Ach, letztlich auch egal

10. Oktober 2009

Ob die Mitglieder des Komitees zur Verleihung des Friedensnobelpreises sich eigentlich jedes Mal kaputtlachen über ihre Entscheidung, wem sie jährlich diese Auszeichnung überhelfen? Eigentlich verwundert es ja nur, dass Pol Pot, Adolf Hitler oder Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili seinerzeit diesen Preis nicht erhalten haben. Nicht, dass ich den diesjährigen Preisträger mit jenen Herren gleichsetzen will, aber, nun sagen wir mal, reichlich beliebig wirkt es schon, wer da wofür alles geehrt wird. Gucken wir uns bloß die aktuelle Begründung an: Barack Obama hat ein Plädoyer für eine atomwaffenfreie Welt gehalten, hmm. Das wird ‚visionär‘ genannt. Obama hat der islamischen Welt seinen Respekt bekundet. Obama will mit dem Iran verhandeln. Obama will Konflikte diplomatisch lösen. Obama will künftig sogar mit den Taliban sprechen. Obama hat in Afghanistan eine neue Militärstrategie angeordnet, durch die zivile Opfer so weit wie möglich verhindert werden sollen. Klingt, als könnte jeder Staatschef der Welt so etwas verkünden. Mir ist jedenfalls kein Präsident bekannt, der sich öffentlich für eine Welt voller Atomwaffen einsetzt, der behauptet, der Islam sei eine Scheiß-Religion, der Konflikte ausschließlich militärisch lösen und in Kriegen möglichst viele Kinder, Frauen und behinderte Greise umbringen will. Aber gut, wie ein anderer Kommentator bemerkte, ist das vielleicht der Ausgleich dafür, dass die USA die Olympischen Spiele in Obamas Heimatstadt Chicago nicht bekommen haben.

Tipp für heute: Sich entspannen.

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