Was würde wohl Freud dazu sagen (19)

18. September 2014

Die Einberufung ist da. Es ist Krieg in Jugoslawien. Wir fahren mit dem Zug hin. Meine Sachen wurden von Mutti hastig in den Rucksack gestopft. Ich selbst habe nur wenig an aber da unten ist es kalt und ich weiß nicht wann ich mich umziehen soll. Ich will nicht in den Krieg. Aber noch mehr Angst habe ich die Kameraden zu verlieren. Ich beschließe den Zug zu verlassen um schnell vorzurennen, damit ich genug Zeit habe mich in Ruhe umzuziehen (Träume besitzen ihre eigene Logik). Jannowitzbrücke klettere ich hinaus und renne über den Alexanderplatz um rechtzeitig am Sammelplatz Ostbahnhof zu sein (sag ich doch). Leider fährt der Zug viel schneller als ich rennen kann (hmm). Ich komme zu spät, alle sind schon weg. Nur ein kleines Mädchen sitzt noch da. Und der Unteroffizier schleicht durch die Gänge, motzt mich aber merkwürdigerweise nicht an, sondern fragt, ob ich schon immer so kurze Haare hatte, er habe in Erfahrung bringen können, dass ich Skinhead sei. Ich weiß nicht was das jetzt zu bedeuten hat, nutze die Zeit aber um mir schnell eine lange Unterhose anzuziehen. Dann ist er weg und ich warte. Vielleicht haben sie mich ja vergessen?

Heute: Dresden, Scheune, 20 Uhr: Nacht der Lesebühnen (im Rahmen des Festivals ‚Literatur jetzt‘) zum Thema Zorn mit Liz Penelope Mickwitz, Udo Tiffert, Heiko Werning und mich

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