Mit Scherz und Schnauzbart

8. Mai 2009

Das Hamburger Original, Schlagersänger Wolf Biermann, hat wieder mal, in einer seiner berühmten launigen Reden, die beiden schlimmsten Unrechtsregime der Weltgeschichte miteinander verglichen und ist dabei einem bisher vernachlässigten Indiz auf die Spur gekommen. So fand er heraus, dass es in der DDR mehr Stasi-Spitzel gegeben hat als im Dritten Reich Gestapo-Leute. Ob damit nun aber die Verbrechen der Nazizeit weniger schlimm oder aber die SED-Untaten sehr, sehr viel schlimmer als bisher zu bewerten seien, ließ er offen. Anschließend sang er übrigens einige Lieder.

Tipp für heute: Sich seinen eigenen Körper schöntrinken.

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Ein Kommentar zu “Mit Scherz und Schnauzbart”

  1. 01

    „Ich will meine ‚Vernehmer‘ nummerieren, um ihre Rangordnung einigermaßen zu bezeichnen. Ich nenne sie einfach ‚Stasi 1‘, ‚Stasi 2‘ und ‚Stasi 3‘. Die Bezeichnung ‚Stasi‘ für einen Menschen ist eigentlich unzulässig, denn Stasi ist einfach die Abkürzung für ‚Staatssicherheit‘. Es ist aber in Gebrauch gekommen, hierzulande, einen Angehörigen der Stasi als ‚Stasi‘ zu bezeichnen. Es sind Menschen, aber Menschen ohne Namen. Alles Persönliche an ihnen ist geheim. Eigentlich darf man sich nicht einmal ihre Gesichter merken. Ein merkwürdiger Unterschied zwischen der Stasi und der nazistischen Gestapo. Als ich im Herbst 1943 in der Prinz-Albrecht-Straße in ‚Gestapa‘, im Geheimen Staatspolizei-Amt, vernommen wurde, war der Name des Vernehmers kein Geheimnis. Er hieß Manig. War ein alter Kripo-Bulle mit Krampfaden und Leberleiden.“

    Robert Havemann – „Fragen Antworten Fragen“ (Aus der Biographie eines deutschen Maxisten)

    „Du, laß dich nicht verhärten
    In dieser harten Zeit
    Die all zu hart sind, brechen
    Die all zu spitz sind, stechen
    und brechen ab sogleich“

    Wolf Biermann – „Ermutigung“

    Bleibt die Frage, was mit denen geschieht, die immer ‚all zu‘ witzig sein wollen? Die Antwort ist uns Wolf Biermann bisher leider schuldig geblieben. Man muss ihn aber auch ein Stück weit entschuldigen, seinerzeit gab es eben noch keine Spaßgesellschaft.

    Schreibender am 9. Mai 2009 um 00:19

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