Corona-Tagebuch 253

1. März 2021

Bisschen skeptisch war ich ja, ob die Natur hier im rauen Nordosten genauso weit ist, wie in Thüringen, doch es gibt ihn. Bärlauch. Zwar schauten mich einige Spaziergänger seltsam an, als ich im alten Waldeslaub hockend, ein paar verwegen hervor lugende Blättchen zupfte, machte mir aber nichts. Stolz wie Bolle präsentierte ich meine Beute gestern beim Reformbühnen-Livestream. Der Rest der Republik geht heute zum Frisör. Oder macht Frisörtermine. Das Thema der Medien! Ein Haarschnitt vom Frisör zählt den meisten deutschen Politikern zur Grundversorgung, zur menschlichen Würde, so ähnlich formulierte es jedenfalls Markus Söder (CSU), den sich einige sogar als Kanzler vorstellen können. Seit 1987 nun also würdelos. Gibt Schlimmeres. Hunderte Jugendliche trafen sich Sonnabend in der Stuttgarter Innenstadt und hielten sich nicht an die Abstandsregeln. Sie weigerten sich Anordnungen der Polizei Folge zu leisten, warfen Flaschen und Steine, skandierten polizeifeindliche Sprechchöre, Blumenkübel, Leihräder und Mülleimer wurden umgeschmissen. Diese Jugend. Das gab es doch früher nicht. Also, vor dem Krieg. Weiß nicht mehr welcher. Viktor Orban, ungarischer Regierungschef, hat sich gestern beim Impfen mit chinesischem Impfstoff fotografieren lassen. Tschechien überlegt, ähnlich wie Ungarn, sich ebenfalls russisches und chinesisches Serum zu besorgen. Die Nachricht, dass Sachsen, Bayern und Thüringen Tschechien 15.000 Impfstoff-Dosen liefern möchten, trudelte direkt im Anschluss ein. Um welchen Impfstoff es sich handelt wurde nicht bekannt gegeben. Mal ins Blaue geraten, Astrazeneca? Bis spätestens September ist die Corona-Pandemie in seinem Land ausgestanden, glaubt Tschechiens Präsident Milos Zeman. Er vermutet außerdem, dass die „leicht wahnsinnige Gruppe“ die eine Impfung ablehne, bis dahin ihre Meinung geändert hätte. Zu impfen begonnen haben Thailand und die Philippinen. In Niedersachsen dürfen 5 Hausärzte probeweise in ihren Praxen impfen. England sucht mit Hochdruck nach einem mit der, zuerst in Nordbrasilien aufgetretenen, P.1-Variante Infizierten. Er hatte bei seinem Test keine Kontaktdaten angegeben. Die französische Region Moselle wurde von der Bundesregierung zum Hochrisikogebiet erklärt, weshalb bis Dienstag der grenzüberschreitende Nahverkehr ins Saarland und nach Rheinland/Pfalz eingestellt werden muss, dann besteht ein Beförderungsverbot. Stationäre Grenzkontrollen werde es aber nicht geben, nur Kontrollen durch „Schleierfahndung“ im Hinterland. Sicher effektiv. Oslo schließt erneut alle Gaststätten und Geschäfte, bis auf Lebensmittelläden und Apotheken. In 12 brasilianischen Bundesstaaten werden gegen den Willen Präsident Bolsonaros die Maßnahmen verschärft. Südafrika hingegen lockert aufgrund „dramatisch“ gesunkener Infektionszahlen. Die Ausgangssperre gilt nur noch von 0 bis 4 Uhr. 1.200 Menschen haben in Kopenhagen unter dem Motto „Freiheit für Dänemark, wir haben genug“ gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Organisiert hatte den Protest die Gruppe „Männer in Schwarz“. 8 Personen wurden festgenommen. Über 600 Covid-19-Tote meldet Ghana, über 1.000 Montenegro, über 8.000 Tunesien, über 15.000 Ungarn, über 60.000 der Iran, über 85.000 Russland. Die Faröer-Inseln verzeichnen erstmals seit Juli 2020 keinen einzigen aktiven Corona-Fall mehr.

Tipp für heute: Darauf einen Dujardin!

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