Ich war dabei, sozusagen
5. April 2017
Da ist man einmal in Hamburg, vielen Dank für die Einladung an die wunderbare Lesebühne ‚Liebe für alle‘, und dann gleich so ein bedeutsamer Tag. Nein, nicht weil der HSV verlor und St. Pauli gegen dezimierte Sandhausener lediglich 0:0 spielte, der Bierschnegel wurde wieder entdeckt! 80 Jahre lang galt die gefleckte Nacktschneckenart in Hamburg als ausgestorben, gestern nun wurde sie ausgerechnet in St. Pauli, zwei Häuser von meinem Wohnquartier entfernt, erneut gefunden. Und nun ratet mal, in welcher deutschen Großstadt es den Bierschnegel außerdem noch gibt, na? Ihr werdet nie drauf kommen. In Berlin, jawohl! Aber, nein, ich habe keine dieser niedlichen Gesellen in meinem Rucksack befördert, kannte die Tierchen vorher gar nicht. Der Bierschnegel (Limacus flavus) wird etwa 10 cm lang und bevorzugt feuchte, dunkle Lebensräume wie Keller, Gullys, Abwasserkanäle. Sein Name geht auf das häufige Vorkommen in Brauereikellern zurück, wo Bierschnegel sich von Abfällen der Bierproduktion ernährten. Schneckenforscher Marco T. Neiber: „Der Bierschnegel lebt sehr zurück gezogen, kommt kaum vor 22 Uhr aus seinen Verstecken.“ Sympathisch, finde ich.
Tipp für heute: Guckt doch mal bei euch im Keller nach, vielleicht entdeckt ihr ja eine Schnapsassel.
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