Alle Räder stehen still…
5. März 2008
Wollte nur mal ganz kurz meine Solidarität mit den derzeit Streikenden bekunden. Ich bin ja auch noch in der Gewerkschaft, obwohl ich schon seit 18 Jahren kein Drucker mehr bin. Während dieser Zeit hat sich der Name der Gewerkschaft schon dreimal geändert, mindestens. Heute bekomme ich meine Post immer von der ver.di. Ich kenne dort niemand, aber wenn sie streiken, dann ist das vollkommen in Ordnung. Ich finde sowieso, dass hierzulande viel zu wenig gestreikt wird. Am Sonntag bei der Reformbühne gibt es dann einen neuen Vierzeiler der Woche, wahrscheinlich von Jürgen Witte vorgetragen, der hoffentlich wieder gesund ist und der, in der Vierzeiler-Rubrik letzte Woche, von Jakob Hein vertreten wurde.
4 Kommentare zu “Alle Räder stehen still…”
01
Mir wärs lieber, der Fahrdienst vom Adlon-Hotel würde streiken, und nicht die BVG. Schließlich trifft es diejenigen am meisten, die kein Auto haben. Das sind meistens Leute mit geringerem Einkommen. Außerdem werden nach dem Streik, sollte er Erfolg haben, spätestens in einem halben Jahr die Fahrpreise angehoben. Daran schuld ist natürlich nicht der „einfache“ BVG-Mitarbeiter, sondern die Entscheider. Jedoch muß zumindest der Gewerkschaftsführung klar sein, dass der Streik selbst und sein Ergebnis zu Lasten von Bevölkerungsgruppen gehen, die weniger Geld besitzen, als BVG-Mitarbeiter. Deshalb ist dieser Streik Zeichen einer egoistischen Gemeinschaft, die sich auf Kosten Wehrloser bereichern will. Er ist abzulehnen.
02
Wenn der Fahrdienst vom Adlon streiken würde, würde ich das auch besser finden, weil es mich nicht treffen würde. Ich denke aber, dass zwar kurzfristig ein Streik zu Lasten der eher Ärmeren gehen kann, langfristig aber jeder davon profitiert, wenn sich Beschäftigte wehren und sich für angemessene Löhne einsetzen. Ein großes Problem sehe ich nur darin, dass vollkommen Unterbezahlte oder Arbeitslose noch keine Aktionsformen und Organisationsmöglichkeiten gefunden haben um ihre Interessen durchzusetzen.
03
Genau das ist ja die langfristige Gefahr. Es bildet sich eine Schicht von absolut unterpriviligierten, ständig nur von der Hand in den Mund lebenden Lowlifes (und dazu können auch wir gehören). Und darüber eine starke organisierte Arbeiter- und Angestelltenschaft, die um ihrer eigenen Sicherheit willen nach unten gerne für Ordnung sorgt. Klar. Nur eine gleichstarke Gegenorganisation der untersten Schicht könnte Schlimmeres verhindern, – aber wie willst du sowas herstellen? Vielleicht Vereinstreffen in der Oben-Ohne Bar, Videothekengutscheine für Beitrittsgewillte?
04
Dann heißt es eben, von den Arbeitern lernen heißt siegen lernen. Das Problem ist ja bisher, dass sich kaum jemand wirklich dieser unteren Schicht zugehörig fühlt. Entweder begreift man es als Zwischenzeit oder aber man hat schon resigniert. Das zu ändern gilt es und ich denke der Kampf- und Feiertag ist ein erster, kleiner Schritt. Vereine und Parteien werden sicherlich auch irgendwann gegründet, was allerdings nicht so sehr mein Fall ist.
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