Onkelchen erklärt
4. Februar 2026
Der RBB überrascht immer mal wieder durch Schlagzeilen, die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen Hohn zu sprechen scheinen. „Glättegefahr nimmt trotz Plusgraden zu“ heißt es seit gestern auf der Internetseite des Senders. Das ist natürlich Quatsch und gleichzeitig stimmt es auch wieder. Kommt eben darauf an, wo diese Plusgrade zu finden sind. Ist es in höheren Luftschichten über null Grad, kann dort aus den Wolken Regen fallen, der in unteren Luftschichten beziehungsweise am Boden, wo unter null Grad herrschen, gefriert. Dort wird es dann glatt (Minustemperaturen = Wasser wechselt den Aggregatzustand, bleibt auch weiterhin so). Schuld an der Glätte sind also nicht die Plusgrade in der Höhe sondern die Minusgrade am Boden, beziehungsweise in der bodennahen Luftschicht. Aber „Glättegefahr nimmt wegen Minustemperaturen in bodennaher Luftschicht bei gleichzeitigem Regen aus wärmerer Höhenluftschicht zu“ zeckt eben nicht so und vielleicht, das kann sein, können tiktokgewohnte Nachrichtenkonsumentinnen und -menten so eine lange Schlagzeile gar nicht mehr zuende lesen ohne eingeschlafen zu sein. Na ja, widersprechen wird mir von denen niemand, die sind längst woanders.
Tipp für heute: Im Sommer gibt es manchmal Hagel. Trotz Plusgraden! Wie kommt das denn nun wieder? Mal recherchieren (oder wie moderne Nachrichtenredakteurinnen und -eure gerne schreiben „nachrecherchieren“).
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