Jetzt können sie ihre Krawallartikel, die ganz sicher schon in der Schublade lagen, wieder wegwerfen
3. Mai 2010
Keine Toten am ersten Mai-Wochenende in Berlin. Nicht einmal Hunderte von Schwerverletzten. Weder ist die Innenstadt komplett in Flammen aufgegangen, ja, noch nicht einmal Kreuzberg liegt in Schutt und Asche. Und dass, obwohl sämtliche Medien von ‚Berliner Zeitung‘ bis ‚Berliner Abendschau‘ praktisch rund um die Uhr die Apokalypse an die Wand malten. Nach deren Meinung wäre ja nur jener ein guter Bürger, welcher am 1. Mai in seinen Kleingarten fahre und dort den Kopf in den Sand stecke. Jetzt, hinterher, loben die gleichen Medien die Polizei in höchsten Tönen. Nur ihrem beherzten Auftreten sei es zu verdanken gewesen, dass die „Chaoten“ nicht völlig durchdrehten. Ach, arme schreibende und sprechende Büttel des Geldes. Ihr tut mir leid. Mein Dank gilt allen, die auch am 2. Mai bei der wunderschönen Demonstration zum VI. Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen waren. Danke an alle Redner, an Ostberlin36 mit dem Superdiskorollauto, an die Anmelder Spider und Tube, an die farben- und fantasiereichen Plakate, Transparente und Banner, an die Baiz für Würstchenbraterei und Unterstützung, an die Straßenbahnfahrer, die geduldig hinter uns her zuckelten (bis wir Mitleid hatten und ihnen Schneisen durch die Demo bahnten) und nicht zuletzt auch Dank an die Polizei, die, ja, das kann man ja ruhig auch mal sagen, uns durchaus wohlgesonnen war.
Tipp für heute: Das Zeitungsabo kündigen.
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