Nicht von hier
12. Mai 2014
Letzten Sonnabend Abend ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich als Fußgängerbremse wahrgenommen wurde. Sonst bin ich es ja meist, der sich innerlich erregt, über Touristenhorden oder flanierende Muttis in Babypause, die überall die Gehwege blockieren, weil sie staunen oder was Wichtiges besprechen oder in Karten gucken oder einfach nur nicht wissen wohin. Aber nach meiner Lesung in der Buchhandlung ‚Stadtlichter‘ war ich doch etwas erschöpft und verlangsamte meine Schritte Richtung U-Bahnhof Schönleinstraße, als plötzlich hinter mir eine Stimme ertönte: „Schläääfts beim Laufen!“ Keine Ahnung, was das für ein Dialekt ist, der „Schläääfts“ hervorbringt, aber ich fühlte mich irgendwie doch schuldig und machte umgehend Platz. Der junge Herr schüttelte seinen Kopf, so wie ich es oft tue, nachdem ich mich irgendwo durchgezwängt habe. Später am Alexanderplatz fragte mich dann noch ein älterer Herr aus der französischsprachigen Schweiz wo man denn hingehen könne in Berlin, wenn man Musik hören wolle. Ich war bemüht mich höflich zu zeigen und fragte, welche Musik er denn gern höre. Als er daraufhin aber nur mit den Schultern zuckte, war es um meine Höflichkeit auch bereits wieder geschehen und ich sagte, es täte mir zwar leid, aber ich sei auch nicht von hier.
Tipp für heute: Von da sein.
4 Kommentare zu “Nicht von hier”
01
Das war ein Schläääsier, der hatte recht.
02
Ich hätte ja eher gedacht ein Österreicher, vor allem weil er das so langsam sagte, dass man fast allein davon schon wieder einschlafen musste.
03
Mein Vorschlag wäre auch Wiener Würstchen gewesen. Aber sprechen die das mit Ä?
04
In Österreich gibt es ja ebenfalls verschiedene Dialekte. Die Wiener sagen: „Schlaaafts“, die Kärntner sagen „Schlöööfts“, die die Steirer: „Schlauauaufts“ und die Tiroler.., also könnt ich mir zumindest vorstellen.
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