19. Mai 2013
Sehr traurig bin ich. Und das obwohl Karneval der Kulturen ist und herrlichstes Wetter und heiliges Pfingsten. Ich habe Schnupfen, aber das ist nicht der Grund, sondern ich wusste gestern mal wieder alles besser. Ich habe einen ellenlangen Vortrag gehalten, darüber, dass die Sohlen von Doc Martens-Schuhen zwar nicht gerade rutschfest sind, obwohl dies auf ihnen stehen würde, aber dafür seien sie eben wirklich und wahrhaftig feuerfest. Dies äußerte ich, während ich meine Schuhe gegen den Grillofen stützte, da mir gestern meine Füße froren. Die freundliche Frau, welche mich zuvor darauf hingewiesen hatte, dass meine Sohlen bereits dampften, musste also einen Schwall von Anekdoten und Querverweisen über sich ergehen lassen, bevor sie mir riet, doch einfach selber mal nachzugucken, aber da war es natürlich bereits zu spät. Die schönen Schuhe! Die schönen, neuen Schuhe! Ich bin so ein Trottel! Vielleicht sind ja erst in der Zeit, in der ich referierte und referierte die Sohlen endgültig durchgeschmolzen. Total hin! Da kann ich gleich auf Strümpfen gehen. Und wer nun glaubt, dass ich daraus endlich etwas lernen werde…, ich weiß es besser.
Heute: Berlin, Kaffee Burger, 20:15 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Uli Hannemann, Falko Hennig, Jürgen Witte, Heiko Werning und mich sowie den phantastischen Gästen der Spitzenklasse Johannes Krätschell und Doc Schoko.
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17. Mai 2013
„Jibt keene Pommes mehr. Typisch. Jibt keene Pommes mehr in Russland. In Türkisch-Russland. Jibt keene Pommes mehr… .“ (sich entfernend und deshalb langsam leiser werdend)
Tipp für heute: Eine Pommesbude in Türkisch-Russland eröffnen. Marktlücke!
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16. Mai 2013
Matthias Horx veröffentlicht in der Berliner Zeitung, in welcher auch ich ab und zu schreibe, seine Kolumnen auf der Meinungsseite. Matthias Horx nennt sich Zukunfts- und Trendforscher. Nun halte ich ja Forscher, die etwas erforschen wollen was erst noch passieren wird, gelinde gesagt für esoteriknah, man kann natürlich vermuten, erhoffen und befürchten, eine Wissenschaft aber zu suggerieren, was forschen meiner Meinung nach beinhaltet, grenzt an Verwirrungstaktik. Matthias Horx schreibt in seiner jüngsten Kolumne: „Heute erleben Verschwörungstheorien ein fröhliches Comeback. Etwa die jüngste Debatte um die Unhaltbarkeit von Produkten. Schon haben sich die entsprechenden Websites und Experten gebildet, die akribisch nachweisen, dass hier ein Rädchen aus Verschleiß-Plastik eingebaut wurde und dort ein Akku bösartig nicht austauschbar ist. Alles in der perfiden Absicht, uns zu betrügen, zu belügen und kapitalistisch auszubeuten. Seltsam.“ Seltsam? Nun wäre es eines Forschers, eines Wissenschaftlers angemessen, eine von ihm als Verschwörungstheorie gebrandmarkte These zu widerlegen anhand von eigenen oder anderen Forschungsergebnissen. Nichts dergleichen. Er fragt stattdessen: „Wer denkt beim Kleiderkauf schon an Haltbarkeit?“. Ich, zum Beispiel? Er stellt fest: „…wir kaufen nicht möglichst waschbare Hüllen, in denen wir in Ruhe altern können. Und das ist auch gut so, weil wir sonst alle aussehen würden wie unsere Urgroßeltern.“ Ach, wirklich? Müssten nicht die neuen „Hüllen“ bloß besser, modischer, vielleicht sogar haltbarer sein? Nein. Denn weiter: „Wenn Produkte ewig haltbar wären, gäbe es wenig Innovation, wenig Kreativität – und wenig Markt.“ Und da sind wir doch beim Kern. Matthias Horx nämlich widerlegt nicht diese angebliche „Verschwörungstheorie“ sondern er begrüßt die „Unhaltbarkeit von Produkten“ als Marktmotor. Für ihn ist es „Spießigkeit“ wenn eine Saftpresse für 19,90 € 20 Jahre halten muss. Kann man so sehen, ist aber ein anderes Thema. Ach ja, „Zukunftsforscher“ Matthias Horx arbeitet außerdem noch als Unternehmensberater.
Heute: Berlin-Pankow, Zimmer 16, 20 Uhr: Ahne liest, singt und trinkt (neue Texte, alte Schlager, Bier)
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15. Mai 2013
Vorbei
Dass es vorbei war,
man merkte es,
als man es von hinten sah.
Tipp für heute: Spargel mit Kartoffeln und brauner Butter.
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14. Mai 2013
Jetzt haben sie also auch noch eine Hegel-Büste mit Currysauce besudelt und am Denkmal des in Stuttgart geborenen Philosophen eine Rückführung aller Schwaben ins Ländle gefordert. Wahrscheinlich werden nun morgen die Zeitungen erneut vom Schwabenhass in Berlin berichten und aufgebrachte Bürger wutschnaubend das Ende des Solidarpaktes herbeiwünschen, ach Welt, ach, ach. Wahrscheinlich braucht es eine Art Kurt Felix der hinter einem Busch hervorspringt und: „War doch nur Spaß“ brüllt. Kein Spaß übrigens, dass heute mittag gegen halb 12 ein Fuchs mitten auf die Diedenhofer Straße am Wasserturm sprang und am hellichten Tage sein trockenes Fuchsbellen bellte. Mehrmals hintereinander. Meine Mutter rief mich extra deswegen an. Ich habe sie seitdem nicht mehr gesprochen, nehme aber an, sie hat es überlebt.
