Corona-Tagebuch 23
5. April 2020
Habe mir vorgenommen in den Garten zu fahren. Dieser liegt in Brandenburg. Im Gegensatz zu Grundstücken, die sich in Mecklemburg befinden, darf man da noch hinfahren. Allerdings wurde mir berichtet, dass die dortigen Nachbarn argwöhnisch sind und vermuten, wir Berliner würden das Virus dorthin exportieren. Alles direkt melden. Kann nie schaden. Das Denunziantentum erlebt eine neue Blütezeit. Da unterscheidet es sich nicht von der Natur. Die blüht auch volles Rohr. Jedenfalls im mittleren Europa. In manchen Ländern scheint die Infiziertenkurve gerade „abzuflachen“. „Abflachen“ ein Modewort, hinter dem sich die Hoffnung verbirgt, alles könne wieder so werden wie früher, mit feiernden Menschenmengen, vollen Geschäften, steigenden Aktienkursen. Australien fordert sämtliche Ausländer, die ihren Lebensunterhalt in den nächsten sechs Monaten nicht selbst bestreiten können, zur Ausreise auf. Mittlerweile haben sich 1,2 Millionen Menschen weltweit infiziert. 65.000 sind bereits gestorben. Das sind die bestätigten Angaben. Die Dunkelziffer dürfte wesentlich höher liegen. Neben Brasiliens Präsident Bolsonaro bemüht sich Weißrusslands Diktator Lukaschenko nun als Corona-Querkopf in den Vordergrund zu schieben. Während der Pause eines Eishockeyspiels behauptete er, wenn man das Virus nicht sehen könne, dann sei es auch nicht da. Vielleicht erinnerte er sich ja an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern. Hach, das waren noch Zeiten.
Heute: Weltweites Internetz, Facebook-Kanal der Reformbühne Heim & Welt, 20 Uhr: Quarantänebühne Heim & Welt mit Heiko Werning, Dr. Jakob Hein, Falko Hennig, Gott und mich, sowie zugeschalteten Videos von unserem Steglitz-Außenreporter Jürgen Witte und Supergaststar Amalia Chikh (schweizerischer Rockabilly-Country mit Bollywood-Einflüssen)
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