Große Schnauze und nüscht dahinta

13. April 2010

Andere eröffnen die Bärlauch-Saison, wir haben gestern stimmungsvoll die Spargelzeit eingeleitet. Nach alter Sitte hatte ein jeder sein Spaßhütchen auf dem Kopf drapiert und eine Tröte im Mund und unser Spargelbaum war traditionell mit blinkenden Space-Leuchten geschmückt. Met wurde gereicht und als die Sonne im Zenit stand, der Großvater geschlachtet. Dazu gab es Spargel in Hülle und Fülle und als das Fest an seinem Höhepunkt angelangt, wollte ich mal wieder mit meinem Wissen protzen und hub an zu einer Rede, dass der Spargel ja wohl das urdeutsche Gemüse schlechthin sei, nirgendwo in der Welt wisse man den Spargel so zuzubereiten wie hier. Doch meine Freundin widersprach. „Was ist mit Frankreich und Italien?“ „Ach, Frankreich und Italien“ antwortete ich „Da gibt es das nur, weil es da deutsche Minderheiten gibt.“ Weil man mir aber nicht glaubte musste ich mich der Schützenhilfe eines Lexikons bedienen. Doch was stand da? Ägypten. Ägypten und der Mittelmeerraum. Erst 1542 wurde Spargel angeblich nach Deutschland eingeführt. Die Kartoffel aus Amerika, der Spargel aus Ägypten, wo im Übrigen auch das Brot herstammt, und das Bier, ja, ob man es nun glaubt oder nicht, das erste Bier wurde im heute so bierfeindlichen Irak gebraut. Aber gut, nicht gleich verzweifeln, man kennt das ja, die Nudel nicht aus Italien, der Döner Kebab nicht aus der Türkei, vielleicht sind ja in Wahrheit Kokosnuss und Pfefferminzbonbon urdeutsch. Gugel ich jetzt aber nicht.

Tipp für heute: Steckrüben anpflanzen.

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2 Kommentare zu “Große Schnauze und nüscht dahinta”

  1. 01

    von wegen ägypten – die wilden arten sind vor allem an der südspitze afrikas beheimatet:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Spargel – der weiße mann oder die viel beschworene hochkultur nimmt sich wie immer viel zu wichtig…

    schlau schlau am 13. April 2010 um 13:47
  2. 02

    schlau schlau: Da ist sie aber bei weitem nicht die Einzige. Es ging hier nämlich um die Zubereitung von Spargel und die wurde, laut noch viel schlaueren Leuten, in Ägypten sowie von Griechen und Römern kultiviert. Einfach noch mal im von ihnen geposteten Artikel nachlesen.

    Ahne am 13. April 2010 um 19:07

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