Corona-Tagebuch 61

13. Mai 2020

Merke an meiner Händewaschzeit, dass sich auch bei mir eine gewisse Corona-Müdigkeit einzuschleichen beginnt. Zwei mal ‚Happy Birthday‘ singe ich schon lange nicht mehr. Könnte ich auch gar nicht. Hab den Text des Liedes bereits wieder vergessen. Seife nutze ich zwar noch, jedoch lediglich, weil sie so gut riecht. Habe mich gestern getraut einem Köpenicker Klub, welcher einen Livestream-Auftritt vorschlug, zu raten, doch noch etwas zu warten, vielleicht sei es am 6. Juni ja schon wieder möglich vor Publikum aufzutreten. Sachsen will die angekündigten Lockerungen auf übermorgen vorziehen. Dann dürfen nach den Geschäften, Schulen, Kindergärten, Restaurants und Kneipen dort auch Theater, Kinos, Freibäder, Fitness- und Sportstudios, Spielbanken, Wettbüros, Freizeit- und Vergnügungsparks sowie Fahr-, Flug-, Boots- und Tanzschulen wieder öffnen. Gibt es überhaupt noch was, was dann geschlossen bleiben muss? Die Puffs? Oder heißt es Püffe? „Freiheit!“ In Thüringen sind seit heute Demonstrationen ohne Teilnehmerbeschränkung wieder möglich, Restaurants und Kneipen öffnen erst Freitag. Die italienische Region Venetien will ab Montag „alles öffnen, was möglich ist“. Schnürsenkel? Haustüren und Fenster? Gleichzeitig? Okay. Wenn ’s nicht zu doll zieht? Österreich hat die Öffnung seiner Grenze zu Deutschland für den 15. Juni angekündigt. China riegelt dagegen die 4-Millionen-Stadt Jilin im Nordosten des Landes nach genau 21 Neuinfektionen ab. Ausreise ist nur mit negativem Testergebnis noch gestattet, Kinos und Fitnessstudios müssen schließen, Bus- und Bahnverbindungen werden ausgesetzt. Über 1.000 Covid-19-Tote in Rumänien, mehr als 2.000 Neuinfektionen an einem Tag in Pakistan, in Brasilien infizierten sich in den letzten 24 Stunden fast 10.000 Menschen, 881 starben. Zum ersten Mal seit zwei Monaten keine einzige Neuansteckung in Thailand. In Israel hat die Polizei mehr als 300 Ultraorthodoxe festgenommen, die trotz der Ausgehbeschränkungen mit Tanz und Feuerwerk das Fest Ba’omer feiern wollten. Einige von ihnen hätten vor Ort Steine und „andere Gegenstände“ auf Polizeibeamte geschleudert. Wegen ausbleibender Touristen ging im ersten Quartal 2020 auf der Balearen-Insel Mallorca das Müllaufkommen um 39% zurück, die Qualität der Atemluft verbesserte sich um 60%. Drücken wir mal lieber fest die Daumen, dass die Ballermann-Saison bald wieder starten kann. Toi, toi, toi!

Tipp für heute: Zuhause kann man sich auch prima besaufen und in die Ecke pissen.

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