Lobpreisung
19. Juni 2008
Es gilt ein Buch zu preisen. ‚Die Farbe des Krieges‘ von Arkadi Babtschenko. Aus dem Russischen übersetzt wurde es von Olaf Kühl und erschienen ist es im Verlag Rowohlt Berlin. Dieses Buch sollte allerdings nur lesen, wer es erträgt über Kriegsgräuel und Brutalität auch im Detail informiert zu werden. Es handelt vom Tschetschenien-Krieg und berührt vor allem wegen seiner einfachen, schonungslos unromantischen Schreibweise. Da bleibt nichts vom Heldentum, da wird erzählt, was in so vielen Militärschmonzetten verschwiegen wird. Ich zitiere hier einen Ausschnitt, der völlig untypisch ist für das Buch, der mich allerdings für längere Zeit stocken ließ bei der Lektüre.
„Die schwere rote Sonne senkt sich langsam hinter den Horizont. Mit der Sonne sterben auch wir. Wir haben kein Alter, unser Leben ist ein Tag. Als Säuglinge werden wir in der Morgendämmerung geboren, sind bis mittags erwachsen und sterben am Abend. Wir hasten und eilen und durchleben das Leben. Heute sind wir schon alt. Wir sind 22 Uhr 15 alt.“
4 Kommentare zu “Lobpreisung”
01
Lieber Ahne,
wir freuen uns das du Dich auch für solche Themen interessierst, aber denk auch an morgen und übermorgen.
Deine Ahnen
02
Ja, so ist es. Schöngrausam, das Rennen. Und davor sollte man in der Tat nicht und niemals die Augen VERschließen. Und das auch alles rausschreien, was einem da begegnet.
Nur andererseits andernorts steht da ein mehr kompakter BauenderArbeiter in seiner Jeans mit den Hosenträgern vor der Kaufhalle, wohl nach gerade getaner Arbeit; und dort trinkt er – vor seinem ansonsten leeren Einkaufswagen stehend (nur für die Milch)- die gerade gekaufte ganze Buttermilch einfach so in aller Ruhe und in einem Zug aus.
Es gibt sie doch! Die Guten. Irgendwo; man muß sie nur sehen wollen.
03
Das Buch handelt vom Krieg.
04
Dazu nur: …der Krieg hat seinen eigenen gut geschmierten Mechanismus, der selbsttätig läuft; der Frieden aber hängt noch immer von dem guten Willen der Menschen ab.“; sagte früher einmal der Ossietzky (in ganz genau 1,213 im Der Fall Völkerbund).
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