Getrennte Schlafzimmer

19. April 2010

Familie D. sind die letzten, die noch übrig geblieben sind, von den alten Bewohnern unserer Straße, von denen, die auch vor der Wende schon hier wohnten. Und, ich muss schon sagen, sie waren nicht unbedingt die, mit denen wir uns am besten verstanden. Es konnte nämlich passieren, dass Frau D. am hellichten Tage in unseren Hausflur pullerte und wenn man sie, frisch ertappt, zur Rede stellte, lediglich lallte: „…“, ach, hab ich vergessen. Sie holten auch öfter die Polizei, weil wir angeblich zu laut gewesen wären (kann ja wohl gar nicht sein) und grüßten häufig nicht, obschon man doch zusammen getrunken hatte, in einem schwachen Moment. Und doch, als ich Herrn D. gestern nacht da liegen sah, mit geschlossenen Augen, in seinem schicken BMW (haben wir uns auch immer gefragt, wie die sich den leisten können?), gegenüber dem Mietshaus, in dem sie wohnen, mit einer Decke zugedeckt in seinem Auto, auf das er doch so stolz ist, da hätte ich fast an die Scheibe geklopft und gefragt, ob er nicht bei uns schlafen wolle, wir hätten da noch eine Gästematratze frei. Ja. Hätte ich mal.

Heute: Berlin, BKA, 20 Uhr: Sex, von Spaß war nie die Rede (2)– Die Show mit Volker Surmann, Anette Kruhl, Ilka Schneider und mich

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