Neue Wege
18. Juni 2009
Kann mal jemand den Lehrern in den Journalistenschulen (Abteilung Feuilleton) erklären, dass sie bitte ihren Schülern beibringen sollen, in ihrer künftigen Tätigkeit provokant gemeinte Fragen a la „Wer sagt, dass Literatur immer nur zwischen zwei Buchdeckeln stattfinden muss?“ zu unterlassen? Zumindest in einer Stadt, wo seit ‚zig Jahren Lesebühnen und Poetry Slams, zwar von der Presse ignoriert aber dennoch (oder deswegen?) ungeheuren Zulauf genießen, wirkt diese Frage, finde ich, reichlich deplatziert. Die Literatur ist einfach schon weiter, als jetzt zum Beispiel die Musik, welche man ja bekanntlich noch immer lediglich von Schallplatten und CD’s zu hören bekommt. Wäre aber irgendwie auch `ne verrückte Idee, oder? Musik mal live, einfach so, mit einem Instrument oder zwei Instrumenten und dann singen dazu, auf einer Bühne? Merkwürdig eigentlich, dass da noch niemand drauf gekommen ist.
Tipp für heute: Ein Bild rappen.
4 Kommentare zu “Neue Wege”
01
hey, am Sonntag sind doch die Surfmusiker auf dem JamSlam. Überall in der Stadt kommt die Musik nicht aus der Dose sondern runter von den Bühnen direkt rein in die Berliner Luft. Einfach so.
02
@ nomadyss: Kannste ma sehen, kaum hier in dit Blog jeschrieben, schon klaun se een‘ die Idee. Man, man, man.
03
Der Vergleich trifft besser, wenn man sich vorstellt, dass Musik hauptsächlich per Notenblatt (seriös) oder Tab (Unterhaltungsmusik) daherkäme. Dass die gedruckte schöngeistige Literatur für wichtiger genommen wird als die vorgetragene gleicher Art, sagt viel über die Vitalität der Literatur überhaupt aus und darüber, wie ihre Überlebenschancen der medialen Revolution gegenüber einzuschätzen sind. Und darüber, was getan werden muss, damit sie nicht ausstirbt.
04
@ Konrad Endler: Mmh.
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