In der ersten Reihe sitzen sie richtig
18. März 2014
Regelrecht interessant finde ich Menschen, die es schaffen problemlos in zwei Welten zu leben. Gestern in der Volksbühne bei der Buchpremiere von Marc-Uwe Kling saß neben mir in der ersten Reihe ein junger Mann aus Düsseldorf, welcher den Autor nicht kannte, jedenfalls fragte er mich zu Beginn wer das hier sei, der heute auftrete. Anschließend widmete er sich seinem Mobilfunkgerät und tippte da irgend etwas hinein. Das tat er während der Lesung ungefähr die Hälfte der Zeit. Wenn man jetzt aber denken würde es hätte ihn gelangweilt, völlig daneben getippt, die andere Hälfte der Zeit nämlich lachte er sich regelrecht kaputt, versicherte ein ums andere Mal, dass der Typ da oben ja wohl einsame Spitze sei, was ihn allerdings nicht daran hinderte im nächsten Moment wieder vollkommen umzuschalten und sich auf seinen SMS-Verkehr zu konzentrieren, oder was das war. Für Leute wie ihn ist es wahrscheinlich auch Normalität, dass man nach einem Lachanfall zu Beginn der zweiten Hälfte kurz raus muss und einfach nicht zurückkehrt. Mir ein Rätsel, aber neulich hat mal jemand gemeint, solche Personen seien in der Wirtschaft gefragt. Toll.
Tipp für heute: Multipel plizieren.
7 Kommentare zu “In der ersten Reihe sitzen sie richtig”
01
In der Gastwirtschaft. Mit der Gabel in der Rechten die Roulade zerhäckseln und die Konzentration dabei auf das Eifohn in der Linken von dem aus die Restaurantkritik fürs Netz verfasst wird.
Wer weiß, wo in den Weiten des Internets die Kritik zu diesem Abend, verfasst von Deinem Nachbarn, rumgeistert.
02
Das ist die neue Zeit, Alter.
03
Ihr könntet alle mal eure Texte auf die aktuelle Aufmerksamkeitsspanne runterbrechen. 140 Zeichen sind wirklich genug.
04
Können das die Leser nicht mehr selber? Hör doch nach 140 Zeichen einfach auf zu lesen und quatsch Deinen Nachbarn in Reihe fünf voll.
05
Na, na, na! Nicht die Kommentatoren zurechtweisen. Das obliegt einzig und allein mir, der ich hier oben auf meinem Thron hocke und selig mir den Bart kraule. Ich habe die feine Klinge der Ironie im Beitrag von Frau Generator schon verstanden.
06
Da geht sich Frau Generator auch gleich mit der Klinge durch den Bart und wird fortan demütig schweigen.
07
Ich hoffe doch mal nicht.
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