Wechselbad der Gefühle

6. Januar 2015

Da hatte ich doch ein wenig gehofft, nach langer Zeit ohne Kinobesuch und teils frenetischer Begeisterung im Feuilleton, auf einen lustigen Abend und dann einfach nur totale Langeweile bei ‚Die Taube und was sie so sieht auf ihrem Zweig beim Nachuntengucken‘ oder so ähnlich. Was für ein schrecklicher Film! „Kunst“ werden manche sagen, „das ist Kunst“, ich würde dann gerne antworten „Das kann ja meine dreijährige Tochter besser.“ Aber kann sie natürlich nicht, weil sie schon acht ist, mittlerweile. Zum Anfang mag man die Darstellung von Ödnis, Verdruss und Schlechtigkeit noch ganz lustig finden, aber gefühlte 2 Stunden ohne Handlung, ohne Entwicklung, ohne Selbstironie? Viele anwesende Hipster im schlimmsten Kino der schlimmsten Gegend Berlins, nämlich den Hackeschen Höfen, schienen trotzdem zufrieden. Kurz Zeit später aber konnte ich mich bereits trösten und zwar beim neuen ‚Bibi & Tina‘ Film. Da hatte ich nun so gar keine Erwartungen und war richtig schön amüsiert. Herrlich, wie Detlev Buck sich gleichzeitig lustig macht, über die Schwachsinnskinderbuchvorlage und den Stoff ernst nimmt. Heraus kommt eine wunderbar überdrehte Bonbon-Kinder-Krimi-Genderstudies-Komödie mit genauso bonbonhafter Popmusik. Direkt darauf, nämlich gestern, habe ich mir dann auch Detlev Bucks Verfilmung des Bestsellers von Daniel Kehlmann ‚Die Vermessung der Welt‘ angeschaut und muss sagen, na ja, hätte nicht sein müssen.

Tipp für heute: Tipps von anderen ignorieren.

Allgemein | Kommentare

Kommentar schreiben

  •  
  •  
  •  

Verfolge neue Kommentare zu diesem Beitrag mit diesem Kommentar-Feed.

Kategorien