So wie wir uns heute verdummen lassen, werden wir morgen leben

13. Januar 2010

Ich weiß ja nicht ob Frau Maischberger selber für die Auswahl der Gäste in ihrer Talkshow zuständig ist, aber das gestern, hätte man normalerweise von einer der üblichen Schundsendungen im Privatfernsehen erwartet. „Happy Birthday Hartz 4: Verhasst aber erfolgreich?“ so der schon sehr doll provozierende Name ihrer spätabendlichen Plauderrunde. Neben den üblichen Verdächtigen, ‚Volkes Stimme‘-Buschkowsky aus Neukölln (was hatte eigentlich Thilo Sarrazin vor an diesem Abend?) und Heiner (ich bin allhier und rede, nich wahr, so viel ich kann) Geißler, saß noch ein Herr (Schröder-Clement-Ersatz) Gerster und dann aber ein direkt vom Oliver Geißen-, Pro-7-, Talk mit Britt-Sofa herbeigezauberter Vorzeigehartzvierempfänger, welcher seit über 30 Jahren keinen Bock hat zu arbeiten, zufrieden ist mit dem Geld was er dafür bekommt und sich auch vorstellen könnte mit weniger Geld auszukommen, denn das was er jetzt kriegt, davon könne man eigentlich ganz gut leben und sich sogar noch was auf die Hohe Kante legen. Da kocht natürlich die Volksseele und die ausgebeuteten Geringverdiener gehen auf die, ihrer Meinung nach, einen Müh besser lebenden Hartz 4-Empfänger los, worüber sich die Verantwortlichen in Funk und Fernsehen wahrscheinlich scheckig lachen. Auftrag erfüllt, Frau Maischberger? Ach so, die anderen beiden Tussen, die sie wahrscheinlich bei der selben Unterschichtsdarsteller-Agentur gekauft haben, hätten sie sich übrigens getrost schenken können.

Tipp für heute: Vitaminmangel durch Fernsehgucken ausgleichen.

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6 Kommentare zu “So wie wir uns heute verdummen lassen, werden wir morgen leben”

  1. 01

    Hat Geißler nicht eine erstaunliche Position inzwischen? Und Buschkowsky hat doch auch vernünftig geredet, zumindest hat weiß er, wie die Wirklichkeit aussieht. Ich weiß nicht, woher du immer dein sicheres Urteil nimmst, aber ich finde es sehr schwer, sich den jeweiligen Argumenten zu entziehen. Mir ist das zu wenig, einfach nur zu schreiben: die sind alle blöd, schon weil sie im Fernsehen sind.

    jochen am 14. Januar 2010 um 17:27
  2. 02

    @ jochen: Geißler hat eine erstaunliche Position und hat in vielem Recht. Ich habe in meinem Beitrag auch nur seine unerträgliche Vielrederei gegeißlert, Entschuldigung, gegeißelt natürlich. Buschkowsky hat nicht vernünftig geredet sondern populistisch. Er gibt immer den Hemdsärmeligen, der den armen Schäflein in seinem Sozialschwachenbezirk wieder auf die Beine hilft. Erinnert mich an meinen Sozialamtschef im Prenzlauer Berg Herr Eckert: „Nun kommen sie langsam mal aus dem Buddelkasten raus“. Ein kleiner Sarrazin. Und blöd ist von denen gar keiner, sondern sie wissen genau was sie tun.

    Ahne am 14. Januar 2010 um 18:23
  3. 03

    der buddelkasten-spruch ist aber klasse ;)
    naja, ich weiß bei geißler auch nie, ob das nur eine art marktlücke für ihn ist. wird schon soziale überzeugungen haben, aber warum hat er sie dann als aktiver politiker nicht gezeigt? reden tut der wie aufgedreht, nicht war, das hab ich mal selber erlebt als mitgast. das sind solche profis, die nutzen die fernsehzeit. ich glaub, die einladungen macht die redaktion, komisch, daß man dann immer dieselben gesichter sieht. außer manchmal, wenn claude-oliver rudolph über erziehung mitdiskutieren darf. mein eindruck ist, daß es praktisch unmöglich ist, sich mit solchen sendungen eine meinung zu bilden, die gäste sind alle viel zu „professionell“ inzwischen.

    jochen am 14. Januar 2010 um 23:31
  4. 04

    ich finde buddelkastenspruch überheblich, zumal so ein vermittler ja selber drin sitzt…die frage überzeugung-aktiver politiker ist lustig

    udo-neisse am 15. Januar 2010 um 09:17
  5. 05

    Das Problem der Talkshows ist ja, dass die Gäste schon immer vorhersehbar sind. Holen wir uns einen Konservativen, einen Sozi und einen Betroffenen. Man kann dann schon den Ton abschalten und selber die Sprüche aufsagen.
    Stammtisch der 0,4-Liter-Trinker.

    Dan Richter am 15. Januar 2010 um 12:01
  6. 06

    Das wirkliche Problem an dieser Talkshow fand ich ja, dass über das wirkliche Problem dieses Problems gar nicht ernsthaft diskutiert wurde, nämlich, wenn die, was weiß ich wie vielen Prozent der, arbeitsscheuen Hartz 4-Empfänger auch noch wirklich arbeiten wollen würden, gäbe es dadurch auch nur einen einzigen Hartz 4-Empfänger weniger? Dieses Fernsehspektakel war ein durchsichtiges Gegeneinanderausspielen von Arbeitslosen und Geringverdienern.

    Ahne am 15. Januar 2010 um 15:12

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