Zuhause ist es doch am schönsten
10. Dezember 2011
Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg prüft ja die Einführung eines Alkoholverbotes in Bussen und Bahnen und beobachtet interessiert, wie sich dieses Verbot in München und Hamburg auswirkt. Positiv, würde ich mal denken. Dieses Verbot wird sich sicher äußerst positiv auswirken. Wahrscheinlich wird dort nicht mehr ganz so viel getrunken werden, in Bussen und Bahnen. Sicherlich wird auch weniger Schmutz gemacht und vermutlich etwas weniger gepöbelt und geschlagen. Wesentlich wichtiger als ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen finde ich aber ein absolutes Alkoholverbot auf Weihnachtsmärkten. Die besinnliche Stimmung dort wird doch empfindlich gestört durch randalierende Besuffskis, völlig volltrunkene Krawallschachteln und komatoös am Boden liegende zugedröhnte Kleinkinder. Und wahrscheinlich wollte darauf auch nur aufmerksam machen, jener gute Mann, welcher allzu bedenkenlose Weihnachtsmarktbesucher zu einem ganz besonderen Schnäpperken einlud. Gut, er hat vielleicht etwas übertrieben, aber er hat es sicher gut gemeint. Sollte man nicht tun, von Fremden Alkohol annehmen, ganz klar. Wie oft aber, frage ich, kennen wir die Menschen nicht wirklich, die hinterm Tresen, heimtückisch grinsend, das Bierchen zapfen oder die scheinbar gelangweilt die 5,99 € für die Flasche Schnaps kassieren, in der Kaufhalle. Das sind doch fast immer Fremde! Die kennen wir gar nicht! Alkoholverbot in Bussen und Bahnen und auf Weihnachtsmärkten, das sollte selbstverständlich sein, aber auch in Kneipen und Kaufhallen und sowieso, überall! Und Pöbelverbot sollte es außerdem geben und es sollte auch nicht erlaubt sein ein unfreundliches Gesicht zu machen, wie viele unserer Mitbürger hat das schon traurig gestimmt, hunderte wahrscheinlich oder tausende. Man kann doch bitteschön ein bisschen mal sich am Riemen reißen, falls man außerhalb seiner eigenen vier Wände sein sollte. Das ist doch wirklich nicht zu viel verlangt.
Tipp für heute: Mit ’ner Tröte lustig durch die Stadt oder gleich ganz ins Internetz ziehen.
12 Kommentare zu “Zuhause ist es doch am schönsten”
01
Du hast das als lustig gemeint, oder Ahne, aber weisst du was tatsächlich der Mama meines Freundes passiert worden ist?
Sie war auf dem deutschen Weihnachtsmarkt in London – gibt’s überall deutsche Weihnachtmärkte in England jetzt – und dann ist sie in die U-Bahn mit einem Glühwein eingestiegen. Und der Transport-Police (Ordnungsamt?) ist gekommen, und sie musste Geldstrafe zahlen, sonst wäre sie verhaftet.
02
Ja, logisch. Ich meine, wer hat denn mit dem Krieg angefangen? Dass man mit einem deutschen Glühwein nicht in eine englische U-Bahn steigen darf, das versteht sich doch wohl von selbst.
03
Aber statt zu sagen „England ist jetzt eine Polizei-Staat geworden“ hat sie nur gesagt: „Gott, war das peinlich.“
04
Wieviel muss man denn bezahlen für einen Glühwein in der Londoner U-Bahn?
05
Ach, ich kann mich nicht mehr erinnern Ahne, ich glaube eine schwarzfahrenähnliche Summe war das.
In Amerika darfst du nicht im Auto sitzen und trinken, falls du dem Fahrer was abgibst.
Das kommt alles auf uns zu.
Ist es nicht schön, aber, das wir leben jetzt und nicht in der Zukunft, wo Alkohol einfach total verboten ist? Ich freue mich drüber. Ich weiß, dass Alkohol sehr schlimm ist, aber ich freue mich trotzdem, und die, die in der Zukunft, sie tun mir Leid.
06
Naja, abere dafür können sie in der Zukunft mit Raketen zum Einkaufen fliegen und sie können sich zu Weihnachten zu Mutti beamen und müssen nicht mehr auf überfüllten Autobahnen herumgammeln. Außerdem gibt es in der Zukunft bestimmt viel bessere Geschmacksverstärker und man hat ständig Sexroboter zur Verfügung, die einem jeden Wunsch erfüllen. Da ist so ein Alkoholverbot einem dann bestimmt schnuppe. Obwohl…? Na, wer weiß.
07
Auch Wasser trinken ist doch schon verboten in Bus und Bahn. Eis und Stinkedöner essen sowieso. Was soll das also mit dem Alkoholverbot? Meinen die auch den Alkohol im Blut?
Ich jedenfalls hab nix dagegen. Warum muss man in öffentlichen Verkehrsmitteln saufen?
08
Rico hat einmal „Zurück in die Zukunft“ gespielt, und er ist in die Zukunft gegangen, und er musste nicht zahlen, um in ein Schwimmbad zu kommen. Er sagte zu der Frau an der Kasse: „Oh, ich komme von der Gegenwart, und in der Gegenwart müssen wir zahlen, um in das Schwimmbad zu gehen.“
Glaubst du das wirklich mit den Sex-Roboter? Ich denke, manchmal, sie werden einfach bei allen Frauen an ihrem 25. Geburtstag das Gehirn ausgraben und reinsetzen in einer großen hübschen Puppen-Roboterin. Dann werden wir nie alt und ausgeleihert. Es wird billiger als das ganze Botoxen. Einfach das Gehirn transplantieren.
09
Tja, vielleicht werden wir die ganzen Verbesserungen der Zukunft gar nicht mehr zu schätzen wissen. Aber das wird dann unser Problem sein. Ich möchte auf jeden Fall zugucken dürfen.
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Beim Gehirn umschrauben?
11
Ja.
12
Meine Freundin, die die denkt, du wärst so heldenhaftig von der Bühne runtergesprungen, sie glaubt, dass in der Zukunft wir in Heizdecken-mäßige Astronautkostümen rumlaufen werden. Sie sagt jeden Winter: „Ich wünsche, die würden sich beeilen mit der Erfindung dieser Heizdecken-mäßige Astronautkostümen, die ich weiß, die sie erfinden werden.“
Meine Mama glaubt, dass alle Vegetarier sein werden, und werden über Leute, die heute Fleisch essen sprechen, wie wir jetzt über Sklavenhändler oder Todestrafebefürworter von den alten Tagen sprechen. Sie sagt, dass wenn sie berühmt werden sollte, alle zu einander sagen würden: „Aber die Pamela Beard hat Fleisch gegessen, aber damals war’s normal, für die Zeit.“ Ausserdem denkt sie, dass sie eine zweite Sonne bauen werden, und es nie kalt wird.
Dann wird man auch nicht so viel trinken müssen, Ahne. Ich trinke viel weniger im Sommer.
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