Wie ich mal für einen Moment nachdenklich wurde
30. Juni 2010
Mein Sohn fragte mich gestern, ob der spanische Spieler Xavi (einige politisch Engstirnige werden jetzt sicher dazwischen brüllen „Baske, der ist Baske!“) früher schon mitgespielt hätte. Mich bringen solche Fragen immer auf die sprichwörtliche Palme. Früher, was heißt denn bitteschön früher?! In der Vorrunde?! Bei der letzten WM?! Zu Adolfs Zeiten?! Habe mich anschließend mit ihm eine halbe Stunde lang gestritten in welchem Zusammenhang man beliebig dehnbare Wörter wie früher, damals, einst, vor Zeiten, neulich usw. verwenden sollte. Nämlich nur, wenn man sie in einem direkt folgenden Nachsatz konkretisiere, sonst könne Schlimmes passieren. Hat er zum Glück auch eingesehen. Hat sich entschuldigt, später. Leider sehen nicht alle Menschen ihre Fehler rechtzeitig ein. Für manche kommt die Pause bei der Fußball-WM zu spät, wie ich heute in der Berliner Zeitung las: WM-Zuschauer tötet entnervt sein Kind
Washington: Ein Mann, der sich beim Fußball-WM-Spiel USA gegen Ghana von seiner weinenden Tochter gestört fühlte, hat das Kind totgeschlagen. Der 27-Jährige habe gestanden, zweimal mit der Faust auf den Brustkorb der Zweijährigen gehauen zu haben, weil sie während des Spiels schrie, berichtete… .
Macht einen nachdenklich.
Heute: Cottbus, La Casa, 21 Uhr: Lesebühne Cottbus (mit mich als Gast)
4 Kommentare zu “Wie ich mal für einen Moment nachdenklich wurde”
01
Nachdenklich ist gar kein Ausdruck.
P.S.: Xavi ist Katalane, immer gewesen, auch früher…
02
Und früher war alles besser.
03
@ Thorstena: Meinst du, das würde politisch Engstirnige davon abbringen auszurufen: „Baske, der ist Baske!“? Aber vielleicht hast du recht, vielleicht würden sie auch brüllen: „Katalane, der ist Katalane!“.
04
@ generator: Vor allem die Vorrunden.
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