Tipp für heute: Über den Fernsehturm einen Döner spießen und die Verbrennung aller Schwabenbücher fordern.
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13. Mai 2013
„Da muss man ja um drei Decken enken.“ Jürgen Witte gestern in einem seiner Texte bei der Reformbühne
Tipp für heute: Mal wieder die schlesischen Weber lesen, vor allem natürlich die Stelle: „sie emsen webig Tag und Nacht“.
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12. Mai 2013
Missglückt ist heute unser Versuch ein wildes Waldhuhn mittels einer Kette verknoteter Regenwürmer aus dem wilden Wald in unseren gepflegten Garten zu locken. Das Huhn, das wir noch am Abend zuvor tief im Wald gesehen hatten, war absolut nicht mehr auffindbar, wie vom Erdboden verschluckt. Traurig entknoteten wir die Regenwürmer wieder, welche sich sicherlich wunderten, was diese Aktion sollte. Sie sind ja nur mäßig intelligent, die Würmer. Sie ahnten ja gar nicht in welcher Lebensgefahr sie steckten. Mein Töchterlein ist jetzt natürlich ziemlich enttäuscht. Sie hatte sich so sehr ein Huhn gewünscht.
Heute: Berlin, Kaffee Burger, 20:15 Uhr: Reformbühne Heim & Welt mit Uli Hannemann, Falko Hennig, Jürgen Witte, Jakob Hein, Heiko Werning und mich sowie den extrem erfolgreichen Superstargästen Ivo Lotion und Gregor Mothes
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11. Mai 2013
Nach der gestrigen Lesung bei der wundervollen Lesebühne Grubenhund in Görlitz wurde ich im christlichen Jugendwohnheim „Eberhard von Rothkirch“ einquartiert, welches sich übrigens direkt neben dem christlichen Altersheim (Namen weiß ich leider nicht) befindet. Eberhard von Rothkirch kämpfte im Deutsch-Französischen Krieg 1871, verlor ein Bein und wendete sich danach Jesus zu. Er wurde im Jahr 1883 auf der Gründungsversammlung des CVJM (christlicher Verein junger Männer) zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. „Weil er ein treuer Beter war“ so steht es zumindest auf einer Tafel, welche in meinem Zimmer direkt neben einem streng blickenden Porträt des Herren hing, „konnte er auch ein guter Seelsorger sein. Jeden Tag begann er mit seiner stillen Zeit, las in der Bibel und betete und frühstückte erst danach.“ Ich begann den Tag ebenfalls mit stiller Zeit las aber nicht in der Bibel sondern in Jochen Schmidts Roman „Schneckenmühle“ welchen ich uneingeschränkt empfehlen kann, ich betete nicht, verzichtete jedoch immerhin vollständig auf ein Frühstück. Ob auch ich ein guter Seelsorger wäre? Im Zug nach Berlin hörte ich jugendliche Skater sich über ihre Großväter unterhalten. Die, deren Opas überzeugte Nationalsozialisten waren, äußerten sich am lautesten, dabei können deren Großväter doch höchstens 14 gewesen sein, damals, na ja, auf jeden Fall wurde auch erörtert wofür die Farben schwarz-weiß-rot stünden und dass man ja behaupten könne 88 würde lediglich Hansestadt Hamburg bedeuten. Einer älteren Dame machten sie nicht Platz, sie bräuchten die gegenüberliegenden Sitze für ihre Füße. Böse Jugend! Am Alexanderplatz fiel mir zuerst ein Plakat ins Auge welches für die Europameisterschaft der Frauen im Nacktfußball warb. Ich war wieder zuhause.
Tipp für heute: Füße runter!
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10. Mai 2013
Heute vor mir an der Post, ein Pärchen mit Kleinkind aus irgend einem anderen Land will irgend ein Formular oder so was, ausgefüllt, vermute ich mal. Die Postangestellte wirkt genervt und verlangt die Ausweise. Die beiden geben ihre Reisepässe hin. Die Postangestellte liest und liest und sagt plötzlich mit Blick auf die anderen Wartenden in der Schlange: „Na sag mal, das gibts doch gar nicht, der ist ja überhaupt nicht unterschrieben!“ Sie wird während des Satzes immer lauter und schaut der Frau mit Kleinkind triumphierend in die Augen: „Der Pass ist ungültig wenn er nicht unterschrieben ist, gucken sie hier, keine Unterschrift!“ Danach blickt sie wieder zur Schlange, wie um sich der Unterstützung ihrer Thesen zu versichern. Die Frau mit Kleinkind bleibt ganz ruhig und sagt in gebrochenem Deutsch zu ihrem Mann oder Freund: „Komm, hol mal Ausweis.“ Der Mann holt einen Personalausweis aus der Tasche und gibt ihn der Schalterbeamtin. „Na bitte“, sagt diese, „warum nicht gleich so“.
Heute: Görlitz, Kino Camillo, 19:30 Uhr: Lesebühne Grubenhund mit Michael Bittner, Udo Tiffert, Jörn Hühnerbein und mich als Gast
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9. Mai 2013
Antieuropäisch, unzeitgemäß, Datenbremse, investitionsfreundlich, Rekordhoch, Neuzulassung, Defizitziel, Wohnmobilität. Wird leider fortgesetzt.
Tipp für heute: Sich unzeitgemäß für eine investitionsfreundliche Datenbremse, deren Defizitziel die Wohnmobilität auf ein Rekordhoch der Neuzulassungen begrenzt, antieuropäisch aussetzen.
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