Dieser verdammte Sozialneid
2. Oktober 2009
Zum Glück habe ich mir heute eine Zeitung gekauft, sonst hätte ich eventuell den ‚Tag der deutschen Einheit‘ verpasst und das wäre eine ziemliche Katastrophe geworden, denn immerhin ist dieser Tag nicht irgendein Tag sondern ein Feiertag und an einem solchen haben bekanntlicherweise die Geschäfte geschlossen. Ein Wochenende ohne Brot. 5 Personen, die Hunger leiden. Ach, ich habe heute nacht ja geträumt, ich würde Indien einen Kurzbesuch abstatten. Ein Tag mal dort das Land kennen lernen mit allem Pipapo und als ich dort dann aber in Kalkutta, oder weiß der Fuchs wo, Geld tauschen wollte an einem dieser Rupienstände, da kommt doch plötzlich so ein zerlumpter Gesell und zerrt mir aus der Hosentasche mein Portemonnaie. Ich will schreien und die Umstehenden auf die Straftat aufmerksam machen aber das muss ich gar nicht, die gucken auch so schon und der Delinquent, der rennt auch gar nicht weg, nein, er bleibt neben mir stehen und sagt ungerührt und in geschliffenem Deutsch (keine Ahnung warum, is ebend ein Traum): „Das ist nur gerecht, du bist reich und ich bin arm“. Dann bin ich aufgewacht. Ob die Leibeigenen im Feudalismus eigentlich auch schon so sozialneidisch waren auf die Könige damals? Oder die täglich 16 Stunden schuftenden Proletarier im Manchesterkapitalismus des 19. Jahrhunderts auf die Fabrikbesitzer? Wenn ja, ist bei denen sicherlich in der Erziehung was falsch gemacht worden.
Tipp für heute: Im ‚Freudenhaus‘ versumpfen. Laut Jero fährt da nämlich einer weg und deswegen kommen alle.
Ein Kommentar zu “Dieser verdammte Sozialneid”
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Weia. Bin heute ohne Zeitung nur mit Buch Zug gefahren und lese jetzt in deinem Blog, dass morgen Feiertag ist und es nichts zu essen gibt. Danke. Aber dafür musste ich im Traum in Afrika arbeiten und da haben sie nicht mal Senf und Kapern im leeren Kühlschrank. Besser doch keine Bücher lesen…
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