Corona-Tagebuch 559

1. Februar 2022

Auch gestern sah ich wieder eine Bahn einfahren, eine S-Bahn, in den S-Bahnhof ‚Hackescher Markt‘ (früher ‚Marx-Engels-Platz‘, noch früher ‚Börse‘). Doch diesmal rannte ich nicht, um sie zu erwischen, trotzdem es meine Richtung war. Ich setzte gemessenen Schrittes den Weg fort, nahm die Nächste. Wollte zu einem Ölladen, um mir MCT-Öl zu besorgen. Weiß nun nämlich wie es richtig heißt, dank einer Kommentatorin auf meinem Larvenschwarten-Kanal. Kaufte mir dann aber doch lieber Döner. Nein, Spaß. Ich drückte, statt Öl zu erwerben, die Nase an Schaufensterscheiben platt. Macht unheimlich Laune, müsst ihr mal probieren. Besteht auch keine Infektionsgefahr, tut man es von außerhalb. Selbst wenn von innen jemand seine Nase deiner entgegen drückt, ist ja die Scheibe dazwischen. Die Schaufensterscheibe. Gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht argumentiert der Virologe Alexander Kekule: „Aus wissenschaftlicher Sicht muss man ganz nüchtern festhalten, wir haben für Omikron nicht die richtigen Impfstoffe, um epidemisch erfolgreich zu sein, die waren schon bei Delta nicht ausreichend wirksam. Wir können also die Pandemie nicht wegimpfen, denn wir sind vor einer Omikron-Infektion fast gar nicht geschützt durch die Impfung.“ Also nicht impfen? Kekule: „Wir können uns selbst vor einem schweren Verlauf schützen. Deshalb bringt die Impfung individuell natürlich etwas.“ Und für jene mit Nachwirkungen wie mich: „Grundsätzlich gilt alles, was länger als 4 Wochen dauert als Long-Covid. Die meisten Erkrankten werden nach 4 Monaten wieder gesund. Bei einigen dauert es länger, etwa 6 bis 8 Monate. Und die gute Nachricht, fast alle Long-Covid-Symptome und gerade die neurologischen Störungen, also Konzentrations- und Schlafstörungen zum Beispiel, sind fast immer nach einem Jahr vorbei.“ Gegen Lockerungen der Maßnahmen argumentiert die Infektiologin Jana Schroeder: „Wir stehen vor einem weiteren Anwachsen der Infektionswelle. Je nach weiterer Entwicklung könnten möglicherweise sogar erst einmal weitere Einschränkungen sinnvoll sein.“ Aha. „Wir müssen eine gewisse Demut walten lassen bei all den Dingen, die wir bisher nicht über Covid-19 wissen, insbesondere durch Omikron.“ Zehntausende protestierten gestern gegen jene Maßnahmen. Die meisten in Pforzheim (5.000), Gera und Halle (3.500), sowie Bautzen (3.000). In Regensburg und Lübeck gab es Verletzte nach Auseinandersetzungen von Protestlern mit „einer weiteren Gruppe“. Dänemark ist seit heute ohne Corona-Maßnahmen. Auch Südafrika beendet bis auf die Maskenpflicht und allgemeine Hygiene-Regeln sämtliche Einschränkungen. Begründet wird dies mit Studien, nach denen rund 70% der Bevölkerung bereits infiziert waren. Gestiegen ist die Arbeitslosenquote in Südafrika auf mittlerweile 34,9%, addiert man jene, welche die Suche aufgegeben haben, liegt sie bei 44,6%. Über 800 Covid-19-Tote melden die Fidschi-Inseln, über 60.000 Rumänien, über 885.000 die USA. Nach Einschätzung der WHO haben sich infolge der Pandemie weltweit mehr als 200.000 Tonnen medizinischer Abfall angehäuft. Die Weltgesundheitsorganisation fordert Strategien um Mensch und Tier vor schlecht entsorgten Schutzanzügen, Test-Kits und Impf-Utensilien zu schützen. Nicht mit eingerechnet sind in der Müllmenge übrigens privat gebrauchte Schutzmasken.

Tipp für heute: Im Weltall ist noch Platz.

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