Demnächst behaupten sie auch noch, dass einer Studie zufolge Alkoholismus nicht nur bei der Unterschicht vorkomme

11. November 2011

Geärgert habe ich mich heute mal wieder bei der Zeitungslektüre. Da schreibt doch Steven Geyer in der Berliner Zeitung zum Thema Rechtspopulisten: „Lange galt der typische Rechtsextreme in Deutschland als arbeitsloser Verlierer, der Juden hasst und sich ein ausländerfeindliches Vaterland herbeiwünscht. Doch im vergangenen Jahrzehnt tauchte auch ein neuer Typus am rechten Rand auf.“ Ich meine, keine Ahnung ob einem das in der Journalistenschule eingebleut wird, aber seit mindestens 22 Jahren lese ich Jahr für Jahr wieder, in fast sämtlichen bürgerlichen Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen, dass der typische Rechtsextremist als arbeitsloser Verlierer galt und zwar lange Zeit, dass aber seit jüngster Zeit auch, du glaubst es kaum, gebildetere und gutbürgerliche Menschen rechtsextreme Ansichten vertreten. Verdammt nochmal, zu allen Zeiten gab es rechtsextremistische Ansichten vor allem bei denen, die was zu verlieren hatten und das sind nunmal die Besitzenden, das Bürgertum, der Adel, die Großbauern etc.! Darüber hinaus gab es sicher auch Zeiten, in denen viele Arbeiter und Arbeitslose rechtsextremistische Ansichten vertraten, dass aber Jahr für Jahr uns diese uralte Mär als erstaunliche Neuigkeit aufgetischt wird geht mir tierisch auf den Sack.

Tipp für heute: Sich bloß nicht aufregen.

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Ein Kommentar zu “Demnächst behaupten sie auch noch, dass einer Studie zufolge Alkoholismus nicht nur bei der Unterschicht vorkomme”

  1. 01

    Aber es sind längst nicht mehr nur Isetta-fahrende, Meerschaumpfeife-rauchende Männer mit karierten Hüten, Trenchcoats und einer Flasche Kognak in der Schrankwand, die mit ihrer Triumph-Adler solche Artikel schreiben. Teilweise gibt es in der „schreibenden Zunft“ sogar schon Frauen, die mit elektrischen Schreibmaschinen und flotten Fönfrisuren diese neuen Phänomene erforschen.

    Jakob am 12. November 2011 um 16:03

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