigen, jüdisch-deutschen Kommunisten welcher während der Naziherrschaft nach Uruguay flüchtete und einem erschreckend öden Hans Modrow, der einem wieder einmal bewusst machte, was an der DDR so schlimm war. Nämlich diese Diktatur der spießigen Mittelmäßigkeit, die dafür sorgte, dass selbst Schnarchnasen wie Hans Modrow noch als unangepasst wahrgenommen wurden. Er antwortete lediglich in Allgemeinplätzen und niemals wirklich auf eine Frage. Links und rechts von mir schliefen denn auch die armen Rentner auf ihren Stühlen aber sie waren wenigstens ihrer Pflicht nachgekommen und erschienen. Volker und ich lasen im Anschluss vor leerem Haus. Immerhin ein Dankeschön an den netten jungen Herrn, der uns mit Berliner Kindl aus der Kaufhalle versorgte. Mal sehen, was uns heute bei der Reformbühne im Kaffee Burger erwartet.
Ein Kommentar zu “Nachlese”
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