Ersatz muss her

23. Februar 2020

Beim Blick auf die blühenden Osterglocken heute morgen im Hof kam mir in den Sinn, dass die Verantwortlichen vieler Fernsehsender wahrscheinlich ganz schön Muffensausen bekommen, angesichts des Klimawandels, denn es gibt ja nicht gerade wenige Natur-Dokumentationen, in denen der Wechsel der Jahreszeiten eine Rolle spielt, in welchen meist männliche Sprecher mit tiefer, ruhiger Stimme verkünden: „Gegen Ende des Herbstes künden erste Graupelschauer vom nahenden Winter. Bald wird der Waldboden unter einer tiefen Schneedecke versinken.. .“, oder: „Im März gewinnt die Sonne zusehends an Kraft, der Schnee schmilzt, erstes Grün lässt sich blicken.“ Mit solchen Dokus lässt sich, wie immer auch die politische Lage sein sollte, gut und gerne Sendezeit füllen und normalerweise ist deren Haltbarkeitsdatum .., eben, normalerweise. Bald jedoch werden Angehörige der jüngeren Generationen zu Recht fragen, von was die im Fernsehen da reden, wenn sich auf den Seen „eine Eisschicht bildet“, wenn „Eichhörnchen unter dem Schnee nach im Herbst vergrabenen Nüssen suchen“. Wahrscheinlich beginnen jetzt goldene Zeiten für Naturfilmer. Ersatz muss her.

Heute: Berlin, Roter Salon der Volksbühne, 20 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Jakob Hein, Heiko Werning, Jürgen Witte, Gott und mich, sowie den zeitlosen Superstargästen Paul Bokowski (witzige Texte) und Acht Eimer Hühnerherzen (Punk-Musik)

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